Städtebau  

 

"Emanzipatorische Wohnformen" Biesdorf Süd

2. Preis Architektin: Brigitte Cramer, Tübingen Bauträger: Treuhaus


Die Verfasserin bezieht sich mit beachtlicher Sorgfalt auf das Hauptthema des Wettbewerbes: emanzipatorische Wohnformen:
  • im städtebaulichen Sinn durch die Ausbildung eines mit 3- und 4-geschossigen Bauten umrandeten Gebiets
  • durch eine minimale Erschließung aber gut organisierte Wege, Wohnhöfe und einen gut positionierten Spielplatz
  • im funktionalen Sinn durch Anordnung von möglichen Arbeitsplätzen in der Wohnung oder in unmittelbarer Nähe (EG des straßenparallelen Blocks im Norden)
  • vor allem aber durch die Bildung eines räumlichen Moduls, dessen Addition und Verknüpfung zu vielfältigen Grundrißmöglichkeiten führen.
So stellt sich für die Familien ein Angebot von 2- und 3-geschossigen Kettenhäusern dar, die im Gegensatz zu den Reihenhäusern über eine deutlich größere Grundstücksbreite (8,5 m) und geringere Grundstückstiefe verfügen und eine individuelle Organisation des Freiraumes zulassen. Auf demselben geometrischen Prinzip organisiert sich auch der 4-geschossige Block im Norden, in den selbst ein 3-geschossiges "Einfamilienhaus" hineingestellt werden kann.

Die Grundrißvariabilität basiert auf einer klugen Geometrie mit einer mittleren "Schaltzone". Die Außenwände sind monolitisch und (echt) verputzt und übrige ökologische Überlegungen sind berücksichtigt.

Die Fassaden sind wohlgeordnet und dennoch im gewissen Sinne geheimnislos wie bei der Gesamtbetrachtung beachtliches Wissen und kluge Konsequenz die eigene Neugier nach Entdeckung im Bereich der spezifischen Aufgabenstellung bremsen und die Entdeckung von Neuem unterdrückt haben mögen.
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2. Preis