Städtebau  
 

Offener Realisierungswettbewerb für Hochbau, Freiraum und Ausstellung
Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer

Ergebnis: 4. Preis


4. Preis
9.700 Euro
  Mettler Landschaftsarchitektur, Gossau, Berlin
Mitarbeiter: Helge Kickert, Jennifer Winkelmann, Nicole Ptak, Kristian Ritzmann, Susanne Stiegat, Louisa Schöneich

Eckert Negwer Suselbeek ENS Architekten, Berlin
Mitarbeiter: Thomas Trenkel

Brigitte Fischer - Ausstellungsgestaltung, Berlin

Robert Thalheim - Film, Regisseur

Beurteilung durch das Preisgericht:
Die Grundidee des Freiraumkonzeptes ist die Sichtbarmachung des stadtzerteilenden, platzgreifenden Mauerstreifens. Die Dimension der Grenzanlagen wird durch die einheitliche Oberfläche eines gebundenen hellen Schotters sinnlich erfahrbar. Alle existierenden oberirdischen Mauerrelikte werden durch den Kontrast zur zweidimensionalen Fläche betont. Die Grenzmauer wird durch einen stufentiefen Abdruck nachgezeichnet. Die Hinterlandsicherungsmauer und Grundrisse der Kirche und Wohnbebauung werden durch Metallbänder markiert.

Die Abwesenheit verschwundener dreidimensionaler Elemente (Mauern, Kirche, Leuchten, Gebäude) werden durch aufgemalte Schattenwürfe scheinbar vergegenwärtigt. Die Schattenwürfe stellen eine originelle Idee dar, sind jedoch aus Besuchersicht vermutlich schwer lesbar.

Die Information auf dem Pult entlang der „politischen Grenze“ ist aus verschiedenen Gründen zu verwerfen:

1. die Information ist nur von „außen“, von der Straßenseite lesbar.
2. der Nachbau der Kellerfenster und Eingänge in den „Fassadenstummeln“ führt zu irrigen Assoziationen (Miniaturmodell der Häuserfassaden)
3. die Position entspricht nicht dem Mauerverlauf.
4. sie versperrt den Blick und den Zugang auf die vorhandenen Mauerreste
Der typologisch als Pavillon gut erkennbare Informationsort ist sehr ambitioniert und folgt im Grundriss wie im Aufriss einer Rhombusstruktur.

Zur Bernauer Straße wird eine großzügig einladende Geste formuliert. Nach Innen folgt der äußeren Rhombusstruktur entsprechend die Abwicklung des Raumprogramms in der Form von eingestellten Räumen. Durch die Glasfronten an den Schmalseiten des Gebäudes sowie das verglaste Dach einerseits und den geschlossenen Fassadenwänden andererseits werden die Räume sehr gut belichtet. Außerdem ist eine konzentrationsfördernde Atmosphäre sehr gut vorstellbar. Die Formulierung des Grundrisses auf dem Rhombusschema erscheint eher formalistisch als praktisch.
Lageplan
Lageplan

Ausstellungssystem Perspektive
Ausstellungssystem Perspektive

Ausstellungssystem Detail
Ausstellungssystem Detail

Informationspavillon Modell
Informationspavillon Modell

Informationspavillon Perspektive
Informationspavillon Perspektive

Informationspavillon Grundriss
Informationspavillon Grundriss

Informationspavillon Schnitt
Informationspavillon Schnitt