Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Winfried Müller-Brandes vom Büro stadtraum erklärt die drei Varianten
Erörterung der Vorschläge zur barrierearmen Umgestaltung mit Annegret Unger (l.) und Tino Sill (r.) vom Büro VCDB
Angeregte Diskussion zu Entwürfen für das Vorfeld des Staaken-Centers

Brunsbütteler Damm/ Heerstraße: Weit in die Zukunft denken

Bürgerwerkstatt diskutiert über Maßnahmen im Umfeld des Staaken-Centers
November 2018

Bei Kiezrundgängen am 4. September 2018 rund um das Einkaufszentrum an der Obstallee (siehe eigener Bericht) hatten Anwohnerinnen und Anwohner deutlich gemacht, wo es nach ihrer Sicht diverse Stolper- und Gefahrenstellen, Schmutzecken und diffuse Angsträume gibt. Die Liste der Mängel ist lang – kein Wunder, schließlich wurde das Ensemble aus Hochhäusern und Einkaufszentrum vor mehr als 40 Jahren erbaut und seitdem nur wenig umgestaltet.

Deshalb erarbeitet das Büro stadtraum im Rahmen des Programms Stadtumbau eine Machbarkeitsstudie zur Anpassung des Umfeldes an heutige und künftige Bedürfnisse. Erste Zwischenergebnisse stellten die Ingenieure in einer Bürgerwerkstatt am 27. November 2018 im Gemeinwesenverein Heerstraße vor.

Ihre drei Varianten präsentierten Winfried Müller-Brandes und Stephan Schmidt von stadtraum unter den Schlagworten „Platz genommen“, „Platz gemacht“ und „Platz gerahmt“. In allen drei Entwürfen soll die Mittelinsel der Obstallee mit der nördlichen Zufahrt in Richtung Staaken-Center zugunsten eines modernen Stadtplatzes aufgegeben werden. Die Straße wäre dann schmaler, der Begegnungsraum jedoch größer – und die Überquerung für Fußgänger deutlich kürzer. Dies würde nach Meinung der Verkehrsplaner dem großen Wunsch nach schöneren Orten zum Verweilen gerecht und brächte gleichzeitig Fußgängern und Radfahrern mehr Sicherheit.

Die Gebietsbeauftragte Nadine Fehlert wies darauf hin, dass die Zahl der Fußgänger nach der Fertigstellung des in der Obstallee geplanten Bildungs- und Gesundheitszentrums noch steigen wird. Die Gäste teilten an diesem Abend nicht alle die Meinung der Ingenieure und machten bei der Diskussion an den drei Stellwänden auf mögliche Schwachstellen aufmerksam. Mehrere Anwohner gaben zu bedenken, dass Plätze für Kurzzeitparken dringend notwendig seien und die angedachte Verlegung der Bushaltestelle vielleicht noch mehr Konflikte schaffen könnte.

Trotz der emotionalen Diskussion um die Sache wurde deutlich, dass allen an einer Verbesserung der derzeitigen Situation sehr gelegen ist. Viel Zustimmung gab es dann auch für die Entwürfe des Büros VerkehrsConsult (VCDB), das parallel im Auftrag des Bezirksamtes bauliche Maßnahmen für ein barrierearmes Umfeld plant. So sollen bereits 2019 an mehreren Stellen in der Großsiedlung Obstallee Gehweg-Vorstreckungen und abgesenkte Bürgersteigkanten gebaut werden, im Interesse von Eltern mit Kinderwagen, Menschen mit Gehbehinderung, aber auch der Autofahrer, denn schließlich erhöht sich damit die Verkehrssicherheit für alle.

Die Arbeit an der Machbarkeitsstudie für das Umfeld des Staaken-Centers geht noch weiter. Nach dem deutlichen Votum der Bürgerwerkstatt für Variante 1 – „Platz genommen“ – werden die Planer mit Gewerbetreibenden und dem Besitzer des Staaken-Centers in die nächste Diskussionsrunde treten. Im Gepäck haben sie dabei die zahlreichen Ergänzungsvorschläge aus der Bevölkerung. Das fertige Konzept wird in einer Informationsveranstaltung im Frühjahr 2019 vorgestellt. Dann kann die Planung ausgeschrieben werden, bevor 2020 die Umsetzung beginnt.

Zum Nachlesen: Präsentation der 3 Platz-Entwürfe zum Staaken-Center und das Konzept zu mehr Verkehrssicherheit in der Siedlung Obstallee

Von: Bianka Gericke / Redaktion Stadtumbau

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