Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Blumen für die Hochbeete im Naschgarten. Das Gartenhäuschen ist schon da.
Der Paradiesvogel am 17. Mai. Die Umrisse aus Rollrasen dienen als Wege zwischen zukünftigen Beeten im Inneren.
Dorothea Loest und Ellinor Schneider wollen wiederkommen
Der Paradiesvogel ist das Symbol des Gartenprojekts
Das Projektteam Susanne Schnorbusch, Caroline v. Steinau-Steinrück, Amjed Challab, Susanne Yacoub und Katrina Blom stellte sich der Nachbarschaft vor

Erster Paradiesgarten in Marzahn-Hellersdorf öffnet im Spätsommer seine Pforten

Offene Gärten sollen gute Nachbarschaft von geflüchteten und einheimischen Menschen fördern
Juni 2019

Trotz unbeständigen Wetters trafen sich am 20. Juni 2019 etwa 40 Menschen zum Picknick im Naschgarten, der als erster der drei geplanten Paradiesgärten in Marzahn-Hellersdorf an der Schönagelstraße direkt neben der Baustelle für den Kiezpark entsteht. Gekommen waren Kinder und Senior*innen, Geflüchtete und Alteingesessene, Mitarbeiter*innen des Bezirksamtes und viele Nachbar*innen. Von den Wohnhochhäusern am Blumberger Damm haben sie einen guten Blick auf die Baustelle. Von dort ist der Paradiesvogel – das Symbol des dreiteiligen Gartenprojekts – am besten zu erkennen. Im Frühjahr ist er hier "gelandet"; dichter Rasen bildet seine Umrisse. Die beiden Nachbarinnen und Freundinnen Ellinor Schneider und Dorothea Loest wollten genau wissen, was sich dahinter verbirgt, kamen zum Picknick und setzten gleich selbst eine Pflanze zwischen die ersten reifen Radieschen.

Was hier genau mit Mitteln aus dem Stadtumbauprogramm entsteht, kann man von den Mitarbeiterinnen des Projektteams um Susanne Schnorbusch und Susanne Yacoub erfahren: Zwischen zwei Gemeinschaftsunterkünften für geflüchtete Menschen wächst ein offener Garten für alle. Schon seit dem 9. Mai fanden jede Woche Workshops auf dem Gelände statt. Gemeinsam wurden Totholzhecken angelegt, Ringelblumen gepflanzt, Rasen gemäht und am Gartenhäuschen gearbeitet. Die Nachbar*innen sind auch an der Planung beteiligt. Dazu entstanden Collagen und Zeichnungen des KinderClubs der temporären Flüchtlingsunterkunft, der die Workshops regelmäßig besucht. 

Nach einer kurzen Sommerpause wird der Naschgarten im Spätsommer gemeinsam mit dem Kiezpark eröffnet. Dann werden hier Kinder spielen und Familien sich beim Gärtnern zwanglos kennenlernen. Allmählich werden sie dabei Ängste und Vorbehalte ablegen. Neben mehr Platz für aktive Erholung ist das der Sinn dieser Projekte, wie Sabine Antony vom Stadtentwicklungsamt des Bezirks erklärt: Hier werden lebendige Treffpunkte geschaffen, um gute Nachbarschaften zu entwickeln. Sie schenkte dem Garten eine Johannisbeer­pflanze, die erst in drei oder vier Jahren Früchte tragen wird. Bisher weiß niemand, welche Farbe die Früchte haben werden: rot, schwarz oder weiß – aber alle drei Farben sind köstlich – ein Symbol für das Zusammenleben in der Nachbarschaft.

Für ihren engagierten Einsatz für die Paradiesgärten erhielt sie dann auch eine Goldene Gießkanne, ein kleines Abzeichen, das sich auch die Arbeiter der benachbarten Baustelle des Kiezparks verdient haben, die das Team vom Naschgarten nachbarschaftlich unterstützen. Auch die bezirkliche Bauleiterin des Kiezparks, Jessica Neumann, weitere Mitarbeiter des Bezirksamts und des Teams sowie der KinderClub bekamen die kleine Gießkanne zum Anstecken überreicht. Neben den Auszeichnungen verteilte das Projektteam auch Samenkugeln mit bienenfreundlichen Blumen für den Naschgarten oder jedes andere Fleckchen Erde an die Gäste. Einzige Bedingung: die Pflänzchen müssen gegossen werden.

Gießen und Pflegen werden im Sommer vor allem Amjed Challab aus der benachbarten Gemeinschaftsunterkunft und eine Gruppe der Behinderten-Werkstätten, die sich ebenfalls sehr für das Projekt engagieren. Bis zur Eröffnung bleibt noch Einiges zu tun: Hochbeete werden aufgebaut und bepflanzt, auf dem Wildwiesenhügel entstehen Plattformen zum Chillen und Picknicken. 

Im Oktober soll die Arbeit im nächsten Paradiesgarten beginnen: Der Panoramagarten entsteht an der Geflüchteten-Unterkunft in der Albert-Kuntz-Straße direkt an der U5. Zwei leitende Mitarbeiter*innen waren beim Picknick im Naschgarten dabei und freuen sich schon auf das gemeinsame Projekt.

Mehr zum Projekt Paradiesgärten

Mehr zum Projekt Kiezpark

Von: Anka Stahl

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