Städtebau  
 

Friedrichshain-West

Themen im Verfahren


  • Kita Spiel- und Erlebniswelt im Andreasviertel, Foto: die raumplaner, raumscript
    Kita Spiel- und Erlebniswelt im Andreasviertel, Foto: die raumplaner, raumscript
  • Eingeschränkte Zugänglichkeit von Freiflächen durch Barrieren (Barnimkiez), Foto: die raumplaner, raumscript
    Eingeschränkte Zugänglichkeit von Freiflächen durch Barrieren (Barnimkiez), Foto: die raumplaner, raumscript
  • Ungeordneter ruhender Verkehr (Barnimkiez), Foto: die raumplaner, raumscript
    Ungeordneter ruhender Verkehr (Barnimkiez), Foto: die raumplaner, raumscript
  • Hofsituation im Barnimkiez, Foto: die raumplaner, raumscript
    Hofsituation im Barnimkiez, Foto: die raumplaner, raumscript

Die zentrale Aufgabe des Verfahrens ist es, Potentiale für die Schaffung von Wohnungsbau in Kombination mit weiteren Planungen, Nutzungsansprüchen und Ausgleichsmaßnahmen zu erschließen. Parallel zu der Durchführung des Beteiligungsprozesses werden daher weitere Untersuchungen und Gutachten für das Gebiet Friedrichshain-West erarbeitet und fließen in das Verfahren ein. Sowohl bereits abgeschlossene als auch laufende Untersuchungen und geplante Maßnahmen sollen dabei einbezogen werden.

Die Quartiersverträge, welche die Zielrichtung der zukünftigen baulichen Entwicklung des gesamten Gebietes aufzeigen sollen, orientieren sich ebenfalls an diesen Themen und nehmen entsprechende Aussagen auf.

Stadtumbau


Fast das gesamte Untersuchungsgebiet Friedrichshain-West ist Teil der Kulisse des Förderprogramms "Stadtumbau". Mit diesem Programm werden Maßnahmen in den Handlungsfeldern soziale und kulturelle Infrastruktur, Verkehr und Straßenraum sowie öffentlicher Raum, Grün- und Freiflächen geplant und umgesetzt.
Als Grundlage für eine zukunfts- und bedarfsgerechte Entwicklung im Rahmen des Stadtumbaus dient das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) Friedrichshain-West. Das Konzept wurde im Auftrag des Bezirksamtes erstellt und 2016 veröffentlicht. Das Konzept ist ressortübergreifend, d.h. es bezieht Planungen und Untersuchungen aus allen Fachbereichen ein und entwickelt daraus eine ganzheitliche Herangehensweise für die Weiterentwicklung des Gebietes. Im Rahmen von Beteiligungsveranstaltungen flossen auch die Meinungen der Bewohner*innen in das ISEK ein.
Mehr Informationen zum Programm "Stadtumbau" erhalten Sie auf der Website des Fördergebietes Friedrichshain-West.

Soziale und kulturelle Infrastruktur


Die Lage des Gebiets nah am historischen Zentrum und am Volkspark Friedrichshain sorgt für ein attraktives Wohnumfeld. Zum Teil besteht jedoch schon heute ein großer Sanierungsbedarf bei sozialen Einrichtungen (Kitas, Schulen, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Familienzentren) und die Kapazitäten sind bereits ausgeschöpft, sodass diese dringend erweitert werden müssen. Darüber hinaus besteht auch für die Außenanlagen sowie die öffentlichen Spielplätze und die wenigen öffentlichen Grünflächen ein hoher Sanierungsbedarf.

Die Weiterentwicklung Friedrichshain-Wests soll sich an den Bedarfen der Bewohner*innen orientieren: Schulen und Kitas sollen erweitert, Sportstätten neu geschaffen und öffentliche Grün- und Freiräume (wieder) besser nutzbar gemacht werden. Mit dem Städtebauförderprogramm Stadtumbau werden derzeit die Sanierung sowie der Ausbau vieler sozialer Infrastrukturen in Angriff genommen.

Grün- und Freiflächen


Öffentliche Grünflächen gibt es im Gebiet nur wenige.
Der nördliche Teil Friedrichshain-Wests hat mit dem Volkspark Friedrichshain ein großes Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe. Südlich des Barnimkiezes besteht hingegen ein Defizit an öffentlichen, wohnungsnahen Grünanlagen; zum Teil sind die wenigen vorhandenen Grünflächen in einem schlechten Zustand.
Die grüngeprägten, öffentlichen Wohnhöfe mit ihrem gewachsenen Baumbestand mildern diesen Mangel ab. Ihre Nutzbarkeit wird aber durch viele Barrieren sowie durch großflächige Parkplätze eingeschränkt.
Mit Hinblick auf die Bedarfe der Bewohner*innenschaft sollen Flächen zur Nutzung für Bewegungs- und Gesundheitsangebote mit entwickelt werden.

Umwelt und Klima, Nachhaltiges Bauen


Große Teile Friedrichshain-Wests sind von einer hohen Luft- und Lärmbelastung durch den KfZ-Verkehr betroffen. Klimatisch ungünstig wirken sich darüber hinaus ein hoher Versiegelungsgrad und fehlende Kaltluftschneisen aus. Besonders im bioklimatisch belasteten Andreasviertel ist auch die Grünflächenversorgung nur mangelhaft.
Bereits während der Planungen und der Runden Tische der WBM bis 2016 wurden die Themen Klima und Umwelt von den Bewohner*innen Friedrichshain-Wests als wichtig eingestuft. Da diese Themen sowohl für das Gebiet als auch für die Anwohner*innen und die gesamte Stadtbevölkerung eine große Rolle spielen, sollen sie im neuen Verfahren Berücksichtigung finden. Dazu zählt auch der Themenkomplex des nachhaltigen Bauens, für den Expert*innen in das Verfahren involviert werden sollen.

Mobilität und Verkehr


Friedrichshain-West liegt in zentraler Innenstadtlage und ist verkehrlich gut angebunden. Allerdings führen stark befahrene Hauptstraßen durch das Gebiet, auf einigen der kleineren Straßen nimmt die Verkehrsbelastung durch den Ausweichverkehr zu und der Rad- und Fußverkehr nimmt derzeit nur eine untergeordnete Rolle ein.
Mit einem Mobilitätskonzept sollen Lösungen im Bereich Mobilität und Verkehr für die Herausforderungen der wachsenden Stadt erarbeitet werden. Das Konzept soll sich vor allem auf den Rad- und Fußverkehr konzentrieren. Ziel ist eine höhere Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für neu Hinzuziehende und Gäste. Das Konzept wird im Auftrag des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg durch das Büro LK Argus erarbeitet.
Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltungen des Beteiligungsverfahrens werden die beauftragten Verkehrsplaner*innen mit der Öffentlichkeit immer wieder ins Gespräch kommen und Zwischenergebnisse präsentieren.

Historischer Städtebau / Untersuchung zur Erhaltungsverordnung


Friedrichshain-West ist überwiegend durch großformatigen Geschosswohnungsbau der 1960er und 1980er Jahre mit grünen Wohnhöfen geprägt. Die denkmalgeschützten Ensembles an der Karl-Marx-Allee, am Strausberger Platz und am Platz der Vereinten Nationen bilden ein identitätsstiftendes städtebauliches Grundgerüst.
Aufgrund dieser städtebaulichen Situation vor Ort spielt das Thema des städtebaulichen Denkmalschutzes eine entscheidende Rolle für die Weiterentwicklung des Gebietes.

Seitens der Bezirksverordnetenversammlung gibt es einen Aufstellungsbeschluss für die Ausweisung eines Erhaltungsgebietes "Karl-Marx-Allee/Frankfurter Allee (ehemals Stalinallee) und deren flankierende Bereiche". Im Rahmen einer Untersuchung über eine mögliche Erhaltungsverordnung werden aktuell die städtebaulichen Besonderheiten des Gebietes rund um die Karl-Marx-Allee fachlich untersucht.

Einzelhandel und Gewerbe


Die Nutzungsstruktur in Friedrichshain-West ist teilweise sehr homogen – prägende Struktur ist die Wohnnutzung. Erst außerhalb des Gebietes, im Süden und Südosten, sind Gewerbe- und Einzelhandelsareale zu finden (u.a. am Wriezener Bahnhof). Im Gebiet selbst gibt es neben den Geschäften entlang der Karl-Marx-Allee einige Standorte des Lebensmitteleinzelhandels in den Wohngebieten, die städtebauliche Struktur der Großwohnsiedlungen weist allerdings kaum kleinteilige Handelsflächen auf. Hierdurch ist die Angebotsvielfalt relativ gering. Auch das Angebot an Dienstleistungen, beispielsweise im Gesundheitswesen, weist Defizite auf.

Weitere Themen, die sich im Beteiligungsverfahren ergeben und auf die sich geeinigt wird, können hinzukommen.
Die integrierte Weiterentwicklung des Gebietes unter Betrachtung aller Themen kann es ermöglichen, die Defizite der unterschiedlichen Themenfelder zu beheben und Potentiale für das Gebiet und seine Bewohner*innen zu identifizieren.