Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
"Probebühnenzentrum Deutsches Theater"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
2.500,- Euro
  Staab Architekten GmbH, Berlin

Verfasser: Volker Staab
Mitarbeiter: Petra Wäldle, Rita Wirth, Annette Leber, Bettina Schriewer, Veit Eckelt, Matthias Eckardt, Fabian Albrecht
Tragwerksplanung: Erfurth + Mathes, Chemnitz, Donald Mathes


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Komposition zweier Kuben mit einem Verbindungskörper überzeugt in ihrer städtebaulichen Optimierung. Die Gebäudekante der Theaterbauten wird baulich als Parallele aufgenommen und sorgt für eine klare Orientierung im Blockinnenbereich. Die Anordnung der beiden höheren Bauteile mit einerseits Probebühnen und andererseits Büroflächen um den Verbindungsbau der Werkstätten ermöglicht eine Öffnung des Blicks zum Parkgelände der Humboldt Universität mit dem Langhans-Bau des Anatomischen Theaters; es entsteht eine Terrasse, die vom Foyer im 1. OG begangen werden kann. Gleichzeitig wird der stark belebte Betriebshof des Theaters räumlich und visuell vom Park getrennt.

Der Probebühnenkomplex wird als Kubus ausgebildet, der sich in der Höhe am bestehenden Bühnenturm orientiert und als eigenständiger Baukörper die unregelmäßige Komposition der frei stehenden Bauten des Humboldtgeländes ergänzt. Die Fassadengestaltung des Kubus suggeriert durch die gewellte Putzoberfläche das Bild eines Bühnenvorhangs. Sie ist ästhetisch reizvoll und passt sich in Materialität und Farbigkeit auf wohltuende Weise an die umliegenden Bauten an.

Die Funktionalität und der Bauablauf sind schlüssig, die Verknüpfung des Probebühnenkomplexes mit dem Bestand über eine neue Anlieferung wird für den Endzustand positiv bewertet, führt aber zu einem erheblichen Eingriff in den laufenden Theaterbetrieb und erfordert den Neubau von Ersatzflächen für Büros. Der Raumbedarf an Lagerflächen wird geringfügig, der Kostenrahmen leider deutlich überschritten.

Das Gebäude weist insgesamt durch die Ausformung dreier Komponenten eine relativ geringe Kompaktheit auf; die EnEV wird eingehalten, aber nicht unterschritten. Weiterhin ist die Rettungswegesituation im Bürogebäude problematisch. Aufgrund der fehlenden Feuerwehraufstellfläche im Osten besteht keine Angriffsmöglichkeit für die Feuerwehr am bestehenden Bauwerk; die Lösung wird daher als nicht genehmigungsfähig eingestuft.
Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss, Ansichten, Schnitt
Grundriss, Ansichten, Schnitt

Ansichten
Ansichten

Perspektive
Perspektive