Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Gäste und das Team der Schule bei der feierlichen Schulhof-Einweihung
Bezirksstadtrat Gordon Lemm und Schulleiterin Ute Winterberg bei der Eröffnung
Die Kinder entdeckten begeistert ihren neuen Schulhof
Schülerin Geraldine und der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, freuen sich über den Abschluss der Bauarbeiten
Die Pusteblumen sollen Identifkation mit Quartier und Schule fördern
Von der Hand in den Kopf: Das Basteln mit Spagetti und Marshmallows hilft im Unterricht und hier auf dem Schulfest beim räumlichen Denken

Pusteblume-Grundschule: Ein toller Schulhof für eine der besten Schulen in Marzahn-Hellersdorf

Bauarbeiten mit Stadtumbauförderung wurden nach rund 5 Jahren abgeschlossen
Oktober 2019

"Wir haben tolle Kinder mit ganz schlechten Startbedingungen.", so beschreibt Schulleiterin Ute Winterberg die Situation an der Pusteblume-Grundschule in Hellersdorf. Es ist eine Brennpunktschule in einem der ärmsten Sozialräume Berlins. Von dieser Situation geht das Team der 126 Pädagoginnen und Pädagogen an der Schule mit 730 Kindern aus. Sie wissen: Hier gibt es neben besonderem Förderbedarf genauso viele Begabungen und Talente wie anderswo. Deshalb ist die Pusteblume-Grundschule auch eine der beiden BeGa-Schulen im Bezirk, die besondere Begabungen bei ihren Schülerinnen und Schülern mit Hilfe des Landes gezielt fördern.

Gordon Lemm, Marzahn-Hellersdorfer Bezirksstadtrat für Schule, Sport, Jugend und Familie, nennt die Pusteblume eine der besten Schulen im Bezirk, als er am 25. Oktober 2019 gemeinsam mit der Schulleiterin den nach der Sanierung und Aufstockung des Hauptgebäudes komplett neu gestalteten Schulhof eröffnet. Für Gebäude und Schulhof sowie die genauso tollen Freiflächen des Modularen Ergänzungsbaus (MEB) flossen insgesamt 6,4 Millionen Euro, davon 6 Millionen aus dem Stadtumbauprogramm. Zuvor waren mit Stadtumbaumitteln auch der Ergänzungsbau und die Sanierung der Sporthalle finanziert worden. Die umfangreichen Bauarbeiten hatten 2015 begonnen.

Nun gibt es beste bauliche Voraussetzungen, um die Entwicklungschancen der Kinder durch Bildung entscheidend zu verbessern. Den Begriff Bildung sollte man dabei auf keinen Fall zu eng verstehen. Es geht nicht nur um Rechnen, Schreiben und Lesen, sondern auch ums Frühstück machen, um Gesundheit und Bewegung. Deshalb hat die Schule eine Holzwerkstatt, eine Bibliothek, eine Lernwerkstatt, einen Motorikraum sowie eine kleine und eine große Schülerküche.

Nun kommt noch ein perfektes Außengelände hinzu. "Seit elf Monaten haben wir jeden Tag aus dem Fenster geschaut und uns gefreut, wie schnell es auf dem Schulhof vorangeht.", lobt Schulleiterin Winterberg die Kollegen der Garten- und Landschaftsbaufirma Fehmer. Sie verwirklichten die Pläne des Landschaftsarchitekturbüros Ahner, das nach den Wünschen der Schule und des Bezirksamtes einen Schulhof mit Spielangeboten entwarf, wie man sie kaum irgendwo sonst findet. Die in die Sanierung des Hauptgebäudes einbezogene Mensa im Souterrain erhielt eine Außenterrasse mit großen Sitzstufen. Alles ist hell und lebendig in Gelb-, Rot- und Grüntönen gehalten. 

Schon vor dem Eintreten durch den als Tor gestalteten Haupteingang, den zwei Kletter- und Rutschentürme mit einer geschwungenen Brücke bilden, sieht man die großen stählernen Pusteblumen. Das vielgestaltige Schulsymbol findet sich überall auf dem Pflaster, in der Form der Sitzpodeste und des Ballspielfeldes. Platz zum Klettern, Balancieren, Ballspielen, Hüpfen oder Ausruhen ist reichlich da. Nach dem Durchtrennen des roten Bandes durch Bezirksstadtrat Gordon Lemm und Schulleiterin Ute Winterberg nehmen die Sechs- bis Zwölfjährigen den Schulhof sofort begeistert in Besitz. Neben einem leckeren Buffet gibt es ein großes Schulfest mit vielen Mitmachständen, zu dem natürlich auch die Eltern und alle Partner aus dem Quartier eingeladen sind.

Ohne diese Partner und die enge Zusammenarbeit mit vielen Akteuren aus Gesellschaft und Verwaltung wäre die Schule längst nicht so weit gekommen. Es ist ein Geben und Nehmen: Die Schule öffnet sich für das Quartier und die vielen Mitstreiter geben ihre Impulse zurück in die Schule. So arbeitet man eng mit dem benachbarten Kinderforscher*zentrum "Helleum" und der Jean-Piaget-Oberschule sowie dem Kinder-, Jugend- und Familienzentrum im Haus Kastanie zusammen. Neben der außerschulischen Betreuung ist die Technische Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH auch Trägerin des ElternNetzWerks an der Pusteblume-Grundschule und spendete kurzfristig sogar Dienstfahrräder für den schnellen Wechsel der Pädagoginnen und Pädagogen zwischen Haupt- und Ergänzungsgebäude. Die Bibliothek wird vom Arbeitsamt gefördert und "Die Arche" stellt jeden Tag Frühstück für die Kinder zur Verfügung. Das Quartiersmanagement Hellersdorfer Promenade hilft bei der Koordination und unterstützt zum Beispiel den offenen Quartiersschulgarten. Hier ist in jedem Fall das Prinzip verwirklicht, das überall gelten sollte: Nur die Besten und das Beste für die Schulen, die es am schwersten haben. So kann die Schule den Eltern im Quartier sagen: Schaut, was für tolle Kinder ihr habt. 

Von: Text u. Fotos: Anka Stahl