Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

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Umfassende Information und Beteiligung gehören zum Prozess der Voruntersuchung
Sanna Richter (Mitte) und Ronald Eckert (rechts) und bei der Einführung im Rathaus
Der Rundgang startete am Tempelhofer Rathaus
Im Lesegarten der Bibliothek
Die Kleingartenanlage als potenzieller Treffpunkt im Quartier

Geplante Rochade in Tempelhof: Polizei, Bibliothek und Stadtbad sollen umziehen

Bei einer Erkundungstour am 16. Juni wurden die Vorschläge für die Neue Mitte Tempelhof diskutiert
Juni 2018
"In den vergangenen Jahren haben sich die Entwicklungen eher auf die innerstädtischen Gebiete konzentriert, jetzt soll auch etwas für die Ortsteile außerhalb des S-Bahn-Rings getan werden.", dieses Statement von Ronald Eckert vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg bezieht sich auf das Gebiet der "Neuen Mitte Tempelhof", wo rund um das Rathaus Tempelhof in den nächsten 10 bis 15 Jahren nach den Plänen von Bezirksamt und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen vieles umgekrempelt, konkret also abgerissen und neu gebaut werden soll. Solche Pläne rufen großes Interesse, aber auch Bedenken hervor und so nahmen am Rundgang durch das Gebiet am 16. Juni 2018 trotz Hitze und Fußball-WM rund 70 Interessierte teil. Geführt wurde der Spaziergang von Ronald Eckert und Sanna Richter von der Senatsverwaltung, die sich zusammen mit dem beauftragten Büro Planergemeinschaft Stadt und Raum eG seit zwei Jahren um die Voruntersuchung des Gebiets kümmern. Der Abschlussbericht soll noch vor der Sommerpause vom Bezirksamt bestätigt werden. Danach geht er zur Abstimmung in den Senat. Mit der Annahme des Berichts könnte das Gebiet "Neue Mitte Tempelhof" noch 2018 in die Stadtumbau-Kulisse aufgenommen werden. Der Rundgang passte perfekt zum Motto des laufenden MakeCity-Festivals "Berlin Remixing. Stadt neu gemischt", in dessen Programm er eingebunden war. Geplant waren zwei Stunden, wegen des großen Diskussionsbedarfs an den einzelnen Stationen – Rathaus, Bezirks­zentral­bibliothek, Götzstraße und Kleingartenanlage Feldblume – dauerte es erheblich länger und der grüne Stadtraum des Franckeparks fiel ganz aus dem Programm. "Doch warum braucht man eine 'neue Mitte'? Ist etwa geplant, Alt-Tempelhof umzubenennen?", kam  eine besorgte Frage aus dem Publikum. "Natürlich nicht", so Sanna Richter, im Gegenteil, man wolle vor allem das Ortszentrum rund um das Rathaus stärken. Vorgeschlagen wird eine "Rochade", ein Ortswechsel öffentlicher Gebäude innerhalb des Gebiets. Vor allem die Bezirks­zentral­bibliothek soll von ihrem idyllischen Ort am Grunackpark an den Tempelhofer Damm neben das Rathaus ziehen und endlich mehr Platz für Medien und Veranstaltungen bekommen. Dafür erhält sie ein neues Gebäude, in das auch Teile der Volkshochschule, der Musikschule und des Bereiches Kunst, Kultur und Museen integriert werden. Das Rathaus wird erweitert, der heutige – wie alle Teile des Rathauses sanierungs­bedürftige – Anbau wird jedoch abgerissen. An seiner Stelle könnte ein kleiner Stadtplatz entstehen. Auch Polizei und Stadtbad erhalten Neubauten, und am ehemaligen Standort des Bades ergeben sich rund 2,7 Hektar Fläche für Wohnungs­neubau in öffentlicher Hand. Zum Wohnungs­neubau gehören natürlich auch die Schaffung von Kitaplätzen und die Überprüfung der Wegeverbindungen im Gebiet sowie eine Verbesserung der Verkehrssituation am Tempelhofer Damm. Dies alles wurde bereits in drei öffentlichen Veranstaltungen sowie in vielen Runden mit den betroffenen Ämtern und Institutionen diskutiert. Nicht alles ist ideal und nicht jeder in jedem Punkt zufrieden, aber eine gangbare Lösung scheint gefunden, die das Gebiet attraktiver machen und den Bau von 500 bezahlbaren Wohnungen ermöglichen soll. Im idyllischen Lesegarten der architektonisch interessanten Bibliothek am Grunackpark verstehen auch die, die nicht im Gebiet wohnen, warum die Pläne nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen. Doch auch in der neuen Bibliothek soll es einen Lesegarten geben und der grüne Gürtel vom Grunackpark über die "Feldblume" bis zum Franckepark bleibt bestehen und soll gestärkt werden. Das notwendige "Zusammenrücken" in der wachsenden Stadt hat auf jeden Fall bewirkt, dass die Menschen zusammenrücken und sich über ihr Quartier Gedanken machen, auch in Zeiten des Fußballs. Den auf dem Rundgang verteilten Frageboden (Hier das PDF zum Download) können Interessierte ausgefüllt noch bis Ende Juni an folgende E-Mail-Adresse senden: neuemittetempelhof[at]sensw.berlin[.]de Ausführliche Informationen und Material zur Voruntersuchung erhalten Sie hier
Von: Anka Stahl

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