Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

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Spröde Unikate: die Yorckbrücken
Dr. Irene von Götz, Leiterin der Museen Tempelhof-Schöneberg, Jutta Kaddatz, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur u. Soziales, Jörn Oltmann, Bezirksstadtrat f. Stadtentwicklung u. Bauen (von links)
Der Informationsort am S-Bahnhof Yorckstraße
Letzte Arbeiten an den sanierten Brücken
Autorin Stefanie Wahl (links), sowie das Team um Albrecht Ecke von eckedesign GmbH, haben den Geschichtsparcours gemeinsam im Auftrag des Bezirks realisiert

Geschichtsparcours Yorckbrücken feierlich eingeweiht

Tafeln, Website und Broschüre informieren über das geschichtsträchtige Brückenensemble
Oktober 2019

Auf den ersten Blick sind die auf einem 582 Meter langen Abschnitt die Yorckstraße überspannenden Eisenbahnbrücken nicht gerade ein Schmuckstück. Manche empfänden sie sogar als hässlich – das berichtet jedenfalls Jutta Kaddatz, Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Soziales in Tempelhof-Schöneberg, als sie zusammen mit Jörn Oltmann, Stadtrat für Stadtentwicklung und Bauen und zuständig für die bezirkliche Denkmalschutzbehörde, am 31. Oktober 2019 den Geschichtsparcours Yorckbrücken eröffnet. Berlin sei eben hart und rau, sagt sie. Das Ensemble der 24 erhaltenen historischen Eisenbahnbrücken ist für die Initiatoren des Geschichtsparcours wichtig, weil sich viele Aspekte der Berliner Geschichte daran deutlich machen lassen.

Die älteste erhaltene der einst 40 Brücken, die Brücke Nr. 5, wurde 1875 erbaut und 2012 mit Stadtumbaumitteln als erste der Brücken denkmalgerecht restauriert. Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg mit seinem Fachbereich Kunst, Kultur, Museen engagiert sich im Rahmen des Stadtumbaus von Anfang an sehr für Projekte der historischen Bildung im Stadtraum. Dazu gehören der Schwerbelastungskörper, der Geschichtsparcours und der Gedenkort Papestraße und schließlich die INSEL TOUR, die 2018 eingeweiht wurde.

Nun gibt es den dritten Geschichtsparcours mit einem gut einsehbaren Informationsort am Übergang zwischen Gleisdreieck- und Flaschenhalspark sowie sieben Tafeln mit kurzen Texten zu den historischen Spuren an einzelnen Brücken und am alten Stellwerk. Nicht alle Tafeln konnten schon angebracht werden. Denn der Ort ist zurzeit eine "wandernde Baustelle". Vier von fünf kürzlich denkmalgerecht sanierten Brücken werden für Fußgänger und Radfahrende hergerichtet, denn noch ist die Yorckstraße für Spaziergänger zwischen den beliebten und weitläufigen Parks und für alle, die von der Schöneberger Schleife und dem Nord-Süd-Grünzug in Richtung Kreuzberg und Mitte unterwegs sind, nur an einer Stelle überquerbar. Ab 2020 werden die stählernen Zeugen der Geschichte wieder wichtige Verkehrsverbindungen sein.

Diese Funktion hatten die meisten weitestgehend verloren. In den Zeiten der geteilten Stadt war ein Großteil der Brücken nur noch Werbeträger und Kommunikationsort. Doch auch das ist für Historiker und Designer interessant. Albrecht Ecke, der mit seinem Team vom Büro eckedesign die Gestaltung der Informationen zum Geschichtsparcours im Stadtraum, auf Papier und im Internet entwarf, nennt die Brücken eine stadträumliche Ikone und einen erstklassigen Ort, um über Berliner Geschichte zu reden. Es geht um Stadtentwicklung, Technikgeschichte, aber auch Sozialgeschichte. Es geht um Deportation jüdischer Menschen, Krieg, die deutsche Teilung und das neue, grüne Berlin, das mit mit den beiden angrenzenden Parks auf dem alten Bahngelände erstklassige Erholungsräume geschaffen hat und gleichzeitig sensibel mit den historischen Spuren umgeht. 

Weitere Informationen: www.yorckbruecken.de

Download Hosentaschen-Faltplan (PDF)

Download Broschüre (PDF; 2,5 MB)

Von: Anka Stahl

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