Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Wie hier am Tisch „Obere Spree“ diskutieren Fachleute mit interessierten Bürger*innen (Mitte: Christian Schmidt, Grün Berlin GmbH)
Auf dem Podium: Regula Lüscher, Uwe Madreiter, Prof. Merk und Senatorin Katrin Lompscher (v.l.n.r.)
Aufmerksam verfolgt das interessierte Fachpublikum der Diskussion auf der Bühne
Über 200 Besucher*innen besprachen ihre Version von der Zukunft der Stadt
In der finalen Gesprächsrunde Ricarda Pätzold mit Ephraim Gothe, Christian Gaebler und Dagmar Pohle (v.l.n.r.)

BerlinStrategie 2030: Das Gesicht von Berlin in 10 Jahren

Diskussion über Schwerpunkträume der Stadtentwicklung
November 2019

In wenigen Wochen beginnen die 20er Jahre – die neuen. Ob diese ebenso innovativ werden, und ob Berlin in der nächsten Dekade genauso viele positive Impulse setzt wie in den goldenen Zwanzigern (Bauhaus, Modernes Bauen, innovative Verkehrswege), hängt davon ab, welchen Raum die Stadtgesellschaft der neuen Kreativität eröffnet. Kreativ muss Berlin sein, um die typische Mischung aus Lernen, Leben, Arbeiten und Erholen auch in jene Stadträume zu transportieren, die vor einem deutlichen Strukturwandel stehen. Welche das sind, wurde beim 7. Stadtforum dieser Legislaturperiode am 20. November deutlich. Das Stadtforum, diesmal im Energieforum am Ostbahnhof, ist eine langjährige Veranstaltungsreihe der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die den Dialog zwischen Planenden, Verwaltung, Politik, Akteuren aus Einrichtungen und Initiativen und den Bürger*innen zum Ziel hat.

An diesem kühlen Novemberabend sind im Atrium des Bürokomplexes 9 Tische aufgestellt – jeder mit dem Luftbild des jeweiligen Schwerpunktraumes bedruckt. Diese Schwerpunkträume sind besondere, zumeist bezirksübergreifende Entwicklungsgebiete, deren Förderung im Rahmen der BerlinStrategie 3.0 im Juni 2020 beschlossen werden soll. Jeder der neun Arbeitstische (respektive Schwerpunkträume) hat ein bestimmtes Leitbild:

  1. Labor für Arbeit, Wirtschaft, Wohnen und Grün: TXL – Siemensstadt – Spandau
  2. Raum für Wirtschaft und Wissenschaft von morgen: Buch – Buchholz-Nord
  3. Neue Quartiere für die lebenswerte Stadt Pankow: Blankenburg – Karow
  4. Große Siedlungen und große Flächen zum Leben und Arbeiten: Marzahn-Hellersdorf
  5. Wasserlagen mit Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Grün: Obere Spree
  6. Kieze und Gewerbe zwischen Tradition und Wandel: Neukölln – Südring
  7. Bausteine für mehr Stadt in der Stadt: Südkreuz – Tempelhof
  8. Impulsgeber mit internationaler Ausstrahlung: Cityband zwischen Ost und West:
  9. Vielfältige Nachbarschaften und Gewerbe am Innenstadtrand: Nordring – Wedding

Die Tische sind im Raum wie auf einer Landkarte angeordnet: Marzahn-Hellersdorf ganz rechts (im Osten) und Buch/Buchholz-Nord oben im gedachten Norden. Um jeden Tisch hat sich zu Beginn der Runde eine Traube von Menschen versammelt, die miteinander fachsimpeln, welche Stärken und Chancen das betrachtete Gebiet hat. So wird in der Südkreuz-Tempelhof-Runde natürlich darüber gesprochen, wie sich das Tempelhofer Feld in den kommenden Jahren entwickeln soll und wie sich die Schöneberger Linse nach ihrer Bebauung enger mit den umliegenden Quartieren verknüpfen lässt. So wie hier am Südkreuz umschließen die zukünftigen Schwerpunkträume bereits vorhandene Stadtumbaugebiete.

Das bedeutet, dass ein Teil der geplanten Infrastrukturmaßnahmen über Gelder aus dem Programm Stadtumbau realisiert werden könnte. Doch der Strukturwandel in den Schwerpunkträumen ist weiter gefasst. Geplant sind, neben der Verbesserung von Verkehrsverbindungen, die Ansiedlung moderner Industrien, Wohngebiete und Bildungseinrichtungen. Auf der Hand liegt, dass bei solch komplexen Vorhaben fachübergreifende Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinaus gefragt ist. Die vielen Anregungen, die an diesem Tag aus dem Publikum kommen, werden auf Fähnchen notiert und auf den Tischen festgesteckt.

Nach dem ersten Austausch in den neun Gruppen lädt Ricarda Pätzold vom Deutschen Institut für Urbanistik alle Anwesenden zu Kurzvorträgen und Podiumsdiskussionen ein. Zunächst steckt die Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher den Handlungsrahmen für die Veranstaltung ab. Sie erklärt in ihrem Geleit, welchen Stellenwert die zukünftigen Schwerpunkträume innerhalb der BerlinStrategie 2030 haben. Danach sprechen der Wiener Planungsdirektor Thomas Madreiter und die Münchner Stadtbaurätin Prof. Dr. (I.) Elisabeth Merk über ihre Erfahrungen bei der Konzeption von Schwerpunkträumen. Beide bestätigen, dass die Akzeptanz bei der Bevölkerung für Maßnahmen in Entwicklungsgebieten steigt, wenn diese frühzeitig beteiligt wird und es feste Ansprechpersonen gibt, die mit entsprechenden Befugnissen zur Problemlösung ausgestattet sind. In einer angeregten Podiumsdiskussion mit Senatorin Katrin Lompscher, Stadtbaurätin Regula Lüscher und den beiden Gästen aus Wien und München fragt Ricarda Pätzold nach der Übertragbarkeit dieser Konzepte auf Berlin. Die beiden Berliner Expertinnen sind sich sicher, dass die Hauptstadt diese Aufgabe – nämlich in neun Schwerpunkträumen gleichzeitig zu investieren – stemmen kann, wenn alle mitziehen.

Nach dem kurzen Erfahrungsaustausch folgt ein Kulissenwechsel für einen künstlerischen Beitrag. Die Redakteurin Tina Veihelmann („Freitag“), der Journalist Uwe Rada („taz“) und der Schüler Jaromir Schmidt beamen sich ins Jahr 2035 und berichten aus der Zukunft, während jeweils auf der Leinwand im Hintergrund ein Videoclip über den von ihnen betrachteten Stadtteil läuft.

Die Berliner Senatsbaudirektorin nimmt den Faden der drei Literaten auf und erklärt ihre Vision für Berlin im Jahr 2030. Sie betont, dass angesichts des Wandels der Arbeit, der Bevölkerungsstruktur und des Klimas neue Ideen gefragt sind. Regula Lüscher will mit ihrem Baukollegium daran festhalten, dass auch in den Schwerpunkten Wert auf Ästhetik beim Bauen gelegt wird. In der letzten Etappe der Veranstaltung nehmen Christian Gaebler (Senatskanzlei), Dagmar Pohle (Bezirksbürgermeisterin Marzahn-Hellersdorf) und Ephraim Gothe (Bezirksstadtrat Mitte) auf der Bühne Platz. Letzterer wünscht sich, dass bei der Formulierung der BerlinStrategie 2030 die Beziehungen ins Land Brandenburg nicht aus den Augen verloren werden. Dagmar Pohle hofft, dass für die Schwerpunkträume keine Doppelstrukturen geschaffen werden und dass die Verantwortungsbereiche genau abgesteckt sind – dies insbesondere mit dem Blick auf den Mangel an Fachpersonal. Katrin Lompscher und Christian Gaebler als Chef der Senatskanzlei versprechen, diese Anregungen und natürlich die von den Tischen in die Beschlussfassung für die BerlinStrategie 2030 aufzunehmen.

Die Ergebnisse des Forums sind hier veröffentlicht.
Download: Mappe BerlinStrategie

Von: B. Gericke / Redaktion Stadtumbau

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