Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen Roland Jahn (links) und der Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur Tom Sello
Im Foyer: Ausstellung zur Geschichte und Entwicklung des Campus für Demokratie
Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen
Eigentumsverhältnisse auf dem Campusgelände
Wohnprojekt WiLMa auf dem ehemaligen Stasigelände
Zahlreiche Ideen wurden dokumentiert
Senatorin Lompscher im Gespräch mit Tom Sello, Roland Jahn und Bezirksbürgermeister Michael Grunst

3. Standortkonferenz zum Campus für Demokratie tagte

Machen Sie mit! Gefragt sind weitere Vorschläge zur Standortentwicklung
März 2019

Der Ort der Überwachung und Unterdrückung, die ehemalige Stasi-Zentrale zwischen Normannen-, Rusche-, Magdalenenstraße und Frankfurter Allee, soll zum Campus für Demokratie werden – diese Idee verfolgen der Bundesbeauftragte für die Stasi- Unterlagen (BStU), Roland Jahn, und viele Mitstreiter schon seit 2012. Ein weiterer Schritt wurde am 4. März 2019 auf der 3. Standortkonferenz getan: Erstmals seit den Beschlüssen des Berliner Abgeordnetenhauses und des Bundestages war die gesamte Stadtgesellschaft eingeladen, sich in die Diskussion einzubringen. Dies geschah am historischen Ort, im jetzigen Finanzamt für Körperschaften II in der Magdalenenstraße. Nach dem Krieg wurde es von der Sowjetischen Militäradministration besetzt und 1950 von der Stasi übernommen worden. Von hier breitete sich der undurchdringliche Block des Ministeriums immer weiter aus und entwickelte sich nach und nach zu einer nach außen hin abgeschotteten „Stadt in der Stadt“.

Etwa 100 Gäste hörten die einführenden Worte von Michael Grunst, Bezirksbürgermeister von Lichtenberg, von BStU Roland Jahn und von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher. Die Moderation übernahm Udo Dittfurth als Vertreter des 2018 eingerichteten Standortmanagements für den Campus für Demokratie.

Man wolle auf der Veranstaltung die Ziele der Campusentwicklung diskutieren und konkretisieren, so Senatorin Lompscher. Auf ihre Erwartung, bis zum 30. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November dieses Jahres sollten bereits erste praktische Schritte getan sein, entgegnete Roland Jahn: Wir sind nicht in der Stunde Null. Der Campus für Demokratie werde schon gelebt und von vielen Akteuren getragen. Aber der Standort bietet viel mehr Potenzial!

Mit dem hier ansässigen Archiv der DDR-Opposition, der Freiluft-Ausstellung "Revolution und Mauerfall", dem Stasimuseum, regelmäßigen Veranstaltungen zu Themen wie Pressefreiheit im Haus 21 und nicht zuletzt der Arbeit des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen selbst sind schon viele Säulen eines vielfältigen Lernortes vorhanden. Diesen als Campus mit einer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung gemäß zu entwickeln, sei "eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen", so Roland Jahn.

Noch zeigt sich der 7 Hektar große Block nach innen gekehrt und verschlossen, obwohl im Inneren mit den vielen Besuchern der Archive und Ausstellungen sowie des Ärztehauses reges Leben herrscht. Es gibt kulturelle Nutzungen und ein Café, an der Magdalenenstraße wird gewohnt. Doch es stehen 50.000 Quadratmeter Nutzfläche leer. Ungefähr die Hälfte der Flächen gehört heute noch dem Bund und dem Land Berlin. Es gibt viele Akteure mit unterschiedlichen Flächenanteilen und zum Teil gegensätzlichen Interessen.

Dr. Christian Booß vom Bürgerkomittee "15. Januar" e. V. betonte in seinem Vortrag zur Geschichte des Veranstaltungsortes, dass der Erhalt des gesamten Ensembles wichtig sei, um die Dimension der Überwachung zu verdeutlichen. Mit den Spuren der Vergangenheit solle behutsam umgegangen werden, was in den Jahren seit 1990 nicht immer der Fall war. Der Bund beabsichtigt, die Stasi-Unterlagen sowie die Akten der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv zusammenführen. Dazu wird die Idee eines Archivzentrums zur DDR- Geschichte auf dem Areal verfolgt. Auch das Ärztehaus soll erweitert werden. Das Land Berlin möchte Arbeitsräume für Künstlerinnen und Künstler zur Verfügung stellen. Es fehlt an Gastronomie für die zahlreichen Ausstellungsbesucher aus dem In- und Ausland. Für das leerstehende Haus 18 an der Normannenstraße gibt es verschiedene Ideen von Künstlerinitiativen, Nachbarn dringen auf eine bessere Vernetzung mit den umliegenden Quartieren.

Diese und viele weitere Vorschläge und Wünsche wurden an fünf Thementischen diskutiert und aufgeschrieben. Senatorin Lompscher wünschte sich zum Abschluss eine breit getragene Zukunft für den Campus der Demokratie. Alle bisher gesammelten Vorschläge sind auf der Beteiligungsplattform mein.berlin.de abrufbar. Gleichzeitig geht der Diskussionsprozess dort weiter. Bis zum 1. April können Ideen eingereicht werden und zwar auch

Hier finden Sie weitere Informationen und Materialien zum Campus für Demokratie, Pläne sowie Dokumentationen und Ausstellungstafeln

Von: Anka Stahl, Fotos: Bianka Gericke, Anka Stahl (Foto 2, 5)

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