Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Ideen und Kritik werden bei jeder Veranstaltung dokumentiert
Viele Interessierte wollen auf dem Laufenden bleiben
Vertiefte Informationen gibt es in der Ausstellung
Jörn Oltmann, Heike Pfeiffer, Dr. Sandra Obermeyer, Sanna Richter und Daniel Luchterhand stellen sich Fragen und Kritik
Der Stühle im Kirchsaal reichten nicht für alle

Breite Diskussion über die Neue Mitte Tempelhof

Kultur- und Bildungszentrum, Schwimmbad und Polizei erhalten Neubauten. 500 Wohnungen sind geplant
August 2019

Die "Neue Mitte Tempelhof" ist das jüngste Stadtumbaugebiet. Im Oktober 2018 wurde vom Berliner Senat beschlossen, auch hier Mittel aus dem Programm Stadtumbau zu Verfügung zu stellen. In dem grünen und etwas unübersichtlichen Areal rund um das Rathaus wird sich in den kommenden zehn bis zwölf Jahren viel verändern. Rund 200 Millionen Euro werden investiert, um mit umfangreichen städtebaulichen Neuordnungen Platz für 500 Neubauwohnungen zu schaffen. Am 15. August 2019 fand die erste der von nun an jährlich geplanten Informationsveranstaltungen zum Stadtumbaugebiet statt.

Ab 17 Uhr kamen die Gäste ins Margarete-Draeger-Haus des ev. Kirchenkreises an der Götzstraße, informierten sich in der Ausstellung und nutzten die Chance, direkt mit den Verantwortlichen zu sprechen. Im Saal reichten dann die vorgesehenen rund 120 Plätze bei weitem nicht aus. Doch die Menschen aus der Nachbarschaft nahmen für mehr als dreieinhalb Stunden auch Stehplätze in Kauf. 

Die Pläne für die Neue Mitte Tempelhof sind ambitioniert. Drei prägende öffentliche Gebäude – Polizei, Bibliothek und Stadtbad – erhalten Neubauten, die den Bürger*innen leichteren Zugang und neue Angebote und den Mitarbeiter*innen bessere Arbeitsbedingungen garantieren. Das geplante neue Kultur- und Bildungshaus direkt am Tempelhofer Damm soll neben der Bibliothek auch die VHS und die Musikschule aufnehmen sowie Raum für Ausstellungen und Veranstaltungen bieten. Die Polizei rückt dafür nach hinten, auch das Stadtbad erhält einen neuen Standort. Das Rathaus wird erweitert. Diese sogenannte "Rochade" eröffnet eine Fläche an der Götzstraße für die 500 Wohnungen, die dann ab ca. 2027 hier gebaut werden können.

Doch solche Pläne werfen bei den Betroffenen und Anwohner*innen viele Fragen auf und so mancher reagiert mit Bedenken, Sorge und auch deutlicher Ablehnung. Werden die Kitas und Schulen zu voll? Wie wird der Verkehr auf der Götzstraße geregelt, wenn die Polizei sie dann regelmäßig passiert? Welche Kleingärten müssen weichen? Warum wird hier und nicht auf dem Tempelhofer Feld gebaut? Auf dem Podium stellten sich Bezirksstadtrat Jörn Oltmann, Dr. Sandra Obermeyer, Abteilungsleiterin der zuständigen Abteilung IV der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, ihre Mitarbeiterin Sanna Richter, Oliver Wanske von der Stadtentwicklungsabteilung des Bezirks Tempelhof-Schöneberg sowie Daniel Luchterhand vom gleichnamigen Stadtplanungsbüro den Fragen und der Kritik. Heike Pfeiffer, Gebietsbeauftragte für das Stadtumbaugebiet, S.T.E.R.N. GmbH, moderierte die Veranstaltung.

Die Informationsveranstaltung war inzwischen schon der vierte öffentliche Termin rund um die Planungen der Neuen Mitte Tempelhof und es wurde versprochen, dass viele weitere folgen werden. Dieser Abend diente vor allem dazu, über den Stand der Planung zu informieren und das Verfahren zu erläutern. Denn Beteiligung ist notwendig, macht die Planungsprozesse aber auch komplexer.

Betont wurde, dass für diese immensen städtebaulichen Aufgaben der Bezirk und der Senat in besonderer Weise zusammen arbeiten. Konkret setzt der Bezirk die Projekte des Stadtumbau­verfahrens um, für das der Senat die Fördermittel bereit hält. Darüber hinaus steuert der Senat mithilfe des Stadtplanungsbüros Luchterhand ein kooperatives Werkstattverfahren, welches in Kürze startet. Nach einer derzeit laufenden Ausschreibung (www.meinauftrag.rib.de/public/publications/249877) werden vier Teams aus Stadtplanungs- und Landschaftsarchitekturbüros aufgefordert, Entwürfe für die städtebauliche Ausgestaltung des Neubaus der Infrastruktur­einrichtungen und Wohnungen im Kernbereich des Gebiets auszuarbeiten. Nach einer Auftaktveranstaltung werden diese Konzepte zwei Mal öffentlich mit den Bürger*innen und natürlich auch mit den betroffenen Einrichtungen und Ämtern diskutiert und überarbeitet. Im Frühsommer 2020 soll nach der öffentlichen Abschlussveranstaltung der Siegerentwurf bekanntgegeben werden. Im Herbst 2019 startet außerdem das Bebauungsplanverfahren 7-82b für den Bereich der Polizei mit der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung.

Fest steht in jedem Fall, dass erst der jeweilige Neubau eingeweiht wird, bevor eine alte Einrichtung weichen muss. Der Wohnungsneubau steht ganz am Ende des Prozesses. So viel Zeit brauchen Fachleute, Politik und die Anwohnerschaft, um die große Umwälzung in der "Neuen Mitte Tempelhof" zu stemmen.

Download Präsentation (PDF; 9,3 MB)

Weitere Informationen

www.berlin.de/neue-mitte-tempelhof

Von: Anka Stahl, Bearbeitung: SenStadtWohn

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