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Nachhaltige Erneuerung

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Online-Werkstatt zur Zukunft des Flughafensees in Tegel

Bis Herbst 2021 wird mit intensiver Beteiligung ein Entwicklungskonzept erstellt

Mai 2021

Was am Tegeler Flughafensee erreicht werden soll, erscheint erst einmal wie die Quadratur des Kreises: Das an heißen Tagen schon heute überlaufene Gelände soll ein Erholungsort für alle bleiben, unter anderem für die rund 10.000 Menschen, die künftig nach und nach in das neue Schumacher Quartier einziehen werden. Gleichzeitig muss das sensible Vogelschutzgebiet am Südufer des Sees erhalten und gestärkt werden. Angedacht ist auch ein zusammenhängendes Naturschutzgebiet mit dem Forst Jungfernheide. Die heutigen Anwohner:innen der Siedlung Waldidyll und der Cité Gynemer haben ebenfalls viele berechtigte Anliegen. Vor allem Lärm, Müll sowie zugeparkte Siedlungsstraßen im Sommer ärgern sie.

Im Auftrag des Bezirksamtes Reinickendorf erarbeitet das Berliner Landschaftsarchitekturbüro gruppe F seit Anfang des Jahres ein Entwicklungskonzept für den Flughafensee und sammelt dazu Fakten, befragt Menschen aus der Nachbarschaft sowie Vereine, Expertinnen und Experten aus der Zivilgesellschaft und der Verwaltung. Dazu wurden u.a. im Umkreis von zwei Kilometern Fragebögen verteilt, stadtweit zur Teilnahme an einer Online-Befragung aufgerufen und auch vor Ort am Flughafensee Befragungen durchgeführt. 866 Menschen beteiligten sich mit Meinungen und Hinweisen. Am Tag der Städtebauförderung, dem 8. Mai 2021, wurde die Faktensammlung zum Entwicklungskonzept mit einer Zoom-Konferenz mit über 80 Teilnehmenden abgeschlossen.

Gabriele Pütz und Bettina Walther von der gruppe F führten durch die Veranstaltung. Unter den Teilnehmenden waren auch der Bezirksbürgermeister Frank Balzer sowie weitere Vertreter:innen des Bezirksamtes Reinickendorf, der Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Wohnen sowie für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, von der Grün Berlin, dem NABU, der Polizei und dem Landeskriminalamt. Die Vertreterinnen der gruppe F stellten die Aufgabe vor und präsentierten die bisherigen Ergebnisse. Danach starteten kleinere Diskussionsrunden in den Themenräumen "Nutzung und Wasser", "Naturschutz und Vogelschutz" sowie "Erschließung und Wege". Hier wurde intensiv diskutiert; alle Vorschläge und Hinweise wurden zeitgleich an einer digitalen Pinnwand, dem sogenannten Miroboard, aufgezeichnet und in einer gemeinsamen Schlussrunde allen vorgestellt.

Dabei kamen viele unterschiedliche Vorschläge zusammen, z. B. die Etablierung einer Umweltbildungsstätte, die Ansiedlung einer Wasserrettungsstelle der DLRG, eine Regenwasserbewirtschaftung, ein Rundweg um den See, öffentliche Toiletten und bessere Informationen über die Regeln, z. B. den Leinenzwang für Hunde sowie Naturschutzthemen. Auch eine verbesserte Regelung der angespannten Parksituation ist wünschenswert. Hierbei soll ein Ansatz verfolgt werden, der auf die Stärkung des Umweltverbundes  (Rad- und Fußverkehr, ÖPNV) und weniger auf das Ausweisen großflächiger Parkplätze setzt. Allen gemeinsam war der Wunsch nach mehr Präsenz des Ordnungsamtes, der Polizei oder von sogenannten Parkläufern. Dem Gelände fehle ein Management, so die Meinung vieler.

Ob das gesamte Areal umzäunt und nachts geschlossen oder die Badestellen in ihrer Zugänglichkeit begrenzt werden sollten, wurde heiß diskutiert. Sowohl Fürsprecher als auch Kritiker einer Umzäunung oder gar eines zahlungspflichtigen Bades meldeten sich zu Wort. Letztere betonten, die Badestellen am Nordufer sollten auch in Zukunft für alle frei zugänglich bleiben. Ganzjährig ist der See als Ausflugsgebiet für Familien, Kitas und Schulklassen unersetzlich.

Bis Juli wird die gruppe F die Ergebnisse aus der Online-Werkstatt prüfen, weiterentwickeln und auf dieser Basis einen Maßnahmenkatalog mit Zeit- und Kostenplan erarbeiten. Dieser soll wieder im Rahmen einer Bürgerwerkstatt vorgestellt werden - je nach den Gegebenheiten dann vor Ort oder wieder im Onlineformat. Im Herbst soll das Konzept dem Bezirksamt vorliegen. Es wird in den kommenden Jahren als Grundlage für die Beantragung weiterer Fördermittel für die geplanten Maßnahmen dienen.

Der Leiter des Fachbereichs Stadtplanung des Bezirksamtes Reinickendorf, Herr Helmuth-Paland, lenkte den Blick auf die Gesamtentwicklung mit den neuen ökologischen Stadtquartieren und der Nachnutzung der Flughafengebäude als Technologie- und Ausbildungsstandort. Was in den nächsten 10 bis 15 Jahren rund um den ehemaligen Flughafen Tegel entstehe, sei beispielgebend für das ganze Land. Er bedankte sich zum Abschluss für die hervorragende Organisation und betonte, dass eine solche Online-Werkstatt viele Vorteile habe. So viele Bürgerinnen und Bürger wären in einem Veranstaltungssaal nicht zu Wort gekommen.

Das Bezirksamt Reinickendorf und die gruppe F sowie die Gebietsbeauftragten der BSM mbH werden weiter kontinuierlich über das Vorhaben informieren. Bei der gruppe F kann man unter folgender E-Mail-Adresse einen Newsletter zum Thema bestellen: walther[at]gruppef[.]com

Download Dokumentation der Veranstaltung (PDF, 7 MB)

Download Fragen und Antworten aus der Werkstatt (PDF)

 

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