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Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion Berlin 2002-2020 mit Schwerpunkt
Bevölkerungsprognose für Berlin

Ergebnisse für Teilräume in der Metropolregion


Für einen ersten Überblick über räumliche Bevölkerungsverlagerungen innerhalb der Metropolregion werden die folgenden siedlungsstrukturellen Teilräume betrachtet, die in der zurückliegenden Dekade deutlich unterschiedliche Entwicklungstendenzen aufwiesen. Die Teilräume in Berlin bestehen aus Zusammenfassungen der 60 planerischen Mittelbereiche.

  • Innere Stadt (1)
  • Außenstadt / Westteil
  • Außenstadt / Ostteil (ohne PGO)
  • periphere Großsiedlungen am östlichen Stadtrand (PGO)
  • Umland
 
Die Prognoseergebnisse für die Teilräume lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Gegenüber der vergangenen Dekade 1991-2001 geht die Veränderungsdynamik im Prognosezeitraum generell zurück. Das gilt insbesondere für das Umland und für den Ostteil der Stadt. Dieser Raum war bislang einerseits durch hohe Zuzüge in Neubau- und Nachverdichtungsgebiete und andererseits durch starke Bevölkerungsverluste in den Großsiedlungen am östlichen Stadtrand gekennzeichnet.

Diagramm Bevölkerungsentw. i. Teilräumen 1991-2020
  • In der Inneren Stadt werden die Entwicklungen weitgehend parallel zur Gesamtregion verlaufen. Bei nur noch geringer Neubautätigkeit in der Stadt wird sich der in der ersten Prognosedekade erwartete Bevölkerungszuwachs wieder verstärkt auf die Innenstadt auswirken. Damit wird der langfristige Trend zum Bevölkerungsrückgang in der Innenstadt vorübergehend angehalten. Der Bevölkerungsanteil der Innenstadt an der Metropolregion (2002: 27,2%) verringert sich im Prognosezeitraum nur geringfügig (2020: 26,7%). Der Umbau der Altersstruktur entspricht weitgehend den Tendenzen der Gesamtstadt, mit Ausnahme der über 75-jährigen, deren Zunahme moderater verläuft (siehe folgende Tabelle).
  • Auch für den Westteil der Außenstadt werden insgesamt ruhige Entwicklungsverläufe erwartet, die weitgehend denen der Gesamtregion entsprechen. Im Gegensatz zur Region verlieren hier sämtliche Altersgruppen im erwerbsfähigen Alter, wobei die Verluste bei den 18-25-jährigen deutlich geringer ausfallen als in der Gesamtregion (siehe folgende Tabelle).
  • Im Ostteil der Außenstadt (ohne die peripheren Großsiedlungen) lagen in der vergangenen Dekade die Schwerpunkte der planmäßigen Stadterweiterung (u.a. die "Neuen Vorstädte" Karow-Nord, Französisch-Buchholz und Altglienicke); zugleich bieten die Einzelhausgebiete hier umfangreiche Nachverdichtungspotenziale, die auch künftig für eine Bebauung zumeist mit Einfamilienhäusern genutzt werden. Bei geringer werdenden Bevölkerungszunahmen ist dieses der einzige Teilraum in Berlin, der auch in der zweiten Hälfte des Prognosezeitraumes noch eine positive Entwicklung aufweist und in dem die Zahl der Kinder im Vorschulalter leicht steigen wird. Bei den "jungen Alten" (65-75 Jahre) wird hier gegen Ende des Prognosezeitraumes ein leichter Rückgang erwartet, während die Zahl der über 75-jährigen sich mit einem Zuwachs von +90,8% nahezu verdoppelt (siehe folgende Tabelle).
  • Die peripheren Großsiedlungen am östlichen Stadtrand (PGO) Hohenschönhausen, Marzahn, und Hellersdorf weisen eine extreme Veränderungsdynamik auf. In der vergangenen Dekade verloren sie nahezu ein Viertel der Bevölkerung, was sich u.a. in erheblichem Wohnungsleerstand niederschlägt. Der Bevölkerungsverlust wird sich hier in verlangsamter Form fortsetzen, so dass am Ende des Prognosezeitraumes die Einwohnerzahl sich gegenüber 1991 um mehr als ein Drittel verringert haben wird. Gleichzeitig vollzieht sich eine extreme Alterung:
    Sämtliche Altersgruppen unter 65 Jahre nehmen massiv ab, während die Zahl der 65-75-jährigen um 55% und die der über 75-jährigen sogar um 131% wächst (siehe folgende Tabelle).
  • Im Umland wird im Prognosezeitraum mit einem weiteren Bevölkerungswachstum von 5% gerechnet. Infolge der rückläufigen Zuwanderung aus Berlin liegen die Zuwachsraten künftig deutlich niedriger als in den 1990er Jahren. Auch das Umland ist von deutlichen Alterungsprozessen betroffen. Die teilräumliche Ausdifferenzierung in den einzelnen Gemeinden ist der Bevölkerungsprognose für Brandenburg zu entnehmen.

Bevölkerungsentwicklung in Teilräumen der Metropolregion
Innere Stadt Berlin
Außenstadt Berlin
davon Außenstadt West davon Außenstadt Ost davon Großsiedlungen Ost (PGO) Umland
  Bevölkerung absolut in 1000 (Berlin Prognosevariante Basis)
1991 1.246,8 2.199,2 1.249,7 619,5 330,0 779,9
2000 1.161,3 2.220,9 1.249,5 701,3 270,1 938,0
2005 1.188,1 2.220,2 1.257,1 722,9 240,2 984,4
2010 1.189,0 2.227,7 1.262,1 736,7 228,9 999,1
2015 1.183,1 2.220,2 1.258,6 741,4 220,2 1011,0
2020 1.171,4 2.195,4 1.245,8 737,0 212,5 1015,2
  Veränderungen absolut / in Prozent
2002-2020
in %
- 12,7
-1,1
- 12,9
-0,6
- 5,2
-0,4
29,6
4,2
- 37,4
-14,9
47,9
5,0
2002-2010
in %
5,0
0,4
19,4
0,9
11,1
0,9
29,3
4,1
-21,0
-8,4
31,8
3,3
2010-2020
in %
-17,7
-1,5
-32,3
-1,5
-16,3
-1,3
0,3
0,0
-16,4
-7,1
16,1
1,6

1. Die "Innere Stadt" umfasst hier den gründerzeitlich geprägten Bereich dichter Bebauung überwiegend innerhalb des S-Bahn-Ringes. Sie ist nicht identisch mit dem funktionalen Stadtkern im Sinne Central Business District (historisches Zentrum und City West).