Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
Erweiterung der Hotelfachschule Berlin-Mitte

Ergebnis: 2. Preis


2. Preis:
9.300 Euro
  Staab Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Mitarbeiter: Hannah Jonas, Florian Nusser, Kerstin Boden

Landschaftsarchitektur: Levin Monsigny Landschaftsarchitekten, Berlin
Haustechnik: pin planende Ingenieure
Tragwerksplanung: Dierks, Babilon und Voigt, Berlin


Beurteilung durch das Preisgericht:
Der Bau reagiert auf die spezielle Situation, dass an der Niederwallstraße eine Adresse für die Hotelfachschule gesucht wird. Der Eingang erfolgt über den Hof mit einer zur Straße hin ruhigen Ziegelfassade mit Betonbändern. Zum Hof hin löst sich die Fassade in Pfeiler und Decken auf. Eine offene Loggia im Hochparterre bildet zugleich eine schöne gedeckte Eingangssituation.

Die Traufhöhe des Nachbargebäudes übernehmend schließt ein Beton-Walmdach das Volumen nach oben ab. Dennoch vermag die architektonische Gestalt, welche stark an Bilder von 50er Jahre Bauten erinnert, dem für diesen Ort nur bescheidenen Bauvolumen vielleicht nicht ganz die nötige Präsenz und Eleganz zu verleihen.

Die bodenbündigen Fensteröffnungen strahlen zwar durchaus Eleganz aus, stören jedoch empfindlich die innere Nutzung.

Die Südseite überzeugt hingegen durch ihre Offenheit, Ruhe und Plastizität. Beim erhöhten Sockel könnte man sich durchaus eine noch großzügigere Geste in den schönen Garten vorstellen.

Attraktiv ist die Anordnung des Gruppenraumes mit Ausgabetheke mit Blick zur Straße und zum Garten insbesondere bei einer Nutzung für Veranstaltungen.

Auch die Anordnung des Hausmeisterdienstraumes und der Hausmeisterwohnung mit einer eigenen Erschließung ist gelungen.

In den weiteren Obergeschossen kommt eine konsequente Raumschich-tung, Haupträume, Nebenräume, Erschließung von Norden nach Süden, zum Tragen.

Die belichteten Erschließungszonen mit Blick in den Garten und auf das Hinterhaus werden erkauft durch innen liegende Nebenräume und etwas tiefe Stichgänge zu den Hauptnutzräumen.

Aus betrieblicher Sicht sind die innen liegenden Räume jedoch durchaus erwünscht.

Einige funktionale Mängel, wie fehlende WC´s im EG, dezentral gelegener Lehrer-Aufenthalt und 1. Hilfe mit problematischem 2. Fluchtweg schmälern jedoch nicht das klare und flexibel nutzbare Grundkonzept des Hauses.

Der Kostenrahmen wird überschritten, was offensichtlich den großzügigen Raumhöhen geschuldet scheint, welche jedoch architektonisch sehr zu begrüßen sind, und dem etwas aufwändigen Dach.

Es handelt sich um einen sauber durchgearbeiteten Entwurf, der in der Formulierung der Fassaden noch etwas schematisch bleibt.

Insbesondere muss geprüft werden, ob die Dreh-Kipp-Flügel den schulischen Anforderungen genügen. Der Bau bleibt in seiner Architektur noch etwas untektonisch, insbesondere in der Ausformulierung des Durchganges und den Übergängen zum Sockel und zum Dach, findet aber eine sehr stimmige Konzeption, insbesondere im Hofbereich als Antwort auf den wunderbaren Bestand.
Modell
Modell

Ansicht Straße
Ansicht Straße

Ansicht Hof
Ansicht Hof

Grundriss Erdgeschoss
Grundriss Erdgeschoss