Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb mit Ideenteil
"Erweiterung der Schiller-Bibliothek"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
10.000,- Euro
  AV1 Architekten GmbH, Kaiserslautern

Verfasser: Jürgen Butz, Boris Dujmovic, Prof. Michael Schanné, Albert Urig
Mitarbeiter: Sascha Pawlik, Hasan Shehu, Sebastian Lelle


Beurteilung durch das Preisgericht:

Städtebau
Der Rathausplatz erhält durch die gut proportionierte schmale, langgezogene und leicht von der Straße zurückgezogene viergeschossige Brandwandbebauung eine adäquate südwestliche Einfassung und einen Raum bildenden Abschluss, der darüber hinaus noch eine ungestörte Sichtbeziehung zum Leopoldplatz gestattet. Die Mittelpunktbibliothek kann als eigenständiger Baukörper realisiert werden. Auch die spätere Erweiterung ist gestalterisch und technisch gut lösbar. Die geforderte räumliche Anbindung an den BVV Pavillon ist bei dieser konsequenten städtebaulichen Lösung allerdings nicht möglich.

Außenraum
Durch die Beschränkung auf die Brandwandbebauung bei dieser Arbeit entsteht ein sehr breiter, gut gestaltbarer Außenraum, der sich parkähnlich gestalten lässt und eine angstfreie fußläufige und großzügige Durchwegung von der Müllerstraße zur Genterstraße erlaubt. Ob die parkartige Gestaltung direkt an der Müllerstraße beginnen soll, kann später entschieden werden. Das über die gesamte Länge des Baukörpers zurückspringende Erdgeschoss erlaubt sogar eine überdachte Wegeführung. Der Außenraum für die Gastronomie bleibt erhalten.

Gestaltung / Konstruktion
Der Entwurf erzeugt durch die großflächige Gestaltung der Fassade mit Glas eine eigene Architektursprache, die mit Bornemanns Ensemble aus Hochhaus und Pavillon einen Dialog eingeht.
Der Eingang zum Gebäude ist gut auffindbar gegenüber dem BVV Pavillon angeordnet.

Funktionalität / Raumqualität
Die fehlende räumliche Anbindung der Funktionsbereiche im ehemaligen BVV-Saal an den neuen Baukörper ist betrieblich, insbesondere in den Herbst-/ Wintermonaten nicht handhabbar. Diese Räume müssten in das Bibliotheksgebäude integriert werden, womit jedoch der ehemalige BVVSaal ohne eigentliche Nutzung verbliebe.
Die Anzahl der Geschosse ist im Hinblick auf den Personaleinsatz sinnvoll. Dank guter Sichtachsen sind Pulte an gut einsehbaren Stellen mit vertretbaren Wegelängen möglich.
Mit dem 2. BA entstehen jedoch lange Wege. Im EG ist die Regalstellfläche durch den schmalen, zurückgezogenen Baukörper recht gering, so dass Sonderpräsentationen o.ä. nicht sofort erkennbar werden.

Realisierbarkeit
Die Reduzierung der gegenwärtig überschrittenen Flächen bzw. die Unterbringung der für den BVV-Saal vorgesehenen Funktionen im Neubau sollte in einer Überarbeitung geprüft werden.

Wirtschaftlichkeit
Der kompakte Baukörper, eine vereinfachte Fassadenausbildung und die Beschränkung auf die geforderten Nutzflächen lässt eine Realisierung im Kostenrahmen erwarten.

Energieeffizienz
Der Anbau an die Brandwand und der Anschluss an die Fernwärme tragen neben der großzügigen Verglasung zur guten Energieeffizienz bei.
Modell
Modell

Perspektive
Perspektive

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG 2. Bauabschnitt
Grundriss EG
2. Bauabschnitt

Ansicht
Ansicht