Städtebau  
 

Offener Realisierungswettbewerb für Hochbau, Freiraum und Ausstellung
Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer

Ergebnis: Ankauf


Ankauf
8.900 Euro
  Lohrberg Stadtlandschaftsarchitektur, Stuttgart
Mitarbeiter:
Dr.-Ing. Frank Lohrberg, Dipl.-Ing. Christiane Humborg, Dipl.-Ing. Dirk Meiser, Dipl.-Ing. Axel Timpe, Cand.-Ing. Jasmina Kurtic

fnp fischer naumann architekten, ingenieure, Stuttgart

Martin Naumann mit Büro Reinhardt, Prof. U.J. Reinhardt


Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Verfasser der Arbeit gehen von der methodischen Leitidee aus, ,„weniger das Bauwerk Mauer in den Blickpunkt zu stellen, als die Geschichte und Ereignisse von Teilung und Flucht zu dokumentieren und an deren Opfer zu erinnern“.

Konsequent entwickelt sie die Idee, „Lebenslinien“ symbolisch herauszuarbeiten, die durch die Mauer einerseits unterbrochen bzw. getrennt wurden, andererseits diese und die Sperranlagen zu überwinden hofften. Der Grenzstreifen wird mit Schotterrasen einheitlich befestigt, Grenzbauwerke und Sperranlagen werden integriert. Parallel dazu wird in passender Weise ein Pavillon entwickelt, der ein markantes Zeichen für die Gesamtanlage setzt.

Sosehr diese Gesamtkonzeption im Miteinander dieser Elemente konsequent klingt, so fragwürdig ist sie im Einzelnen. Die Funktionalität des Pavillons steht wegen großer Länge, schmaler Breite und ungeklärter Wegeführung in kontroverser Diskussion. Lebensschicksale müssen im Kontext der Aufgabe herausgearbeitet werden, aber sie dürfen nicht – wie hier zu fürchten – mehr die Verbindungslinien zwischen West und Ost gestalterisch andeuten als die brutale Trennung durch die Mauer, deren Überwindung Ausnahme blieb. So stellt der Entwurf nur wenige Schicksale vor, er lässt nicht die viel größere Anzahl und Vielfalt von Tragödien an der Mauer deutlich werden. Tatsächlich besteht sogar die Gefahr, dass Besucher bei Tage den Verlauf der Mauer nicht hinreichend erkennen. Hinzuweisen ist außerdem darauf, dass Verfasser im erweiterten Gedenkstättenbereich (östlich der Brunnenstraße) die städtebaulichen Vorgaben ignoriert hat.

Insgesamt besteht auch die Befürchtung, dass die vom Verfasser bewusst sparsam und konzentriert eingesetzten Ausstellungsmittel nicht hinreichend wahrgenommen werden. Die Gedenkstätte würde auf diese Weise kaum die erhoffte Wirkung erzielen können.

Lageplan
Lageplan

Ausstellungssystem Perspektive

Ausstellungssystem Detail
Ausstellungssystem Detail

Informationspavillon Modell
Informationspavillon Modell

Informationspavillon Perspektive
Informationspavillon Perspektive

Informationspavillon Grundriss
Informationspavillon Grundriss

Informationspavillon Schnitt
Informationspavillon Schnitt