Städtebau  
 

Begrenzt offener Realisierungswettbewerb
Neubau der Justizvollzugsanstalt Heidering Großbeeren

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
62.000,- Euro
  Hohensinn Architektur ZT GmbH, Graz

Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Bernd Schittelkopf, Dipl.-Ing. Irene Falkner, Stephanie Lindmayer, Magdalena Neubauer, Dipl.-Ing. Christian Haas, Dipl.-Ing. Martin Urmann, Karlheinz Boiger, Boris Bratic, Dipl.-Ing. Gerhard Breuss, Dipl.-Ing. Robert Mair

Bauphysik: Rosenfelder & Höfler, Graz
Elektrotechnik: PI-Planungs GmbH, Graz
Haustechnik: TB Ing. Karl Pechmann, Kumberg

Beurteilung durch das Preisgericht:
Der Entwurf verknüpft in gelungener Weise städtebauliche, architektonische und vollzugliche Anforderungen. Anders als alle anderen Entwürfe positioniert er die Freistundenhöfe nicht vor den Hafträumen. Architektonisch ist hervorzuheben, dass die Gestaltung zu einer guten Belichtung und Belüftung der Hafträume führt.

Die Anordnung der Haftbereiche sorgt für eine weitgehend gleichmäßige Qualität der Hafträume. Die Wohngruppen sind kompakt aufgeteilt und gegeneinander gut getrennt. Die Wegeführung ist kurz und trägt zur Funktionalität und Übersichtlichkeit bei.

Optimierungspotential wird im Bereich der Arbeitsbetriebe in funktionaler und gestalterischer Hinsicht gesehen. Hier fällt die Qualität des Entwurfes deutlich gegenüber den Hafthäusern ab.

Positiv ist hervorzuheben, dass die Arbeitsbetriebe gegenüber der Bahntrasse als Schallschutz positioniert werden und damit zur Reduzierung der Lärmbelastung in den Wohnbereichen beitragen.

Die Gestaltung der Vollzugsmagistrale schafft Transparenz und unterstreicht die Weitläufigkeit der Anlage. Dies ermöglicht eine positive Wirkung des Gebäudes auf die psychosoziale Situation der Gefangenen und Bediensteten. Der Pflegeaufwand ist hierbei nicht negativ zu bewerten, da er Möglichkeiten für einen qualifizierten Ausbildungseinsatz (Gebäudereiniger) für Gefangene bietet. Allerdings sollte die Vollzugs­magistrale mit Blick auf die Übersichtlichkeit und das A/V-Verhältnis optimiert werden.

Gelungen ist die Freiflächenzuordnung, insbesondere im Hinblick auf die funktionale Nähe der Sportflächen zur Mehrzweckhalle. Gleiches gilt für die räumliche Trennung der Ver- und Entsorgung und für die Abtrennung der Verkehrswege für Besucher und Bedienstete.

Die Individualität des Entwurfs gewährleistet einen hohen Wiedererkennungswert.

Der Entwurf ist jedoch im Hinblick auf einen gesonderten Zugang für SEK-Beamte und eine Personalkantine zu ergänzen. Gleiches gilt für die Rettungswegesituation. Die Planung ist teilweise viergeschossig ausgebildet. Die Genehmigungsfähigkeit des Entwurfes ist unter Berücksichtigung der Planungsrechtlichen Vorgaben nachzuweisen.

Modell
Modell

Lageplan
Lageplan

Grundriss EG
Grundriss EG

Schnitt Ansicht
Schnitt Ansicht