Städtebau  
 

Verhandlungsverfahren "Parklandschaft Tempelhof"

Ausschreibung


Anlass und Ziel
Mit der Einstellung des Flugbetriebes auf dem Flughafen Tempelhof am 31. Oktober 2008 gewinnt Berlin ein großes innerstädtisches Areal zurück, das der Stadtentwicklung über Jahrzehnte entzogen war und nunmehr schrittweise entwickelt und wieder in den Stadtorganismus eingegliedert werden kann. Damit sind große Chancen verbunden. Der vorangegangene landschaftsplanerische Wettbewerb für die Nachnutzung des ehemaligen Tempelhofer Flugfeldes befasste sich mit allen Freiflächen des Areals und den Anschlüssen an die Umgebung. Die Bürgerinnen und Bürger wurden sowohl vor der Auslobung wie auch nach dem Planungswettbewerb beteiligt. Im anschließenden Verhandlungsverfahren erfolgt eine Konzentration auf den inneren Teil der Parklandschaft. Das Verfahren dient auch der Überprüfung von bisher entwickelten Planungskonzepten, vor allem aber ihrer Fortentwicklung.

Die Aufgabe ist zu bearbeiten im Rahmen des für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes maßgeblichen Leitbildes einer ressourceneffizienten, partnerschaftlich-integrativen und unternehmerisch-zukunftsorientierten Stadtentwicklung, die auch auf Eigeninitiative der Bürgerschaft setzt. Der Realisierungsprozess wird sich über viele Jahre hinziehen. In diesem Zeitraum werden sich voraussichtlich Planungsparameter ändern; auch sind zur Zeit viele Rahmenbedingungen noch unpräzise. Deswegen wird eine ausgeprägte prozessorientierte Herangehensweise erforderlich sein.

Berlin hat mit einem Schwerpunkt im nördlichen Bereich der Parklandschaft Tempelhof den Zuschlag für die Ausrichtung der Internationalen Gartenbauausstellung 2017 (IGA) erhalten. Außerdem wird die Durchführung einer IBA 2010 - 2020 für das gesamte Tempelhofer Feld und die angrenzenden innerstädtischen Quartiere, insbesondere Neukölln, geprüft. Je nach Ausgang der Prüfung wird für beide Ausstellungen oder ausschließlich die IGA die Entwicklung und Gestaltung der Parklandschaft Tempelhof ein wesentlicher Bestandteil sein.

Die Chance, innerhalb einer dichten innerstädtischen Bebauung eine Parklandschaft dieser Größenordnung entwickeln zu können, ist mindestens europaweit einmalig. Die Transformation des Geländes und die Integration in die bestehende Stadt wird eine anspruchsvolle Aufgabe sein. Die Integration bezieht sich sowohl auf die räumliche Verknüpfung mit dem Grundriss der angrenzenden Stadt- und Freiräume als auch auf die Verknüpfung mit den unterschiedlichen sozialen Milieus von Nord-Neukölln, Kreuzberg und Tempelhof-Schöneberg sowie den geplanten neuen Stadtquartieren mit ihren Adressen für die Kreativwirtschaft, für Zukunftstechnologi en und für innovatives, städtisches Wohnen. Die neue Parklandschaft als gemeinschaftlicher öffentlicher Raum soll hier eine besondere Vermittlungsfunktion in räumlicher, sozialer und ästhetischer wie auch in ökologischer und wirtschaftlicher Sicht übernehmen.
Flughafengebäude
Flughafengebäude

Luftbild
Luftbild

Zentralbereich
Zentralbereich

Bestandsansicht Nordwest
Bestandsansicht Nordwest