Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
"Probebühnenzentrum Deutsches Theater"

Ergebnis: Anerkennung


Anerkennung:
2.500,- Euro
  Schweger Associated Architects, Hamburg / Berlin

Verfasser: Prof. Peter P. Schweger
Mitarbeiter: Jens-Peter Frahm, Markus Schlosser
Tragwerksplanung: Schüßler-Plan, Berlin, Wolfgang Strobl, Andreas Göthel
Sonderfachleute / Berater: Ridder + Meyn, TGA, Peter Poon (TGA)


Beurteilung durch das Preisgericht:

Die Arbeit besticht durch ihre knappe und klare Kubatur, deren Breitseite sich direkt an das Theater anfügt. Dadurch entsteht eine angenehme Distanz zu dem historischen Ensemble der Humboldt-Universität. Der Übergang vom parkartigen Gelände zu den Anlieferungsfl ächen des Theaters ist fließend. Diese räumliche Großzügigkeit mit einer mächtigen Höhe von 27m steht im Kontrast zum Theater und zum Anatomischen Theater. Die weit sichtbare Kubatur wird als störende Dominanz im historischen Ensemble empfunden. Anderseits könnte eine punktuelle Akzentuierung im Stadtraum als zeitgenössischer Kontrast und als neue Präsenz des Theaters gelesen werden.

Die positive Einschätzung des Gesamtkonzeptes wird gestützt durch die klare Organisation und die funktionalen Vorteile im Innern: die Werkstätten liegen im Erdgeschoss mit direkter Anlieferung und guter Belichtung und es gibt einen direkten Übergang von dem Rangfoyer zu einer der großen Probebühnen. Außerdem sind alle Bühnen gestapelt und gut zugänglich durch die Anlieferung, wenn auch die Verbindung von der Hauptbühne des Theaters zum Hofmagazin umständlich und nur über lange Wege durch den Außenraum gewährleistet wird. Nur ein Fluchtweg ist nicht ausreichend und müsste als Sicherheitstreppenhaus ausgebildet sein.

Bei einer Realisierung ständen sich Vorteile und Nachteile gegenüber. Der Abriss von Anbauten im Bestand und der direkte Anbau berühren empfindlich den täglichen Betrieb des Theaters. Die Beibehaltung der Löschwasserzentrale hat eine positive Kosteneinsparung als Folge. Die Kostenschätzung liegt im unteren Durchschnitt, weitere Einsparpotentiale sind vorstellbar.

Dieser positiven Würdigung steht allerdings die Anmutung des Gebäudes von außen massiv entgegen. Wohlwollend betrachtet, könnte die Fassade als Chiffre für eine homogene und zeichenhaft wirksame Fassade gelesen werden, doch das ist nicht ausreichend für eine Einschätzung des architektonischen Charakters. Grundriss und Fassade drücken keine Korrespondenz aus, die Eingänge und großen Anlieferungsöffnungen sind konzeptionell nicht bearbeitet. Die auffällige Präsenz und die gewollt noble Hochwertigkeit erscheinen der dienenden Funktion der Probebühnen nicht angemessen. So wirkt der grundsätzlich positive Ansatz einer homogenen Außenhaut mit diesem falschen Image maßstabslos und plakativ.
Modell
Modell

Lageplan, Schnitt
Lageplan, Schnitt

Grundriss, Ansicht
Grundriss, Ansicht

Grundrisse, Ansicht
Grundrisse, Ansicht

Fassadendetail
Fassadendetail