Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
"TU Berlin - Forschungszentrum für Maschinenbau und Informatik"

Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
17.600,- Euro
  ReimarHerbst.Architekten BDA, Berlin
Schweitzer Ingenieure GmbH, Berlin, Saarbrücken


Verfasser: Reimar Herbst, Angelika Kunkler
Mitarbeiter: Nikolaus Steinke
Tragwerksplanung: Schweitzer Ingenieure GmbH, Berlin, Saarbrücken
TGA-Planung: B4-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin
Freiflächen: Landschaftsarchitekt Kamel Louafi, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Arbeit nimmt die bestehende Maschinenbauhalle als Ausgangspunkt und Komplizen und setzt als Abschluss der Halle in ihrer Flucht den Hochpunkt. Durch das Weiterführen eines Sockelbaus, der die Höhe der Halle übernimmt und sich in die Tiefe des Grundstücks entwickelt, entsteht eine Vergrößerung der Sockelbauten, die den Hochpunkt städtebaulich gut verorten. Das Verhältnis von Sockel und Hochbau ist stimmig und durch die klare Anbindung des Hochhauses an die Maschinenhalle wird die Eigenständigkeit des Scharounhauses wesentlich gestärkt, was durch die zurückversetzte Straßenflucht noch unterstrichen wird.

Der Turm übernimmt die Reihung und Höhe der Hochbauten in der Umgebung entlang der Straße des 17.Juni. Somit werden sowohl im Sockel als auch im Turm präzise Bezüge im Kontext aufgenommen. Diese städtebauliche Haltung wird konsequent in der Wahl der architektonischen Mittel weitergeführt. Die vorgeschlagene Fassade aus Betonfertigteilstützen und Sandwichelementen aus eloxiertem Aluminiumblech übernehmen das Thema der Stützen und Füllungen der Maschinenhalle, jedoch in einer etwas veredelteren Materialisierung. Durch Bänderung wurden im Turm jeweils drei Geschosse zusammengefasst. Diese horizontale Strukturierung lehnt sich an die Ordnung der Chemie, Architektur oder des Telefunkenhauses. Diese große Ordnung produziert eine sehr schlanke vertikale Proportionierung der Fassaden, was eine Eleganz ausstrahlt. Das Preisgericht konnte sich im Kontext zur Maschinenhalle durchaus eine etwas rauere und industriell anmutende Detaillierung vorstellen.

Der Sockel nimmt folgerichtig alle gemeinschaftlichen Räume auf, der Turm die Institutsräume. Die Eingangshalle mit Blick in die Maschinenhalle, der Birkenhof und die Erschließung des Sockels ist attraktiv und räumlich ansprechend. Der Eingang kann nicht überzeugen.

Der Turm wirkt dagegen in gewissen Bereichen etwas beengt, Flurbreiten von 1,30 m sind nicht akzeptabel, die Bürotiefen werden mit 5,20 m und der davor gelagerten Bris-Soleil als kritisch gesehen. Die Aufstockung des Verbindungsbaus ist aus Gründen der Logistik und laufendem Betrieb so nicht umsetzbar. Für diese Räume müsste eine andere Lösung gefunden werden. Auch die Entfluchtung ist nicht möglich.

Eine natürliche Belüftung der Räume durch außenliegende Bris-Soleils, ergänzt durch innenliegenden Sonnenschutz, scheint plausibel. Die Betonteilaktivierung sieht der Nutzer eher kritisch.

Die bestehende Halle als Ausgangspunkt des Entwurfes zu nehmen erweist sich als hervorragende Strategie, die architektonisch überzeugend vorgetragen wird. In der Umsetzung unter laufendem Betrieb stellen sich leider noch Fragen.

Der Entwurf weist eine unterdurchschnittliche Kompaktheit auf. Der gute bauliche Wärmeschutz sowie der maßvolle Fensterflächenanteil sind hervorzuheben. Der sommerliche Wärmeschutz, der durch die horizontale Überbauung erreicht werden soll, reduziert die Möglichkeiten der natürlichen Belichtung.
Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Ansicht
Ansicht

Schnitt
Schnitt