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Nachhaltige Erneuerung

Aktuelles


Diskussion vor Ort zum Entwicklungskonzept für den Tegeler Flughafensee

Nötig ist eine Balance zwischen Naturschutz und aktiver Erholung

August 2021

Die große Badestelle des Flughafensees füllte sich am 10. August trotz windigen Wetters schnell. Das Stadt­entwicklungsamt Reinickendorf und das Landschafts­architektur­büro gruppe F hatten zur Präsentation des Zwischenstandes des Entwicklungskonzepts zum Flughafensee eingeladen, das aus Mitteln des Programms Nachhaltige Erneuerung finanziert wird. Rund 70 Interessierte verfolgten die einführenden Worte der Gebietskoordinatorin im Stadtentwicklungsamt des Bezirks, Julia Heger. Über den ganzen Nachmittag kamen weitere Menschen hinzu.

Julia Heger bedankte sich für die vielen Beiträge der bisherigen Diskussion zum Flughafensee. Seit April hatten viele die Gelegenheit genutzt, online oder bei „Bürgersteiggesprächen“ ihre Meinung zu Problemen an dem beliebten Gewässer kundzutun und Vorschläge für dessen Zukunft zu unterbreiten. Die gruppe F hat auf dieser Grundlage und mit den Erkenntnissen aus Gesprächen mit Fachbehörden zahlreiche Maßnahmenvorschläge erarbeitet. Für die Veranstaltung haben die Planerinnen der gruppe F diese an drei Stationen visualisiert.

Nachhaltigkeit, Natur- und Landschaftsschutz sind Kernthemen des Konzepts. Die Anwesenden stimmen zu, dass Maßnahmen für die langfristige Verbesserung der Wasserqualität nötig sind, ebenso wie zum Schutz des Süd- und Westufers als Lebensraum für Vögel.

Hohen Diskussionsbedarf dagegen hatten die Anwohner:innen zum abendlichen Lärm und zum gestiegenen Verkehrsaufkommen. Seit dem letzten Sommer habe die Zahl der Badegäste deutlich zugenommen, auch weil es wegen der Schließung des gegenüberliegenden Flughafens endlich ruhig sei. Außerdem blieben wegen der Corona-Krise viele Berlinerinnen und Berliner im Sommer in der Stadt und nutzten lieber freie Badestellen als kostenpflichtige Freibäder. Junge Leute hören laut Musik, Badegäste hinterlassen Müll und manche grillen am Strand - all das ist hier im Landschaftsschutzgebiet verboten. Die Beschäftigten der BSR seien jedoch sehr bemüht, schnell wieder für Sauberkeit zu sorgen, lobten mehrere Nachbarinnen.

Auch habe sich der Krach reduziert, seit Ordnungsamt und Polizei hier stärkere Präsenz zeigten, so ein Anwohner. „Doch unsere Anwesenheit kann keine Dauerlösung sein“, betonte Polizeihauptmeister Golombek, der mit mehreren Kollegen zugegen war. Landschaftsarchitektin Gabriele Pütz ergänzte mit Nachdruck: „Genau deshalb brauchen dieser See und seine Umgebung ein nachhaltiges Miteinander von vielen Verantwortlichen.“ Sie plädiert für eine Badeaufsicht, z. B. durch die DLRG, für eine gastronomische Bewirtschaftung des sanierungsbedürftigen Anglerheims inklusive einer öffentlichen Toilettenanlage, sowie für eine kontinuierliche Präsenz von Parkläufern und Streetworkern.

Ihre Kollegin Monika Spoerhase erläuterte an einer weiteren Tafel, wie das Erholungsgebiet erschlossen werden sollte. Sie empfiehlt den Fußweg von der U-Bahn mit einem Leitsystem bekannter zu machen, mehr Fahrradständer zu installieren und gleichzeitig das wilde Parken in der benachbarten Wohnsiedlung zu erschweren. Auch soll der Flughafensee für Menschen im Rollstuhl besser erreichbar werden. Auf Wunsch der hier Wohnenden plädieren die Landschaftsarchitektinnen auch für eine deutliche Trennung von Fuß- und Radwegen.

An der dritten Tafel, moderiert durch Bettina Walther, ging es um mögliche Nutzungen des See-Ufers. Derzeit nutzen Familien, Angler und FKK-Stammgäste eigene Buchten, aber nicht immer klappt das Nebeneinander. Manche ärgern sich über Jugendliche, die trotz Verbot an Stellen baden, wo es gefährlich ist oder Tiere gestört werden. Der Vorsitzende des Angelvereins bedauert zudem, dass Boote beschädigt und ohne Genehmigung geangelt würde. Bettina Walther notierte alle Äußerungen und will sie in die nächste Fassung des Konzepts übernehmen. „Darauf sind wir schon gespannt“, bestätigt eine Mutter, die mit ihren Kindern mehrmals in der Woche vorbeikommt und sich wünscht, dass die angedachten Maßnahmen bald beginnen. Das ist auch so geplant: Die Vorschläge werden nun vertiefend geprüft und weiterentwickelt. Das Entwicklungskonzept soll im Herbst vorliegen und in den folgenden Jahren die Grundlage für konkrete Maßnahmen bilden.

Download Plakate auf der Veranstaltung (PDF, 12 MB)

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