Stadtumbau Berlin Ost und West  

 

Stadtumbau Ost und West

Aktuelles


Spatenstich durch Stefan Tidow, André Schmitz, Inge Deutschkron und Regula Lüscher (von links)
An der Heidestraße entsteht der neue Stadtplatz
André Schmitz verliest die Worte von Inge Deutschkron

Im Herzen der Europacity entsteht bis 2019 der Otto-Weidt-Platz

Der Namensgeber rettete in der Zeit des Nationalsozialismus zahlreichen jüdischen Menschen das Leben
April 2018
Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hat schon viele Spatenstiche erlebt, doch dieser für den neuen Stadtplatz an der Heidestraße am 17. April 2018 ist für sie ein ganz besonderer. Nicht nur sie, sondern auch Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, und André Schmitz, ehemaliger Kulturstaatssekretär, sowie die vielen Gäste der Veranstaltung sind tief bewegt. Am wichtigsten ist dieser Tag jedoch für die Schriftstellerin Inge Deutschkron. Die hochbetagte Zeitzeugin hat sich jahrelang intensiv dafür eingesetzt, dass ein Platz in Berlin nach ihrem Retter Otto Weidt benannt wird. Nun ist es endlich soweit: Mit dem Otto-Weidt-Platz entsteht innerhalb von zwei Jahren der zentrale Platz in der neuen Europacity. In die insgesamt 3,6 Millionen teure Baumaßnahme fließen 750.000 Euro aus dem Stadtumbauprogramm ein. Der rund 10.000 Quadratmeter große Platz wird durch die anliegenden Geschäfte und die Gastronomie belebt, gleichzeitig sorgt die großzügige Gestaltung für genügend Möglichkeiten zur Ruhe und Kontemplation. Den Mittelpunkt bildet ein großer Wasserstein mit Sprühfontänen. Zum Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal führt eine großzügige Freitreppe, eine Fußgängerbrücke soll später hier den Kanal überspannen. Noch muss man seine Fantasie spielen lassen, um sich hier, wo sich auf allen Seiten Kräne für Wohn- und Geschäftsbauten drehen, einen städtischen Platz vorzustellen. Als André Schmitz das Grußwort von Inge Deutschkron verliest, werden ihre Erlebnisse für die Gäste lebendig. Die Schriftstellerin, die als Zeitzeugin auch viel in Schulen tätig war, schildert eindringlich den Mut und den Witz Otto Weidts, der jede Chance nutzte, den bedrohten Juden zu helfen. Selbst erblindet, besorgte er gefälschte Papiere, Essen und Verstecke und brachte alle Mitarbeiter*innen seiner Blindenwerkstatt sogar kurz vor der geplanten Deportation von der Polizeiwache wieder zurück. An diese Ereignisse erinnert heute ein Museum in seiner ehemaligen Werkstatt in der Rosenthaler Straße. Zehntausende Menschen werden jeden Tag über diesen Platz gehen. Durch seinen Namen wird das Gedenken an diese Zeit weitergetragen und auch die Erinnerung daran, dass Widerstand gegen Unmenschlichkeit jederzeit möglich und nötig ist.
Von: Anka Stahl

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