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Nachhaltige Erneuerung

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Greifswalder Straße: Naherholung mitten in der Stadt

Bürgerinnen und Bürger wollen ihr grünes Refugium bewahren und mitgestalten

Juni 2018

Pünktlich zum verabredeten Start um 17 Uhr brach die Sonne hinter den trüben Wolken der letzten Tage hervor und tauchte das Mühlenviertel in warmes Licht. Das gute Wetter motivierte dann auch ältere Bewohnerinnen und Bewohner, sich an einem der vier 90-minütigen Rundgänge durch den Kiez zwischen Greifswalder, Gürtel-, Kniprodestraße und S-Bahn einzureihen. Eingeladen hatte an diesem 26. Juni 2018 das Stadtentwicklungsamt Pankow, unterstützt durch die BSM Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH, die seit 2017 den Prozess des Stadtumbaus begleitet.

Die Fördermittel von Bund und Land sollen in diesem Areal zum großen Teil in die Gestaltung der Grünflächen, Spiel- und Sportplätze fließen. Damit die Umbaumaßnahmen zum Bedarf der Bevölkerung passen, soll diese von Anfang befragt und beteiligt werden. Noch geht es um das Zusammentragen von Vorschlägen für die Maßnahme „Übergeordnete Grün- und Freiraumkonzeption einschließlich eines Licht- und Beleuchtungskonzepts", die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Für jeden der Rundgänge erhalten die ca. 30 Anwesenden – Hausmeister, Mieterbeiräte und Nachbarn – einen Kiezplan für Notizen. Die meisten jedoch hatten bereits beim Start am Quartierspavillon im Hinterkopf, welche idyllischen Plätze bleiben sollen und welche Problemstellen das Planungsbüro und die Verantwortlichen aus Senat und Bezirk auf die To-Do-Liste setzen sollen.

Ganz oben steht natürlich der Wunsch, das Viertel als Ganzes zu bewahren, denn das üppige Grün, die Weite und Ruhe machen den Mühlenkiez zu einem Naherholungsgebiet mitten in der Stadt. Ab Ende der 1960er Jahre wurde das heutige Stadtumbaugebiet als nahezu autofreies Viertel in Plattenbauweise errichtet, berichten Rundgangsteilnehmer, die seit damals hier wohnen und quasi jeden Baum kennen. Um eine der begehrten Genossenschaftswohnungen zu ergattern, mussten alle Mieterinnen und Mieter in den Vorgärten und Parkanlagen kräftig mit anpacken. So wird auch das große Bedauern über die zum Teil verwahrlosten Grünflächen nachvollziehbar. Beim Rundgang sieht die Gruppe zahlreiche Rattenlöcher, passiert Bolzplätze, von denen kaum einer noch begehbar ist. Auch die einstmals großzügigen Spielflächen sind wegen der ausladenden Bäume und wuchernden Sträucher schwer einzusehen - viele Spielgeräte sind inzwischen defekt. Die Senioren verweisen auf die unzureichende Wegebeleuchtung, weshalb Spaziergänge an frühen Winterabenden meist unterbleiben, zumal die ausgedehnten Wege selbst Buckelpisten gleichen, von Baumwurzeln und Baumaßnahmen zerfurcht, und somit für Rollatoren, Dreiräder und Kinderwagen eine Herausforderung sind.

Trotzdem – der Stolz überwiegt: über das freundliche Miteinander im Kiez und die Hoffnung auf das Stadtumbauprogramm, von dem sich alle hier einiges versprechen. Sie haben zahlreiche konkrete Verbesserungsvorschläge, die Markus Schönherr von dem mehrfach preisgekrönten Büro herrburg Landschaftsarchitekten eifrig notiert. So etwa die Wünsche nach mehr Sitzbänken und besseren Papierkörben, einem Picknickplatz und der Aufwertung der drei Brunnen, die dank des Engagements der Mietergemeinschaft fleißig sprudeln. Viele der Bewohnerinnen und Bewohner kümmern sich regelmäßig um ihr Umfeld und wollen wieder dabei sein, wenn bei einem Workshop im Herbst die ersten Ideen der Landschaftsarchitekten besprochen werden. Dann werden auch die Vorschläge und Ideen der Kinder und Jugendlichen aus dem Kiez vorliegen. Die dürfen ihre Meinung in einer separaten Veranstaltung während der Sommerferien einbringen.

Alle Nachbarn, die an diesem Dienstagnachmittag nicht dabei sein konnten, haben die Möglichkeit sich online, telefonisch oder per Post einzubringen oder ihre Vorschläge am Quartierspavillon einzuwerfen. 

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