Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Ins Modell gesetzt: die Wünsche der Kinder aus dem Kiez
Nachbar Siegismund Draub im Gespräch mit der Landschaftsarchitektin Regine Lechner
Nadine Fehlert fasst die Ergebnisse der drei Werkstatt-Runden zusammen.

Charlottenburger Norden: „Grün ohne Grenzen“

Bürgerwerkstatt am 27. September zur Neugestaltung der Grünverbindung am Halemweg
September 2018

Selten ist in einer Abendveranstaltung zum Stadtumbau die erste Reihe mit jungen Leuten besetzt. Doch Dzhem, Dominik und die anderen aus dem Jugendclub Halemweg wollen an diesem 27. September im Stadtteilzentrum selbst ihre Wünsche für den neuen Stadtpark vorbringen. Ihnen ist es wichtig, dass der vorhandene Bolzplatz am Halemweg weiter bestehen bleibt. Vor einiger Zeit musste der marode Bolzplatz auf der Grünverbindung aufgegeben werden, weil der U-Bahnhof Halemweg barrierefrei umgestaltet wird und dafür Baufreiheit geschaffen werden musste. Lukas Teucher und Isabella Schmitt vom Büro stadt.menschen.berlin hatten im Vorfeld mit Kindern und Jugendlichen Ideen erarbeitet, wie der neue Park zwischen Halem- und Popitzweg aus jugendlicher Sicht aussehen könnte. Daraus sind vier große Modelle geworden – alle mit einem Platz zum Ballspielen im Mittelpunkt. Diese Modelle stehen nun für die Gäste sichtbar im Saal. 

Landschaftsarchitektin Regine Lechner, die an diesem Abend im Auftrag des Bezirkes erste Gestaltungsvarianten vorstellt, hat schon einige Wünsche der Kinder mitgeplant. Eingeflossen sind ebenso die Vorschläge der älteren Anwohnerinnen und Anwohner. Diese mahnten eine bessere Beleuchtung der Wege an, mehr Bänke, ein Café sowie eine Toilette, Mülleimer und Hundekotbeutel sowie eine öffentliche Toilette. „Alles umzusetzen, ist leider nicht möglich, denn wir haben sehr enge Rahmenbedingungen,“ erläutert Frau Lechner. So darf z.B. der darunter liegende U-Bahn-Tunnel nicht mit schwerem Baugerät belastet oder durch Fundamente beschädigt werden. Auch den Denkmalschutz gilt es zu bedenken, schließlich gehört ein Teil des Weges zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Trotz dieser Einschränkungen sind die meisten der Anwesenden froh, dass der langgestreckte Park mit seinen 11.000 qm Fläche neugestaltet werden soll, und dass dafür Gelder aus dem Programm Stadtumbau bereitstehen. In den anschließenden drei Werkstattrunden diskutierten die Bewohnerinnen und Bewohner sehr engagiert und sachbezogen über die beiden Vorschlagsvarianten. Die Stadtplaner und Landschaftsarchitektinnen sammelten die zahlreichen konkreten Vorschläge sichtbar für alle an den Pinnwänden. Zur Sprache kamen dabei auch die vielen Kaninchen, deren Appetit die neuen Pflanzen schnell zunichte machen könnte. Was den heute genutzten Weg anbelangt, müsste unbedingt deren Eigentümer – die Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Wohnen – weiterhin in die Gespräche einbezogen werden.

Es ist für alle befruchtend, dass an diesem Abend Eltern, Senioren und junge Leute mitdiskutieren. So wächst auch das Verständnis füreinander und die Bereitschaft, einen Konsens zu erreichen.

Am Ende stellten Nadine Fehlert, Gebietsbeauftragte für den „Charlottenburger Norden“ und ihre beiden Kollegen Tim Nebert und Karsten Scheffer vom Planungsbüro Jahn, Mack & Partner die Ergebnisse dem Publikum vor. Erstaunlich, dass in allen drei Werkstätten die Variante 2 „Grün ohne Grenzen“ Zuspruch erhielt. Sie überzeugte wegen der durchlässigen, offen und transparent konzipierten Grünfläche und der ruhigeren Gestaltung nach dem Motto „Weniger ist mehr“.

Für die Landschaftsarchitektinnen ist dies ein eindeutiges Votum. Sie werden aus den Vorschlägen bis zum Jahresende einen Entwurf vorlegen, der dann noch einmal mit der Nachbarschaft besprochen werden soll. Und der Bolzplatz? Dzhem und Dominik können sich freuen: ihr Veto hat sich gelohnt, denn die Sportfläche steht ganz oben auf der Prioritätenliste.  
Download: Präsentation der beiden Varianten @ Büro Lechner Landschaftsarchitekten​​​​​​​

Von: B. Gericke / Redaktion Stadtumbau

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