Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Wuchtig und mitten im Grünen: Das Gebäude "100" der Staatssicherheit
Staatssekretär Sebastian Scheel..
... und Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn begrüßen die Gäste
Dr. Christian Halbrock führte über 100 Gäste durch das ehemalige Klinikum
Die Besucher*innen im ehemaligen Speisesaal
Trotz Graffiti noch schön: die Metallkunst am und im Gebäude

Tag der Städtebauförderung 2019: Rundgang im ehemaligen Stasi-Krankenhaus Buch

Ein Blick in die Vergangenheit, bevor etwas Neues entsteht
Mai 2019

Der Berliner Staatssekretär für Wohnen, Sebastian Scheel, und der Pankower Baustadtrat Vollrad Kuhn begannen den 5. Tag der Städtebauförderung am 11. Mai 2019 in Buch. Der Ortsteil ganz im Norden von Pankow ist bekannt für sein Netz an hochspezialisierten medizinischen Einrichtungen. Hier wird geforscht, geheilt und gelehrt – so wie es Berlins Stadtbaurat Ludwig Hoffmann vor mehr als 100 Jahren konzipiert hatte. Liebevoll restaurierte Stationen, moderne Kliniken und Forschungslabore prägen das Bild von Berlin-Buch.

Bis auf zwei Gebäude, die vor Jahren schon in einen Dornröschenschlaf versanken, nämlich die ehemaligen Krankenhäuser der DDR-Regierung und der Staatssicherheit. Bevor letzteres perspektivisch einer Wohnbebauung weichen soll, durfte man einen Tag lang einen Blick in das Innere des wuchtigen, 1980 eröffneten Gebäudes werfen. Insgesamt drei Führungen organisierte die Planergemeinschaft für Stadt und Raum eG, die als Gebietsbeauftragte des Stadtumbau­gebietes Berlin-Buch über genaue Ortskenntnis verfügt und die Erneuerung und Weiterentwicklung zahlreicher öffentlicher Bauten und Freiflächen begleitet – von der Kita bis zum Sportplatz.

An diesem 11. Mai übernimmt die Führung der versierte Historiker Dr. Christian Halbrock von der Stasiunterlagen-Behörde. Da dieser Ort, versteckt hinter hohen Bauzäunen, normalerweise für die Allgemeinheit nicht zugänglich ist, haben sich neben Sebastian Scheel zahlreiche Gäste angemeldet, darunter Dr. Sandra Obermeyer, die zuständige Abteilungsleiterin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen. Die Neugierigen hatten zum Teil eine lange Anfahrt hinter sich, schließlich bekommt man selten solche Einblicke. Andere sind eigentlich Nachbarn, hatten das in den Stasi-Unterlagen als „Gebäude 100“ bezeichnete Haus aber noch nie betreten.

Christian Halbrock und die Planergemeinschaft hatten den Besuch gut vorbereitet: Mit Neonfarbe waren Laufwege gekennzeichnet, Lampen für die dunklen Flure bereit gelegt und an einzelnen Orten Kopien historischer Fotos aufgehängt. Den Besucher*innen blieb oft vor Staunen der Mund offen, denn Christian Halbrock hatte nicht nur zahlreiche Anekdoten parat, sondern nannte auch viele Fakten, die allgemeines Kopfschütteln verursachten. So war die Klinik trotz Mangelwirtschaft mit der besten Medizintechnik aus dem Westen ausgestattet, verfügte über autarke Wärme- und Wasserversorgungen und hatte eine exzellente Personalausstattung – nicht nur in fachlicher, sondern auch in quantitativer Hinsicht. Herrschte in der DDR gerade in den 1980er-Jahren im Gesundheitswesen überall ein eklatanter Mangel, so betreute hier eine Schwester nur zwei Patienten. Trotz der starken Vandalismus-Schäden am Gebäude wird sichtbar, dass auch bei der Raumgestaltung nicht gespart wurde, weder am Mobiliar noch bei der bemerkenswerten Kunst am Bau.

Zumindest diese für die Nachwelt zu bewahren, wäre eine lohnenswerte Aufgabe, so das Credo mehrerer Gäste. Manche wünschen sich, dass der Dornröschenschlaf andauern möge und die Natur hier einfach wuchern könnte. Doch die meisten finden gut, dass hier endlich etwas passiert und neue Wohnungen entstehen, so wie es im geänderten Flächennutzungsplan von 2019 dargestellt ist. Potenzielle Miet-Interessenten gibt es in dieser Stadt ohnehin mehr als genug. 

Von: B. Gericke / Redaktion Stadtumbau

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