Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Dr. Sandra Obermeyer und Jörn Oltmann eröffnen die öffentliche Werkstatt zur Neuen Mitte Tempelhof
Rund 200 Gäste waren in der Aula des Askanischen Gymnasiums versammelt
Die Präsentationen aller Teams waren dicht umlagert
Stadtplaner und Landschaftsarchitektinnen erläuterten ihre Vision für die Neue Mitte Tempelhof
Akteure aus dem Kiez bringen ihre Interessen ein
Alle Hinweise werden gesammelt und fließen in die Vertiefung der Konzepte ein

Erste öffentliche Werkstatt zur Neuen Mitte Tempelhof diskutierte vier Visionen für das Gebiet

Bürgerinnen und Bürger werden sich weiter intensiv in das Verfahren einbringen
Dezember 2019

Nach den kontroversen Diskussionen bei der Eröffnungswerkstatt zur Neuen Mitte Tempelhof am 25. Oktober verlief die öffentliche Werkstatt am 3. Dezember im Askanischen Gymnasium in kreativer und konstruktiver Arbeitsatmosphäre. Der verantwortliche Bezirksstadtrat von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann, und Dr. Sandra Obermeyer, Abteilungsleiterin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, umrissen zu Beginn die Aufgabe der vier eingeladenen Planungsteams sowie die Rahmenbedingungen für den Entwurf der sogenannten Neuen Mitte Tempelhof. Unter den rund 200 Gästen wurden anschließend je zwei Patinnen bzw. Paten aus der Bevölkerung für jedes Planungsteam gefunden, die die Diskussion über die vorgelegten Entwürfe und Modelle zusammenfassen und die Meinungen aus der Öffentlichkeit auch in die Beratung der Fachleute am darauffolgenden Tag einbringen sollten. 

Ganze 90 Minuten lang diskutierten dann Menschen aus der Nachbarschaft mit den Teams aus Stadtplanung und Landschaftsarchitektur sowie den externen Berater*innen und den Sachverständigen des Bezirks und der Senatsverwaltung. Schnell zeigte sich, wie vielfältig die Lösungsansätze und Bewertungen ausfallen. Die Vorschläge reichten von klaren Kanten, über verteilte Miniblöcke bis hin zu organischen Küstenlinien mit einzelnen Leuchttürmen. Alle Teams betonten die Qualität des zusammenhängenden Grünraums im Zentrum, der nicht überbaut, aber möglichst breit nutzbar gemacht werden soll und die Problematik der zumindest symbolhaften Überwindung des Tempelhofer Damms zwischen dem zukünftigen sogenannten Kultur- und Bildungsbaustein und dem Alten Park. Als Teillösung kam hier zum Beispiel eine Arkade auf der Parkseite als Fenster ins Grün beim Publikum gut an. 

Zwischen dem neuen Kultur- und Bildungshaus, dem Rathaus und den benachbarten Grünräumen soll ein Stadtplatz entstehen – auch dies eine große Herausforderung angesichts der Nähe zur stark befahrenen Bundesstraße. Vorschläge für den Erhalt des Bibliotheksgebäudes als Vereinshaus und für Räume für Nachbarschaftsinitiativen in den Erdgeschosszonen der Wohnbauten wurden ebenfalls positiv bewertet. In zahlreichen Kritikpunkten zeigte sich, wie nützlich die Einbeziehung aller interessierten Bewohnerinnen und Bewohner und Akteure des Gebiets in das konkurrierende Planungsverfahren ist, kennen sie doch die Bedürfnisse und Beziehungen vor Ort am besten. Diese Beteiligung wird kontinuierlich fortgeführt und fließt umfangreich und transparent in den Lösungsprozess ein. Die lange Zeit bis zur Realisierung – mehr als zehn Jahre – fordert alle Beteiligten dazu heraus, mutig in die Zukunft zu denken. Die Frage nach ausreichenden KfZ-Stellplätzen und Tiefgaragen wird dann möglicherweise gar keine so große Rolle mehr spielen. 

Ein Schwerpunkt des Diskussion wird der Zielkonflikt zwischen möglichst geringer zusätzlicher Versiegelung und den von vielen kritisch gesehenen möglichen Gebäudehöhen von bis zu 15 Etagen sein. Eine zumindest teilweise Entschärfung des Problems verspricht die angestrebte Mehrfachnutzung von Flächen. Wichtig ist, das monofunktionale Wohnen hinter sich zu lassen und neue Quartiere analog zu gewachsenen Städten zu entwerfen, mit gemeinschaftlichen und sozialen Nutzungsmöglichkeiten, aber auch Gärten, Handwerk und kleinem Gewerbe. Doch auch die dafür nötige enge Kooperation mehrerer Akteure ist nicht einfach und bedarf eines langen Vorlaufs. 

Durch die oft begeisterte und teils sogar poetische Sicht der externen Teams ("Küstenlandschaft", "Allmende") gewannen auch die Menschen aus der Nachbarschaft mitunter einen ganz neuen Blick auf ihren Kiez. Am Ende erhielten die engagierten Teilnehmenden aus der Nachbarschaft viel Beifall von den Fachleuten für ihre Ausdauer, ihr Engagement und für die konstruktive und kreative Atmosphäre. "Man versteht Stadtplanung besser, wenn man ins Gespräch kommt.", so lautete das Schlusswort von Sandra Obermeyer zu der gelungenen Veranstaltung.

Nicht alles wird so kommen wie in den Zukunftsvisionen, die am 3. Dezember zum ersten Mal vorgestellt wurden. In der nahen Zukunft liegen die nächsten Schritte im Werkstattverfahren, zu denen wieder alle Interessierten eingeladen sind:

  • ab 7.1.2020: Vierwöchige frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zum Bebauungsplan 7-82b (neuer Polizeistandort) im Rathaus Schöneberg und in der Senatsverwaltung f. Stadtentwicklung und Wohnen
  • ab 10.2.2020: Geführte Ausstellungsbesuche zu den vier überarbeiteten Konzepten
  • 13.2. Zweite Öffentliche Werkstatt
Von: Anka Stahl

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