Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Für die Kinder dieser Stadt:
CABUWAZI lud Familien ein zum bunten Programm
… während innen Akrobatik geübt wurde.
Die offizielle Eröffnung des Jugendclubs Joker mit Architekten, Verwaltung und Politik
Besprechung der Pläne für das Außengelände des Joker
Tim und Peter haben selbst gebacken
Mühlenkiez: Planungsparty unterm Zeltdach
Ideen sammeln für die Spielplatz Thomas-Mann-Straße (Foto: Planergemeinschaft)
Bauvorhaben Michelangelostraße: Entwürfe der Bürger*innen
… und weiter entwickelte Modelle der Architekten

Tag der Städtebauförderung 2019: Wie Berliner Kinder morgen spielen – Eine neue Schule für den Mühlenkiez

Besuch von Projekten in Marzahn, Hellersdorf und im Gebiet Greifswalder Straße
Mai 2019

„Mehr Spielräume für Kinder und Jugendliche“ – so lautete eines der drei Themenfelder des nunmehr 5. Tages der Städtebauförderung am 11. Mai in Berlin. So verwundert es nicht, dass bei mehr als einem Drittel der 52 Events an diesem Tag die Kinder und Jugendlichen den Ton angaben. Wir haben einige dieser Veranstaltungen zusammengefasst:

CABUWAZI in Marzahn

Fröhliches Treiben rund um die im April 2019 neu eröffnete CABUWAZI-Sporthalle am S-Bahnhof Raoul-Wallenberg-Straße: Während in der Halle an den Ringen und am Rhönrad eifrig trainiert wurde, besuchten Nachbarn die Infostände im Hof oder verfolgten bei Kaffee und Kuchen das Programm auf der Gartenbühne. Dort begrüßte Standortleiter Fabian Gröger das Publikum. Marzahn-Hellersdorfs Jugendstadtrat Gordon Lemm erinnerte angesichts der bevorstehenden Europa-Wahl daran, dass viele Stadtumbaumaßnahmen auch mit Geldern aus Brüssel ermöglicht wurden. Das Geld von Land und Bund ist auch hier gut angelegt, denn Kinder aus verschiedenen Kulturen kommen auf dem Gelände bei Sport und Spiel zusammen. Mit Liedern, Akrobatik und Tanz gestalteten die Kids das Bühnenprogramm zur Freude ihrer Familien, die wiederum Kuchen fürs Buffet beisteuerten. Das Quartiersmanagement und die beiden Förderprogramme „Stadtumbau“ und „BENN“ unterstützen den Kinder- und Jugendzirkus in seiner Funktion als wichtiger Anker für das Quartier.

Ein Joker für Hellersdorf

Einen Joker im Spiel zu haben, erhöht bekanntermaßen die Gewinn-Chancen. Gewonnen haben die Kinder, die regelmäßig den Jugendclub gleichen Namens besuchen, und das pädagogische Personal vom Trägerverein Kids & Co auf jeden Fall! Sie alle haben ein Jahr mit einem Ausweichquartier vorliebnehmen müssen und wurden dafür jetzt umso mehr belohnt. Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung unweit der „Gärten der Welt“ ist mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau umfangreich saniert worden – und kann sich sehen lassen. Über 1 Mio. EUR sind in das Gebäude geflossen, eine weitere Tranche für die Gestaltung des Außenbereichs steht noch aus. Während des kleinen Eröffnungsfestes lobten Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle und ihr Kollege Gordon Lemm die gute Zusammenarbeit zwischen Bauherren und Bezirk. Dr. Sandra Obermeyer von der Senatsverwaltung freute sich als erfahrene Jugendpolitikerin, dass auch dieses Haus über den Stadtumbau in eine moderne Einrichtung verwandelt werden konnte. Sie gab den Kids mit auf den Weg, selbst darauf zu achten, dass es lange so bleibt.

Bei der anschließenden Führung durchs Gebäude erklärten die Architekten Prof. Silke Straub und Olaf Beutin das Konzept. Kernziele waren die energetische Sanierung und die Barrierefreiheit. Sogar an eine Induktionsschleife für Menschen mit Hörgeräten wurde gedacht. Den Grundriss des Clubs hat das Büro grundlegend verändert und dadurch mehr Räume geschaffen. Auffällig sind die fast bodentiefen Fenster. Besonders beliebt ist auch der zweite Ausgang zum Hof. In der neuen Küche hatten Tim und Peter für diesen Anlass einen saftigen Streuselkuchen gebacken und freuten sich, dass er allen mundete. Während im Kursraum die Gäste bei einer Tasse Kaffee und einem liebevoll gestalteten Buffet verweilten, wurde draußen der neue Grill eingeweiht und die Hüpfburg von einer fröhlichen Kinderbande in Beschlag genommen.

Planungsparty im Mühlenviertel

Planen als Kinderspiel: So einfach könnte es sein! Die jüngsten Bewohner*innen des Mühlenviertels an der Greifswalder Straße machten es sich jedenfalls leicht und kreuzten mit dicken Filzstiften an, welche Geräte sie auf einem modernen Spielplatz bevorzugen. Der Ort der Planungsparty war gut gewählt, liegt doch der Spielplatz Thomas-Mann-Straße an einem häufig benutzten Weg zum S-Bahnhof. Derzeit sind mehrere Geräte eingezäunt und nicht benutzbar. Auch das Umfeld sieht traurig aus und bedarf dringend einer Erneuerung.

Die Kinder störte dies an diesem 11. Mai weniger, denn Kinderschminken, Riesenseifenblasen und Malstifte auf den Tischen ließen keine Langeweile aufkommen. Die "Samba Kids" sorgten mit ihren Trommeln für die richtige Stimmung. Derweil nahmen sich die Erwachsenen Zeit an den beiden Pavillons ins Gespräch zu kommen. Auf Infotafeln wurden die Aufwertung und Neugestaltung des Spielplatzes Thomas-Mann-Straße, des Einsteinparks und die Standorte für rund 45 zusätzliche Bänke dargestellt, alles Projekte, die bis 2021 verwirklicht werden. Mitarbeiter*innen des Stadtentwicklungsamtes Pankow, der Gebietsbeauftragten Planergemeinschaft eG und der beauftragten Landschaftsarchitekturbüros herrburg und Belvedere moderierten die Diskussionen, notierten weitere Vorschläge und beantworteten Fragen zum Fortgang der Projekte im Stadtumbaugebiet.

Eine neue Schule für den Mühlenkiez

Nur wenige hundert Meter entfernt wurde sichtbar, wie das Gebiet an der Michelangelostraße in 15 Jahren aussehen könnte. Dort, in der ehrenamtlich betriebenen KulturMarktHalle an der Hanns-Eisler-Straße, waren die Ergebnisse der gerade abgeschlossenen Beteiligungsphase zum neuen Wohngebiet ausgestellt. Das Verfahren dauerte fast zwei Jahre und soll in einen festgesetzten Bebauungsplan münden. Das weitere Planungsverfahren soll durch einen Planungsbeirat begleitet werden.

Wie jeden Tag waren Familien aus dem Kiez zu Gast, betrachteten die gegenwärtige Kunstausstellung oder plauderten im gemütlich eingerichteten Café. Nebenan, im früheren Verkaufsraum der DDR-Kaufhalle, diskutierten die Gäste über die vier von den Bewohner*innen konzipierten Modelle. Parallel dazu waren die daraus resultierenden Prinzipienentwürfe zu besichtigen. Immer wieder kam es zu engagierten Diskussionen mit den Mitarbeiter*innen des Stadtentwicklungsamtes Pankow und des Büros "die raumplaner". Die geplanten 1.200 Wohnungen und das dafür notwendige Umfeld werden auch in Zukunft ein Diskussionsthema bleiben, das ist sicher. Ein etwa zehnjähriges Mädchen, das den Unmut der Älteren über den Rückbau von Parkplätzen zugunsten einer neuen Grundschule gar nicht verstand, brachte es auf den Punkt: Warum sind eigentlich Parkplätze wichtiger als Spielplätze oder ein schöner Schulhof?

Von: B. Gericke / Redaktion Stadtumbau