Städtebau  
 

Nichtoffener Wettbewerb
"Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch"

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
42.000,- Euro
  Ortner & Ortner Baukunst
Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin


Verfasser: Professor Manfred Ortner, Professor Laurids Ortner
Mitarbeiter: Tobias Ahlers, Alexander Dal, Patricia Gola, Frank Illing, Fabian Maurer, Defne Saylan, Shidokht Shalapour
Tragwerksplaner: FD-Ingenieure Frank Dröse, Berlin
TGA/Energie: Winter Beratende Ingenieure für Gebäudetechnik GmbH, Düsseldorf
Landschaftsplaner: Topotek1 GmbH, Berlin
Kosten: Höhler + Partner Architekten und Ingenieure, Aachen


Beurteilung durch das Preisgericht:

Der Altbau wird an der straßenseitigen Stirnseite mit einem zeichenhaften Turmgebäude erweitert. Damit können die darin gestapelten Probebühnen sowohl in ihrer städteräumlichen Markanz als auch in ihrer komplexen Funktionalität überzeugen. Die Setzung eines eingeschossigen Erweiterungsbaus für die Cafeteria am Haupteingang wird im Preisgericht jedoch kritisch diskutiert, da dieser Baustein die Geste des Eingangsensembles schwächt.

Die Erschließung im EG mit dem Foyer an der Stirnseite ist klug positioniert und gut gelöst, da alle Bereiche übersichtlich und kreuzungsfrei erreicht werden können.

Die innere Erschließung im Gebäude ist wenig großzügig, das zentrale Treppenhaus erscheint zu eng. Durch die Ausbildung von zusätzlichen Fluraufweitungen kann dieser Mangel an informellen Begegnungsorten in der Hochschule in Teilen ausgeglichen werden.

Konsequent ist die Entscheidung das Sheddach aufzugeben. Hier erlaubt das Aufbauen einer neuen Dachebene die bedarfsgerechte Heterogenität der Raumhöhen für die verschiedenen Bewegungsräume und Studios. Eher unverständlich ist dagegen die Überhöhung im Bereich des Anbaus. Die dargestellte klimatechnische Ausrüstung erscheint überdimensioniert, so dass hier Einsparpotentiale genutzt werden können.

Gut nachvollziehbar ist die Ausformulierung einer eigenständigen Fassadengestaltung für den Bühnenturm, die mit einer fast temporär anmutenden Leichtigkeit mit 'guter Ruppigkeit' die Schwere des Bestandsgebäudes komplementiert.

Insgesamt kann dieser Entwurfsansatz und seine disziplinierte Ausformulierung eine gute Lösung zur qualitätvollen und wirtschaftlichen Weiternutzung des Bestandsgebäudes entwickeln.

Der Entwurf ist gekennzeichnet durch einen umsichtigen Umgang mit dem bestehenden Tragwerk. Die Eingriffe sind klar definiert und bleiben scharf begrenzt - zum einen auf die Südostecke, an der eine neue Stahlbetonstruktur die beiden Bühnen aufnimmt, zum andern auf die Fortnahme des Sheddachs. Letztere eröffnet die Möglichkeit, unter einem neuen verspringenden Flachdach Räume unterschiedlicher Höhe anordnen zu können.

Der Entwurf weist deutlich erhöhte Kosten für Wartung und Betrieb auf.
Perspektive Haupteingang
Perspektive Haupteingang

Perspektive Ostseite
Perspektive Ostseite

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Grundriss 1.OG
Grundriss 1.OG

Grundriss 5.OG
Grundriss 5.OG

Perspektive Innenraum
Perspektive Innenraum

Ansicht von Osten
Ansicht von Osten

Schnitt
Schnitt