Städtebau  
 

Hafen Tempelhof Gutachterverfahren Außenanlagen

Ergebnis: 1. Preis


1. Preis:
7.000,- Euro
  West 8 landscape architects bv, Rotterdam


Beurteilung durch das Preisgericht:
Das Büro West 8 entwickelt zum Tempelhofer Damm einen begrünten Vorplatz und definiert das Hafenareal als Ort vielfältigster Aktionen. Der um einen Meter (Erdaufschüttung) erhöhte Vorplatz ist mit großen Granitplatten befestigt und mit einem Baumhain versehen. Auf die Platzfläche führen im Norden und Süden angeordnete Rampen. Positiv beurteilt werden die vorgesehenen Bäume, die zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität am stark befahrenen Tempelhofer Damm beitragen. Zu hinterfragen sind die technische Realisierbarkeit der Platzanhebung, die Flexibilität der Marktnutzung und die mögliche Größe der Bäume. Für nicht zwingend erforderlich wird das "Maximilians" gehalten.

Der Glaskubus als Eingang zur Shoppingmall ist wie der Aufbau auf dem Kinderland zweigeschossig zeichenhaft konzipiert. Dem östlichen Gebäude und dem Gleichrichterwerk sind auf Hafenniveau Kolonnaden für eine gastronomische Nutzung vorgelagert, die zur Belebung des Areals beitragen. Ihre Umsetzung ist im Kontext des Hochbauentwurfs zu prüfen.

Äußerst überzeugend wirkt der Vorschlag, im Hafenbecken umlaufend konsequent hafentypische Anlegestege anzuordnen und die Nutzbarkeit der Wasserfläche über flexibel einsetzbare Pontons weiter zu erhöhen. Die Anforderungen des Denkmalschutzes werden über den deutlichen Abstand zwischen Stegen und bestehender Hafenkante ebenso elegant umgesetzt wie die unterschiedlichsten Anforderungen an Liegeplätze. Die Molen sind als baumüberstandene Grünfläche und Liegewiese mit gastronomisch nutzbaren Pavillons konzipiert und für Besucher attraktiv gestaltet. Auf eine Brücke entlang des Teltowkanals wird mit Hinweis auf die gewünschte Publikumsführung über das Hafenareal verzichtet. Hierdurch gewinnen die Molen als "Rückzugsbereiche" auch an zusätzlicher Qualität.

Insgesamt wird das Konzept eines Stadthafens mit einem vielfältigen Angebot vorgeschlagen, das zwar nicht in jeder Einzelheit umgesetzt werden sollte, aber in enger Korrespondenz zum historischen Ort entwickelt werden kann und viele reizvolle Optionen bietet.
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