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    Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


© STATTBAU GmbH
Partner im Sanierungsmanagement: H. Pelz, Bezirksamt Mitte, H. Holland, BLS - Energieplan, H. Nolde, Ing.-Büro Nolde & Partner, Fr. Schuchardt, STATTBAU, sowie Bezirksstadtrat Gothe
Das Gebiet Moabit West
Das ZK/U soll ausgebaut und energetisch saniert werden
Fallrohrwärmetauscher sorgen im Wohnheim "Warmer Otto" jetzt für Wärmegewinnung aus Duschwasser © Nolde & Partner
Der Spielplatz Wiebestraße
Info- u. Mitmachstand auf dem 8. Moabiter Energietag im September 2019
Persönlicher Klima-Check, herausgegeben vom Unternehmensnetzwerk Moabit e. V. (Ausschnitt aus dem Faltblatt)

Abschluss des Sanierungsmanagements Green Moabit

Weitere Projekte werden im Programm "Nachhaltige Gebietserneuerung" (ehemals Stadtumbau) umgesetzt
März 2020

Das Sanierungsmanagement Green Moabit zur energetischen Stadtentwicklung in Moabit West geht Ende März mit einer gemischten Bilanz zu Ende. Es war das erste von der bundeseigenen KfW-Kreditanstalt für Wiederaufbau finanzierte Sanierungsmanagement in Berlin, kofinanziert aus dem Programm Stadtumbau und bezirklichen Mitteln. Im Auftrag des Bezirks Mitte wurde es von einem Projektteam aus BLS Energieplan GmbH, Nolde und Partner sowie "plan zwei Stadtplanung und Architektur" unter Leitung der STATTBAU Stadtentwicklungsgesellschaft mbH durchgeführt. Ziel des Modellvorhabens war die Unterstützung der klimagerechten Weiterentwicklung des Industrie- und Wohngebietes Moabit (West) entsprechend dem 2014 veröffentlichten integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (StEK) Green Moabit. Für das Sanierungsmanagement waren die Handlungsfelder Energie, Wasser, Mobilität, Freiraum und Stadtgrün sowie Bildung und Soziales definiert worden. 

Auf der letzten Steuerungsrunde der Akteure, zu denen u.a. verschiedene Fachämter des Bezirks Mitte, Abteilungen der Senatsverwaltungen, die Berliner Regenwasseragentur der Berliner Wasserbetriebe und Vattenfall gehören, wurde am 24. Januar 2020 Bilanz gezogen. Von Beginn an ging es bei der Umsetzung der einzelnen Projekte um Pilotvorhaben mit modellhaftem Charakter für das Land Berlin. Dennoch: "Wir alle haben die Komplexität unterschätzt.", so Marion Schuchardt vom federführenden Büro STATTBAU.
Der große Beitrag des zu Ende gehenden Sanierungsmanagements bestehe darin, notwendige neue Strukturen und vor allem Bewusstsein für die Problematik und die Komplexität des Themas geschaffen zu haben. Weitreichende Fragestellungen wurden erkannt. Notwendig ist vor allem, mit den Themen Klimaschutz und Klimaresilienz alle Ebenen und Fachrichtungen der Verwaltung und weiterer wichtiger Akteure zu erreichen, denn zurzeit fehlen noch wichtige Rahmenbedingungen, um Projekte erfolgreich durchführen zu können: Dabei geht es vor allem um Regelwerke, Zuständigkeiten, personelle und finanzielle Kapazitäten und fachübergreifende Schnittstellen. 

Viele einzelne Maßnahmen konnten dennoch durchgeführt werden, dazu zählten integrierte Energie- und Wassermanagement-Beratungen für verschiedene Gewerbebetriebe. Für das ZK/U - Zentrum für Kunst und Urbanistik - wurde ein innovatives Energie- und Wasserkonzept vorgeschlagen, das in die anstehende Sanierung integriert werden kann. Auch soziale Träger wie der Moabiter Ratschlag wurden beraten. Denkbar wäre hier z. B. die Kühlung des Daches mit Regenwasser für ein angenehmeres Büroklima in den Dachgeschossräumen; ein "Schlossteich" zur Versickerung würde die hohen Abwasserkosten senken. Die Wohneinrichtung "Der Warme Otto" profitiert bereits von der Wärmerückgewinnung aus Duschwasser, was die Kosten laut Berechnungen um 780 Euro pro Jahr senken wird.

In Zusammenarbeit mit der Caritas und der Verbraucherzentrale wurden mehr als 100 individuelle Beratungen zum Energiesparen angeboten, die für einkommensschwache Haushalte auch weiterhin kostenfrei zur Verfügung stehen. Im Durchschnitt sind durch die vorgeschlagenen Maßnahmen errechnete Einsparungen von 338 Euro für einen Drei-Personen-Haushalt möglich.

Für den Bau erster Baumrigolen zur kontrollierten Versickerung und Bewässerung im Straßenraum wurden zahlreiche wichtige Vorarbeiten geleistet. Erste Projekte sind nun im Wedding und in Neukölln geplant. Die Erkenntnisse aus dieser Vorphase eines solchen Projekts flossen unter anderem in das ExWoSt Forschungsvorhaben zur Klimaanpassung im Stadtumbau ein, aus dem eine Online-Toolbox hervorging (siehe auch den Bericht zur Toolbox vom Oktober 2019).

Zur grundstücksübergreifenden Regenwasserbewirtschaftung am Beispiel des Klimaspielplatzes Wiebestraße 38 ist unter Leitung der Berliner Regenwasseragentur ein Planspiel zur Klärung der Inhalte und Regelungserfordernisse mit den Senatsverwaltungen sowie bezirklichen Fachämtern geplant. Hier soll Regenwasser von einem privaten Grundstück - dem Dach der Classic-Remise - auf einem öffentlichen Spielplatz gesammelt und zur Bewässerung und zum Spiel genutzt werden.

Wichtig zur Vermittlung des Themas gegenüber der Bevölkerung waren die jährlichen Energietage parallel zum Moabiter Kiezfest im September in Kooperation mit dem Unternehmensnetzwerk Moabit e. V., die selbstverständlich weitergeführt werden. Dort wurde auch das Leporello zum individuellen Klimacheck vorgestellt, auf dem neben dem persönlichen ökologischen Fußabdruck auch nützliche Informationen und Angebote vermittelt werden. Dazu gehören www.stromspar-check.de, www.flotte-berlin.de und www.wasserwende.org.

Als wichtigste Ergebnisse des rund dreijährigen Sanierungsmanagements sehen das Bezirksamt und die Mitwirkenden die Schaffung von Strukturen, die Adressierung von Aufgaben und das Aufzeigen von Handlungserfordernissen. Die Marke Green Moabit wurde gestärkt und soll auch in Zukunft für die Projekte und Initiativen zum klimagerechten Umbau des Quartiers stehen. Der Fokus liegt auf Projekten im öffentlichen Raum, auf öffentlichen Liegenschaften und zugunsten sozialer Infrastruktur. Weiterhin sind Grundlagen sowie die Arbeitsteilung zwischen Senat und Bezirk zu klären. Das Programm "Nachhaltige Gebietserneuerung" bietet hierfür besonders gute Voraussetzungen. Hier können und müssen die Ziele der Klimaanpassung und des Klimaschutzes von Beginn an im Projektdesign berücksichtigt werden. Das Sanierungsmanagement Moabit hat hierzu spannende Pionierarbeit mit elementaren Erkenntnissen geleistet. Die Realisierung der angedachten Maßnahmen wird durch den Bezirk Mitte und die Gebietsbeauftragte S.T.E.R.N. - Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung mbH aktuell weitergeführt.

Von: Anka Stahl, Abb.: STATTBAU GmbH, A. Stahl (2,4), Gudrun Radev (7)

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