Städtebau  

 

Oberstufenzentrum Recht und Bürodienstleistungen in Berlin-Charlottenburg

2. Preis Architekt: Prof. Zvonko Turkali, Frankfurt a.M.


Es ist ein Beitrag, der bezogen auf die Situation des Standortes eine bedeutsame Aussage bringt: Durch Fortsetzung der südlichen Brandwandbebauung werden vorhandene Strukturen herausgearbeitet und sinnvoll ergänzt. Dabei bleibt das Gelände weitgehend frei und späteren Entwicklungen vorbehalten.

So scheint dies ein Ansatz, der einen ernstzunehmenden Beitrag zur Stadtreparatur liefert. Wunden werden geheilt. Beliebigkeiten werden dabei vermieden.

Aufgefädelt an einer neu herausgearbeiteten "Schulstraße" sind alle Funktionen des Geländes erreichbar. Diese Schulstraße ist zwar etwas kompliziert, für das angestrebte Konzept aber bedeutsam. Der Zugang von der Danckelmannstraße ist gleichberechtigt wie von der Sophie-Charlotten-Straße aus möglich. Von der Nutzerseite wird besonders begrüßt, daß der unmittelbare Anschluß an den Altbau gegeben ist. Auch sind durch die Südrandbebauung die meisten der Klassen mit dem begehrten Nordlicht versehen.

Die Anbindung an den Altbau bringt allerdings naturgemäß Höhenunterschiede zutage, insbesondere für Behinderte mit Nachteilen verbunden sein können. Auch ist der Zuschnitt der Klassenräume noch verbesserungsbedürftig, was aber durch Drehung der Serverräume leicht lösbar ist. Die Belichtung der AU-Räume im Hofgeschoß ist nicht besonders günstig, aber ausreichend. Hingegen läßt die architektonische Handschrift Sensibilität vermuten, was insbesondere durch die Bezüge zwischen Alt- und Neubau begründet ist. Ob sich die Fensterkonstruktion in dieser Weise realisieren läßt, muß offen bleiben. Der Ansatz aber ist interessant.

Es bleibt festzustellen, daß diese Lösung in hohem Maße den Erwartungen des Nutzers und Auslobers entspricht, wenngleich Weiterentwicklungen noch nötig sind.

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2. Preis