Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Fördergebiete und Projekte

Das Fördergebiet Neue Mitte Tempelhof


Der Bereich rund um das Rathaus Tempelhof ist zentral gelegen und verkehrlich gut erschlossen

Das Gebiet "Neue Mitte Tempelhof" zeichnet sich durch seine besondere stadträumliche Lage aus. Neben der guten verkehrlichen Erschließung und Anbindung an das ÖPNV-Netz konzentrieren sich in dem Bereich zwischen Götz- und Albrechtstraße viele öffentliche Funktionen wie das Stadtbad Tempelhof oder die Bezirkszentralbibliothek. Auch die vielfältigen Parks und Grünanlagen sowie der alte Dorfkern sind für diesen Bereich prägend. Der Tempelhofer Damm (B 96) hat als zentrentragender Stadtraum die Funktion eines Stadtteilzentrums. Im Juli 2018 hat das Bezirksamt beschlossen, die Vorbereitenden Untersuchungen als „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) und damit als Handlungsgrundlage für den Stadtumbau in der „Neuen Mitte Tempelhof“ heranzuziehen. Die Festlegung des Stadtumbaugebiets durch den Senat von Berlin erfolgte am 25. September 2018.

Gebietscharakteristik

Der Rathauskomplex, der Tempelhofer Damm und viel Grün prägen das Gebiet

Das Tempelhofer Zentrum rund um das Rathaus und den historischen Ortskern ist vielfältig, urban und gleichzeitig grün. Eine Vielzahl von öffentlichen Einrichtungen befinden sich entweder direkt im Gebiet oder sind fußläufig zu erreichen, beispielsweise das Rathaus Tempelhof selbst, ein Polizeiabschnitt, die alte Dorfkirche sowie Infrastruktureinrichtungen wie das Vivantes Wenckebach Klinikum und mehrere Schulstandorte. Insgesamt ist die bauliche Struktur heterogen, sowohl gründerzeitliche Gebäude als auch Nachkriegsbauten prägen das Stadtbild. Zudem gibt es einige denkmalgeschützte Gebäude und Ensembles, wie das Kaiserliche Postamt, die Wohnanlage "Märkische Scholle" und die Gartendenkmäler Franckepark und Alter Park. Sie bilden zusammen mit Bosepark und Lehnepark einen Grünzug und Naherholungsraum, der jedoch durch den Tempelhofer Damm zerschnitten wird. Für die Naherholung sind auch die drei Kleingartenanlagen wichtig.

Informationen

Bezirk: Tempelhof-Schöneberg von Berlin

Gebietsfestlegung: 25.09.2018
gemäß § 171b BauGB

Gebietsgröße: 62 ha

Einwohner: 4.200 (Stand 12/2017)

Bewilligte Programmmittel seit Gebietsfestlegung:
-
größere Kartenansicht
AktuellAbgeschlossen

Handlungsbedarf

Die öffentlichen Gebäude entsprechen nicht mehr den funktionalen Anforderungen, hier: das Stadtbad
Blick über leere Fläche auf quaderförmigen Bau mit Glasfront

Trotz seiner Zentralität entspricht der Bereich nicht seiner Bedeutung für den Ortsteil Tempelhof und wird den Anforderungen der wachsenden Stadt nicht gerecht. Die öffentlichen Einrichtungen der 1960er-1970er Jahre sind teilweise stark sanierungsbedürftig. Eine bauliche Anpassung an sich wandelnde Nutzungsanforderungen gestaltet sich schwierig. Die mangelnde Vernetzung der Freiräume, unklare Zuwegungen zu den öffentlichen Gebäuden sowie teilweise nicht nutzbare Freiflächen erschweren die Orientierung und Durchlässigkeit des Gebiets. Auch bei der Gestaltung und Aufenthaltsqualität bleiben die Grün- und Freiräume hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der Tempelhofer Damm bedarf auf dem Abschnitt zwischen Alt-Tempelhof und Albrechtstraße einer Attraktivitätssteigerung und Funktionsstärkung. Für diese Herausforderungen braucht es eine neue, übergreifende Entwicklungsperspektive. Mit dem Konzept der „Neuen Mitte Tempelhof“ werden der historische Ortskern und das „alte Zentrum“ zu einem Kultur- und Bürgerzentrum weiterentwickelt, die Grün-und Freiräume aufgewertet und gleichzeitig ein neues Wohnquartier geschaffen: eine einmalige Chance für Tempelhof.

Leitbild und Entwicklungsziele

Die denkmalgeschützten Parks und Grünräume sind eine wesentliche Qualität des Gebiets. Hier: der "Alte Park"
Blick auf die Rückseite von Bänken mit Menschen im Park

Im Stadtumbaugebiet „Neue Mitte Tempelhof“ sollen in den kommenden zehn bis zwölf Jahren zwanzig Projekte in fünf Schwerpunktbereichen (siehe Übersichtsplan) umgesetzt werden. Die fünf Schwerpunktbereiche sind:

  • Stadtquartiers- und Bürgerzentrum

  • Neues Wohnen an der Götzstraße

  • Grüner Stadtraum

  • Gemeinschaftliche Angebote

  • Mobilität und Vernetzung

Rochade der öffentlichen Einrichtungen

In den nächsten Jahren wird das Gebiet neu geordnet: In einer Folge „städtebaulicher Schachzüge“ ("Rochade") werden die öffentlichen Einrichtungen Schritt für Schritt an andere Standorte im Gebiet verlagert. Am Rathaus entsteht so ein neues Kultur-, Bildungs- und Bürgerhaus. Das Stadtbad und die Polizeidirektion erhalten Neubauten an der Götzstraße. Mit der Neuordnung erhalten die öffentlichen Einrichtungen Gebäude, die ihren individuellen und zeitgemäßen Ansprüchen entsprechen. Gleichzeitig wird hierdurch eine gut erschlossene landeseigene Fläche für ein neues Wohnquartier an der Götzstraße mit etwa 500 Wohnungen gewonnen. Für die Neubauten werden bislang wenig genutzte landeseigene Flächen am Tempelhofer Damm beansprucht und der Umzug einiger weniger Kleingärten erforderlich.

Mit der behutsamen Umgestaltung des Dorfangers Alt-Tempelhof und des Reinhardtplatzes sowie der Grün- und Parkanlagen werden die historischen Wurzeln des Ortsteils sichtbar gemacht. Aus Mitteln des Stadtumbaus sollen unterstützend u.a. weitere Grün- und Freiflächen sowie Stadtplätze aufgewertet, die innere und äußere Erschließung des Gebiets verbessert und Grundstücke für die Neubebauung vorbereitet werden. Zusätzlich sind der Bau einer Kita und einer Jugendfreizeiteinrichtung sowie die Sanierung der Paul-Simmel-Grundschule geplant.

Insgesamt soll eine partizipative, partnerschaftlich getragene und sozialorientierte Gebietsentwicklung erfolgen, mit dem Ziel den Bereich als integrierten, gut erschlossenen Dienstleistungs-, Kultur- und Gewerbestandort zu stärken und gleichzeitig größere zusammenhängende Flächen für den Wohnungsbau zu schaffen.

Rückblick "Vorbereitende Untersuchungen"

Großes öffentliches Interesse beim Erkundungs-Rundgang durch das Gebiet im Juni 2018
Laufende Menschen vor Tempelhofer Rathaus mit Turm

Mit Hilfe sogenannter vorbereitender Untersuchungen nach § 141 Baugesetzbuch wurde von August 2016 bis Mitte 2018 geprüft, ob und in welchem Umfang für eine Aufwertung und Weiterentwicklung des Gebietes ein integriertes Stadterneuerungsverfahren und der Einsatz von Städtebaufördermitteln in Frage kommen. Im Rahmen der Untersuchungen wurden städtebauliche Mängel und Missstände erfasst und übergreifende Ziele für die Entwicklung herausgearbeitet. Angesichts des hohen Anteils an landeseigenen Flächen im Kernbereich der städtebaulichen Neuordnung hat sich die Festsetzung eines Stadtumbaugebiets als angemessenes Instrument für die Gebietssteuerung herausgestellt.

Für die Entwicklung des Gebiets ist der Umgang mit den zentralen Stadtbausteinen Bezirkszentralbibliothek, Polizeidirektion 44, Stadtbad und ehemaliger BVV-Saal des Rathauses entscheidend. Um zukunftsfähige Perspektiven mit den Nutzern und Eigentümern zu entwickeln, wurden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie vier verschiedene Entwicklungsoptionen gegenübergestellt und in diesem Prozess die Strategie der „Rochade“ erarbeitet.

Hier finden Sie eine Übersicht über die bisherigen Meilensteine des Prozesses.

Beteiligung

Im Rahmen der in den Jahren 2016 - 2018 durchgeführten vorbereitenden Untersuchungen wurden in drei Öffentlichkeitsveranstaltungen die Zwischenstände vorgestellt und mit den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Trägern der sozialen Infrastruktur vor Ort diskutiert. Die Ergebnisse der Beteiligung flossen in den Endbericht der vorbereitenden Untersuchung ein.

Auch mit Festlegung des Stadtumbaugebietes ist das künftige Spektrum der Beteiligungsmöglichkeiten breit – von Information über die direkte Mitwirkung an Planungen bis hin zu projektbezogenen oder auch dauerhaften Kooperationen. Die einzelnen Formate der Beteiligung werden sich am Anlass und Umfang der Betroffenheit orientieren.

Ausblick

Als erste Stadtumbauprojekte wird mit der Aufwertung des Franckeparks und der Erarbeitung eines Parkpflegewerks für die denkmalgeschützten Parkanlagen begonnen. Für die Umsetzung der Maßnahmen im Kernbereich und die Verlagerung der öffentlichen Gebäude bedarf es noch vieler vertiefender Untersuchungen, Planungen und Abstimmungsprozesse.

Ein wichtiger nächster Schritt ist die Vertiefung des städtebaulichen Konzepts über ein kooperatives Werkstattverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen wird ein kooperatives Werkstattverfahren durchführen, bei dem Planungsbüros ein städtebauliches Konzept für das gesamte Gebiet entwickeln. Der Fokus liegt hierbei auf dem Quartierseingang rund um das Rathaus, der Struktur des Wohnquartiers und der Vernetzung des Grünraumbandes. Das Verfahren dient zur Vorbereitung der Stadtumbaumaßnahmen und des Bebauungsplanverfahren, das in 2019 begonnen wird.

In der Broschüre „Neue Mitte Tempelhof gestalten“ werden die geplanten Stadtumbauprojekte beschrieben, aktuelle Planungsstände zusammengefasst und Hinweise zur weiteren Bürgerbeteiligung gegeben. Wesentliche Fachbegriffe sind im „Glossar“ beschrieben.

Quelle: SenStadtWohn, bearb. A. Stahl
Stand: Mai 2019

Fördergebiete & Projekte

Gebietsporträt zum Download

Ansprechpartner

Projektteam Neue Mitte Tempelhof
Fuhrmann, Paul
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen
Tel: (030) 90139 4867
Wanske, Oliver
Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg von Berlin, Abt. Stadtentwicklung u. Bauen, Stadtentwicklungsamt
Tel: (030) 90277 6455

News aus dem Fördergebiet

Januar 2019

Die "Neue Mitte" soll in Tempelhof sprichwörtlich werden

November 2018

Ausschreibung der Leistungen eines Gebietsbeauftragten für das Stadtumbaugebiet "Neue Mitte Tempelhof"

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