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    Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Südliche Friedrichstadt

Mehringplatz


Der Mehringplatz heute (Luftbild); Quelle: Henrik Pohl
Der Mehringplatz heute (Luftbild); Quelle: Henrik Pohl
Lageplan - Mehringplatz, Friedenssäule und Brunnen
Lageplan

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Geschichte und Entwicklung

Die Anlage des heutigen Mehringplatzes geht auf das 1734 entstandene Rondell - ab 1815 Belle-Alliance-Platz – zurück. 1839 wurde der zum Exerzieren und für Märkte genutzte Platz zu einem Stadtplatz mit einer repräsentativen Grünfläche umgestaltet. Begrenzt wurde der Platz anfangs von einer barocken Bebauung, die während der Gründerzeit von einer vier- bis fünfgeschossigen Wohnbebauung im klassizistischen Stil ersetzt wurde. Nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges wurde der Mehringplatz in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wieder hergestellt, allerdings ohne die begrenzende Bebauung. 1959/1962 gewann der Architekt Hans Scharoun einen städtebaulichen Wettbewerb. Etliche der von ihm vorgesehenen Elemente wurden in der Neubebauung von Werner Düttmann zwischen 1968 und 1975 umgesetzt, so die Bebauung in zwei Ringen, die den Platz maßgeblich verkleinerte. Anderes wie die von Scharoun vorgesehene Mischnutzung war nach dem Mauerbau nicht mehr möglich und wurde zugunsten des stark schematischen, sozialen Wohnungsbaus aufgegeben. Die Nutzung des inneren Kreises als Grünfläche und Fußgängerzone blieb jedoch erhalten.

Das zentrale Element des Platzes ist die fast 19 Meter hohe Friedenssäule, die zwischen 1840 und 1843 als Gemeinschaftsarbeit von Baurat Christian Gottlieb Cantian und dem Bildhauer Christian Daniel Rauch geschaffen wurde. Sie steht in der Mitte des Mehringbrunnens. Die flankierenden Sitzfiguren wurden 1879 von Albert Wolff („Friede“) und 1878 von Ferdinand Harzer („Klio“) geschaffen. Säule und Brunnen wurden 2006 aufgrund von Standsicherheitsproblemen und Bauwerkschäden mit dem Ziel einer Restaurierung abgebaut.

Der gesamte Mehringplatz mit seinen zwei Gebäuderingen, der inneren Platzfläche sowie dem äußeren Erschließungsring steht als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Teil der Denkmalbedeutung mit seinen noch ablesbaren Elementen der unterschiedlichen Epochen ist, dass der Mehringplatz als ein verkehrsberuhigter Raum des Rückzugs, der Ruhe und Regeneration für die Anwohner fungiert.

Umgestaltung und Sanierung

Die Förderung im Rahmen des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz unterteilt sich in zwei Schwerpunkte:
  • Die Instandsetzung der platzbestimmenden Friedenssäule, der am Platzrand stehenden Figuren und des Mehringbrunnens
  • Die Neugestaltung und Aufwertung der Freifläche durch Instandsetzung bzw. Neuanlage von Wegen, Pflanzbereichen, Beleuchtung etc.

Sitzfigur 'Klio', 2006; Foto: mara pinardi Architekten
Sitzfigur "Klio", 2006;
Fotos: mara pinardi Architekten
2013/14 wurden die Bau- und Restaurierungsarbeiten an der denkmalgeschützten Friedenssäule, dem demontierten "Engel" der Friedenssäule und den Statuen am Platzrand sowie die Erneuerung des historischen Brunnens durchgeführt. Dabei wurden die ursprünglichen Materialien wiederverwendet oder soweit wie möglich wiederhergestellt. Die am südlichen Platzrand befindlichen Sitzfiguren "Friedensgöttin" und "Klio" wurden bildhauerisch instandgesetzt. Während der Restauration wurden auch die teilweise noch vorhandenen Kriegsschäden repariert. Im Zuge der Arbeiten wurde ebenfalls die veraltete Brunnentechnik erneuert. Die bisherige frischwassergespeiste Anlage wurde auf ein betriebskostenfreundliches und trinkwassersparendes Wasserumlaufsystem mit Wasseraufbereitungsanlage umgestellt.

Wiederhergestellte Friedenssäule, August 2015; Foto: BSM mbH
Wiederhergestellte Friedenssäule, August 2015; Foto: BSM mbH
 
Die Restaurierung der denkmalgeschützten Friedenssäule und Statuen am Platzrand sowie die Erneuerung des historischen Brunnens waren ein erster Schritt zur Aufwertung des Gartendenkmals Mehringplatz. Mit dem Vorhaben wurde ein wichtiger Beitrag zur Wiederherstellung des früheren historischen Teils der Platzgestaltung geleistet. Der Mittelpunkt des heutigen Mehringplatzes erhielt seinen ursprünglichen Charakter und damit seine Identität stiftende Wirkung zurück.

Für die Um- bzw. Neugestaltung des Mehringplatzes fand 2014 ein Planungsverfahren in Form eines Workshop Verfahrens zu dem Bereich der südlichen Friedrichstadt um die Plätze Mehring- und Blücherplatz gemeinsam mit den Bürgern statt. 2015 fand im Anschluss daran ein Ideen- und Realisierungswettbewerb statt.

Die aus dem Wettbewerb hervorgegangene Entwurfskonzeption sieht einen ruhigen, grünen Innenbereichs sowie einen aktiven Außenbereichs vor. Durch die einheitliche Rasenfläche im Zentrum des Platzes soll eine großzügige, offene Fläche entstehen, die als Spiel- und Liegewiese genutzt werden kann. Um die Rasenfläche herum wird der aktive, steinerne Ring des Platzes arrangiert werden. Bewegungen, Angebote und Funktionen werden verstärkt in diesem neu definierten Bereich integriert. Der aktive Ring soll sich aus den befestigten Flächen des äußeren Ringes, der Zone unter dem inneren Gebäudering und dem Ring der Hochbeete im inneren Rondellbereich zusammensetzen, deren Verbindung der Kern der Entwurfsidee ist.

Ziel der Umgestaltung ist es den Platz - unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange - zu einem innerstädtischen Platz mit hoher Aufenthaltsqualität für Bewohner und Besucher umzugestalten. Die Umgestaltung umfasst die Neupflasterung der Außenflächen unter Berücksichtigung von Belangen, wie Minderung des Lärms durch Rollkoffer der Touristen im Wohnbereich, Befahrbarkeit für Wartungsarbeiten usw. Für Radfahrer wird ein Asphaltring entstehen. Die Erschließung des Rondells erfolgt dreigliedrig. Vielfältige Sitzmöglichkeiten sowie eine Verbesserung der Ausstattung mit Fahrradständern, Abfallbehältern und Pollern dienen der Steigerung der Aufenthaltsqualität. Die Sanierung der Treppenanlage als Zugang zum Platz gehören genauso wie die Erneuerung der Hochbeete und die moderne Ausstattung mit Anlagen der Be- und Entwässerung zu den Maßnahmen, die ab 2019 auf dem Mehringplatz umgesetzt werden.

Daten

  • Baujahr/Entstehung:
    Friedenssäule: 1840–1843, Gemeinschaftsarbeit von Christian Cantian und Christian Daniel Rauch
    Sitzfigur "Friede": 1879, Albert Wolff
    Sitzfigur "Klio": 1878, Ferdinand Hartzer
  • Denkmalart Mehringplatz: Gartendenkmal
  • Eigentümer: Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Restauration und Wiederaufbau der Friedenssäule, Erneuerung der veralteten Brunnentechnik, bildhauerische Instandsetzung der Figuren am Platzrand, Neupflasterung der Außenflächen, Herstellung eines asphaltierten Radfahrrings, Herstellung von unterschiedlich hohen Rasenkanten und Sitzmöglichkeiten, Verbesserung der Ausstattung mit Fahrradständern, Abfallbehältern und Pollern, Erneuerung der Treppenanlage, Sanierung der Hochbeete, Ausstattung zur Entwässerung der Pflasterflächen und Bewässerung der Grünflächen, Erneuerung der Beleuchtungsanlage
  • Architekten:
    mara pinardi Architekten, Berlin (Instandsetzung Friedenssäule, Figuren)
    ARGE Lavaland GmbH & Treibhaus, Berlin (Entwurfsplanung Mehringplatz)
  • Gesamtkosten/Fördermittel: 650.000 € Instandsetzung Friedenssäule, Figuren, Brunnen. ca. 5,9 Mio. €
    Neugestaltung des Mehringplatzes und der angrenzenden Fußgängerbereiche
  • Geplante Fertigstellung:
    Instandsetzung Friedenssäule, Figuren: 2014
    Neugestaltung Mehringplatz: 2021

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