Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Vom Plateau vor der Gemeinschaftsunterkunft geht der Blick auf den U-Bahnhof Louis-Lewin-Straße.
Im „Café Freiraum“ werden die Ideen für den Grünzug zusammengetragen.
Bislang hat dieser Bruno-Baum-Grünzug wenig Aufenthaltsqualität.
In kleiner Runde wurden Vorschläge zur Gestaltung des Panoramagartens und für die künftige Bürgerbeteiligung unterbreitet

Marzahn-Hellersdorf: Neue Formate der Beteiligung gefragt

Projekt Paradiesgärten: „Gebaut wird, was die Nachbarschaft möchte“
September 2019

Das Projekt „Paradiesgärten für Marzahn-Hellersdorf“ hat zwei wichtige Etappen geschafft. Zum einen ist der erste Nachbarschaftsgarten – jener an der Schönagelstraße – seit September geöffnet. Zum anderen startete für die beiden anderen Gärten an der Paul-Schwenk- und an der Albert-Kuntz-Straße am 17. bzw. 18. September die öffentliche Beteiligung. Das Büro Schnorbusch hatte dafür weiträumig mit auffallend schönen Postkarten (Konzept von Stefanie Hengge, studio adhoc) geworben und im Vorfeld Gespräche mit benachbarten Einrichtungen geführt.

Am ersten Tag musste zwar der Spaziergang durch den Bruno-Baum-Grünzug wegen des Regens abgekürzt werden, jedoch verlief die anschließende Gesprächsrunde umso effektiver. Die Diskussion kam schnell in Gang, denn das Papp-Modell des Grünzuges im Maßstab 1:100 animierte zu überraschenden Vorschlägen, die die Geflüchteten und die Nachbarn aus den Plattenbauten unterbreiteten. Ort des Geschehens war das „Café Freiraum", das zur dortigen Gemeinschaftsunterkunft gehört und sich in unmittelbarer Nähe zum Bruno-Baum-Grünzug befindet. Derzeit bietet dieser nur wenig Anlass zum Aufenthalt – er wird lediglich von Hundebesitzern, Radlern und Spaziergängern passiert. Geplant ist deshalb, dass dieser Park mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau eine attraktive Bewegungs- und Erholungsfläche in der Quartiersmitte erhält, die später von der gesamten Bevölkerung genutzt werden soll. So wünschen sich besonders jene Mieterinnen und Mieter einen „Sonnengarten“ mit bequemen Sitzgelegenheiten, denen ein eigener Balkon fehlt. Zudem fänden die Anwohner einen kleinen „Frühstückspavillon“ sehr schön. Er wäre mit einer Sonnenuhr, einem Kompass und einer Lichtinstallation sicher bald ein beliebter Hingucker und Treffpunkt.

Während an der Paul-Schwenk-Straße und im Naschgarten Schönagelstraße Leute mit großer Neugier das Projekt Paradiesgärten verfolgen, hatte sich am 18. September nur eine Handvoll Nachbarinnen auf den Weg zur Albert-Kuntz-Straße gemacht. Die, die kamen, waren mit Herz bei der Sache und können der Idee eines Panoramagartens über dem Hellersdorfer Graben viel abgewinnen. Gern stellten sie sich für den zukünftigen Panoramablick in den mitgebrachten Holzrahmen. Auch hier könnte ein Garten von 600 Quadratmetern dazu beitragen, Familien miteinander in Kontakt zu bringen: Geflüchtete, Alteingesessene und die neuen Nachbarn, die in Kürze in das von STADT UND LAND errichtete Karree gegenüber ziehen.

Im Besprechungsraum der Gemeinschaftsunterkunft entspann sich eine rege Diskussion, wie und ob noch mehr Interessierte für die Bürgerbeteiligung zu gewinnen sind. Die Architektin Susanne Schnorbusch will daran festhalten, denn für sie gilt die Devise, nur das zu bauen, was die Anwohnerinnen und Anwohner befürworten. Da auf dem geplanten Areal derzeit noch letzte Arbeiten für einen neuen Radweg laufen, ist für weitere Beteiligungsrunden noch genügend Zeit.

Die Diskussion um künftige Beteiligungsformate ist an diesem Abend vielleicht sogar wichtiger als das Sammeln konkreter Vorschläge für die Gestaltung der Panoramafläche mit Blick auf den U-Bahnhof Louis-Lewin-Straße. Die Anwohnerinnen sehen z.B. einen Grund für das nachlassende Interesse der Nachbarn in der unbefriedigenden Umsetzung von in der Vergangenheit geäußerten Wünschen nach mehr Kitaplätzen und ausreichenden Räumen für Kinder und Jugendliche. Auch waren etliche Nachbarn enttäuscht, wie lange sie für die Beleuchtung des Weges zum U-Bahnhof streiten mussten. Da sind Grünflächen, von denen es bereits etliche in Hellersdorf gibt, für viele nicht das wichtigste Thema. Doch einen ökologischen Lehrpfad, wie ihn die Kita Kirschbaum vorschlägt, gibt es bislang nicht.

Wie dieser aussehen könnte, und ob sich das Thema Wasser in den Panoramagarten integrieren ließe, muss Gegenstand weiterer kleiner Beteiligungsaktionen sein. Warum nicht einen Workshop mit Kitakindern in der Gemeinschaftsunterkunft organisieren? Vielleicht wäre ein Winter-Subbotnik mit Harken und heißem Kakao ein geeigneter Anlass, um mit den Familien ins Gespräch zu kommen? Und sollte vielleicht ein Artikel in der Mieterzeitung erscheinen? Am Ende kleben viele bunte Zettel mit Vorschlägen zur Beteiligung auf dem Tableau. Die gilt es jetzt abzuarbeiten und in die Tat umzusetzen. Susanne Schnorbusch und ihr Team haben genug Enthusiasmus, dies auf jeden Fall zu tun.

Die nächsten Runden für die Beteiligung sind im November geplant.

Von: Bianka Gericke / Redaktion Stadtumbau

Fördergebiete & Projekte

Projektinformationen

Logo Europäische UnionLogo Bundesministerium des Innern, für Bau und HeimatLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung