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    Wohnen  

 

Berliner Wohnungsmarkt

Wohnatlas Berlin: Karten (Stand 2020)


Schrägluftbild Berlin - Alexanderplatz; Foto: Dirk Laubner
Foto: Dirk Laubner

Berlin weist ein vielfältiges und qualitätsvolles Wohnungsangebot auf. Insgesamt wird seit einigen Jahren jedoch durch die stark angestiegene Nachfrage eine zunehmende Angebotsverknappung beobachtet. Der Berliner Wohnungsmarkt ist spätestens ab 2013 mit Inkrafttreten der „Kappungsgrenzen-Verordnung“ als angespannt zu bezeichnen.

Das Bundessozialgericht erklärte 2010, dass es sich bei der Stadt Berlin um einen homogenen und in sich verbundenen Lebens- und Wohnbereich handle, da der örtliche Nahverkehr auf die Erreichbarkeit des Stadtkerns von allen Stadtquartieren ausgerichtet sei. Bei den Einzelmerkmalen des Wohnens unterscheiden sich die verschiedenen Stadtquartiere aber mehr oder minder stark. Der "Wohnatlas Berlin" stellt ausgewählte Merkmale des Berliner Wohnungsmarktes auf der Ebene der Prognoseräume dar. Die 60 Prognoseräume, in denen durchschnittlich rd. 63.000 Menschen wohnen, sind die oberste räumliche Bezugsebene des Systems lebensweltlich orientierte Räume (LOR), welches Berlin für die sozialstatistische Berichterstattung eingeführt hat.

Im Folgenden sind die Merkmale des Wohnungsmarktes mit Kurzbeschreibung aufgeführt zu denen man sich Karten und Sachdaten aus dem „Wohnatlas Berlin“ im Geoportal anzeigen lassen kann. Eine Zusammenfassung der Sachdaten aus dem „Wohnatlas Berlin“ ist ebenfalls verfügbar.


Anteil der Personen in Bedarfsgemeinschaften nach Sozialgesetzbuch II an den Einwohnerinnen und Einwohnern:
Ende 2020 lebten 13,14 % der Einwohnerinnen und Einwohner Berlins in Bedarfsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II). Auf der Ebene der Prognoseräume wird der Anteil der Personen in Bedarfsgemeinschaften an den gesamten Einwohnerinnen und Einwohnern des Prognoseraums dargestellt.
Die höchsten Anteile verzeichneten die Prognoseräume Gesundbrunnen (Mitte) mit 30,61  % und Kreuzberg Nord (Friedrichshain-Kreuzberg) mit 31,20 %. Die geringsten Anteile verzeichneten die Prognoseräume Region D (Steglitz-Zehlendorf) mit 2,47 % und SPA 4 (Spandau) mit 2,49 %.
Veränderung des Anteils der Personen in Bedarfsgemeinschaften nach Sozialgesetzbuch II an den Einwohnerinnen und Einwohnern von 2015 bis 2020:
Ende 2020 lebten 13,14 % der Einwohnerinnen und Einwohner Berlins in Bedarfsgemeinschaften nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), Ende 2015 waren es noch 15,80 %. Dies entspricht einem Rückgang von 2,66 %-Punkten. Den größten Rückgang hatten die Prognoseräume Kreuzberg Nord (Friedrichshain-Kreuzberg) mit 7,40 %-Punkten und Marzahn (Marzahn-Hellersdorf) mit 6,49 %-Punkten zu verzeichnen.
In fünf Prognoseräumen stieg der Anteil an Leistungsempfangenden nach SGB II, wobei Hohenschönhausen Süd (Lichtenberg) mit 0,56 %-Punkten und der Prognoseraum Nördliches Weißensee (Pankow) mit 0,45 %-Punkten den höchsten Anstieg zu verzeichnen hatten.
Umgewandelte Wohnungen 2020 von Miet- in Eigentumswohnungen pro 1.000 Wohnungen:
2020 wurde in Berlin 0,99 % des Wohnungsbestandes (2019) nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Umwandlungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. In fünf Prognoseräumen lag die Umwandlungsquote bei mehr als 25. Friedrichshain Ost (Friedrichshain-Kreuzberg) wies mit 30,55 pro 1.000 Wohnungen die höchste Umwandlungsquote auf, gefolgt von Südlicher Prenzlauer Berg (Pankow) mit 29,32 pro 1.000 Wohnungen.
Die Umwandlungsrate lag 2020 in elf Prognoseräumen unter einer von 1.000 Wohnungen.
Umgewandelte Wohnungen 2015-2020 von Miet- in Eigentumswohnungen pro 1.000 Wohnungen:
2015 bis 2020 wurden in Berlin 4,84 % des Wohnungsbestandes (2014) nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG) von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Umwandlungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. Die höchsten Umwandlungsquoten verzeichneten die Prognoseräume Friedrichshain Ost (Friedrichshain-Kreuzberg) mit 152,38 pro 1.000 Wohnungen und Kreuzberg Süd (Friedrichshain-Kreuzberg) mit 132,09 pro 1.000 Wohnungen. Elf Prognoseräume wiesen eine Umwandlungsquote von weniger als fünf auf.
Wohnungsverkäufe 2020 pro 1.000 Wohnungen:
2020 wurden in Berlin 0,49 % des Wohnungsbestandes (2019) veräußert. Unberücksichtigt geblieben sind dabei Verkäufe von neu errichteten Eigentumswohnungen, Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Paketverkäufe. Eine Teilungserklärung (Umwandlung) muss vorgelegen haben. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Veräußerungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. Drei Prognoseräume verzeichneten mehr als zehn Veräußerungen pro 1.000 Wohnungen. Die höchste Veräußerungsquote hatte der Prognoseraum Friedrichshain Ost (Friedrichshain-Kreuzberg) mit 11,17. Die Veräußerungsquote lag in 15 Prognoseräumen unter zwei von1.000 Wohnungen. Die geringste Veräußerungsquote gab es im Prognoseraum Nördliches Weißensee (Pankow) mit 0,06.
Wohnungsverkäufe 2015-2020 pro 1.000 Wohnungen:
2015 bis 2020 wurden in Berlin 3,65 % des Wohnungsbestandes (2014) veräußert. Unberücksichtigt geblieben sind dabei Verkäufe von neu errichteten Eigentumswohnungen, Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Paketverkäufe. Eine Teilungserklärung (Umwandlung) muss vorgelegen haben. Auf der Ebene der Prognoseräume wird die Veräußerungsquote pro 1.000 Wohnungen dargestellt. Die höchste Veräußerungsquote hatte Friedrichshain Ost (Friedrichshain-Kreuzberg) mit 84,35 Verkäufen pro 1.000 Wohnungen. Die Veräußerungsquote lag in fünf Prognoseräumen unter fünf von 1.000 Wohnungen. Am wenigsten Verkäufe gab es im Prognoseraum Nördliches Weißensee (Pankow) mit 0,46.
Angebotsmieten 2020 (in €/m² monatlich, netto kalt):
Im 2020 wurde für die in Veröffentlichungen angebotenen Mietwohnungen eine Medianmiete in Höhe von 10,14 €/m² monatlich (netto kalt) ermittelt. Innerhalb des S-Bahnrings wurden flächendeckend mittlere Angebotspreise von mindestens 12,00 EUR/m² erfasst. In den Prognoseräumen Zentrum (Mitte), Moabit (Mitte), Kreuzberg Süd (Friedrichshain-Kreuzberg) und Friedrichshain West (Friedrichshain-Kreuzberg) wurden sogar Angebotsmieten von mindestens 14,00 EUR/m² aufgerufen.
Anteil Sozialmietwohnungen am Wohnungsbestand 2020:
2020 waren durchschnittlich 5 % des Berliner Wohnungsbestandes Sozialmietwohnungen. Der Anteil an Sozialmietwohnungen lag in 31 Prognoseräumen unter 3 %, darunter in Buch (Pankow) und CW 6 (Charlottenburg-Wilmersdorf) bei 0 %. Zwischen 3 % und unter 8 % war der Anteil in 16 Prognoseräumen. Der Anteil der Sozialmietwohnungen lag in 10 Prognoseräumen zwischen 8 % und unter 15 %. In drei Prognoseräumen lag der Anteil der Sozialmietwohnungen bei über 15 %, wobei der höchste Anteil mit 26 % in Kreuzberg Nord (Friedrichshain-Kreuzberg) lag.
Anteil städtischer Wohnungsbaugesellschaften am Wohnungsbestand 2020:
2020 hatten die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften einen Anteil von 16,2 % am Berliner Wohnungsbestand. In 16 Prognoseräumen lag der städtische Wohnungsbestand bei unter 5 %. In elf Prognoseräumen lag der Anteil bei über 30 %. Die höchsten Anteile städtischer Wohnungsbestände waren in den Prognoseräumen Buch (Pankow) mit 44,8 %, Hohenschönhausen Nord (Lichtenberg) mit 52,9 % und CW 1 (Charlottenburg-Wilmersdorf) mit 47,1 % anzutreffen.
Prozentuale Veränderungen der Einwohnerzahlen 2015-2020:
Die Berliner Einwohnerzahl hat von 2015 bis 2020 um 4,4 % zugenommen. Einwohnerzuwächse von mehr als 5,5 % verzeichneten 19 Prognoseräume, darunter 4 Prognoseräume mit mindestens 10,5 % Zuwachs. Der Prognoseraum Treptow-Köpenick 2 wies mit 16,2 % den stärksten Einwohnerzuwachs auf. Der Prognoseraum Kreuzberg Ost (Friedrichshain-Kreuzberg) verzeichnete einen Einwohnerrückgang von 2,3 %. Auch in dem Prognoseraum Neukölln (Neukölln) sank die Zahl der Einwohner um 2,0 %. Den stärksten Rückgang hatte der Prognoseraum CW 6 (Charlottenburg-Wilmersdorf) mit 8,8 % zu verzeichnen. Bei allen anderen Prognoseräumen ergab sich eine positive Einwohnerentwicklung.
Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner mit mind. 5-jähriger Wohndauer am 31.12.2020:
Am 31.12.2020 wiesen 65,61 % der Einwohnerinnen und Einwohner Berlins eine mindestens fünfjährige Wohndauer an ihrer damaligen Wohnadresse auf. In 40 Prognoseräumen wohnten über 65 % der Einwohnerinnen und Einwohner mindestens fünf Jahre an ihrer damaligen Wohnadresse. Den höchsten Anteil hatten dabei Heiligensee-Konradshöhe (Reinickendorf) mit 76,87 %, gefolgt von Kaulsdorf/Mahlsdorf (Marzahn-Hellersdorf) mit 76,57 %. Den niedrigsten Anteil verzeichnete der Prognoseraum Friedrichshain Ost (Friedrichshain-Kreuzberg) mit 52,42 % auf. Kein Prognoseraum wies einen Anteil von unter 50 % auf.