link  Aktuelle Informationen zum Coronavirus finden Sie auf der Sonderseite der Senatskanzlei.


     

 

Nachhaltige Erneuerung

Aktuelles


Weiterdenken, weiterbauen! Neue Strategien für die Stadtentwicklung Berlin-Brandenburg

Die Ausstellung „Unvollendete Moderne. Städtebau für Groß-Berlin“ feiert ihr Re-Opening

Oktober 2021

Eigentlich wollte Berlin im letzten Jahr sein 100-jähriges Bestehen gebührend feiern. Die derzeit größte Stadt der Europäischen Union wollte den Dialog darüber eröffnen, welche Probleme man 1920 mit viel Mut angepackt hat, was wir als Stadtgesellschaft heute daraus lernen und in die Zukunft tragen können. Zwei große Ausstellungen, die im Märkischen Museum und jene zum Städtebau im Kronprinzenpalais, sollten diesen Dialog begleiten. Beide ereilte das gleiche Schicksal: Schließung wegen Corona.

Weil der Fach-Dialog über Berlin als „Unvollendete Metropole“ zwar online weiterlief, aber unbedingt die Teilnahme vieler braucht, nahmen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, das Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat, der Regierende Bürgermeister, die TU-Berlin sowie der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin-Brandenburg (AIV) und viele Partner aus der Immobilienwirtschaft noch einmal Geld in die Hand, um die Ausstellung an einem anderen Ort fortzuführen. Gefunden wurde er in Oberschöneweide. Der Peter-Behrens-Bau von 1917 war Schauplatz der ersten Berliner Serienfertigung von Autos. Heute ist er Mittelpunkt eines im Aufbruch befindlichen Berliner Stadtteils.

Am 30. September 2021 luden die Initiatoren die Berliner Architekturwelt zum Re-Open in den Innenhof des imposanten Gebäudes. Auf dem Podium mahnte Renate Künast, ehemalige Bundesministerin für Verbraucherschutz, die Dringlichkeit der Mietenfrage an und versprach, sich in der kommenden Koalition für eine bundesweite Lösung einzusetzen. Der Stadtplaner Prof. Harald Bodenschatz indes lud alle Anwesenden ein, die „Unvollendete Metropole“ in allen ihren Facetten weiter mitzugestalten und dabei an den Aufbruchswillen der 1920er Jahre anzuknüpfen. Ein Fazit dieser Erkenntnis sei das im Februar 2021 veröffentlichte, gemeinsame Städtebau-Manifest Berlin-Brandenburg.

Die vom AIV zum zweiten Mal eröffnete Ausstellung stellt Fragen, die die beiden Bundesländer Berlin-Brandenburg nur zusammen beantworten können: Wie wachsen Stadt und Land in den kommenden 50 Jahren zusammen und zwar klimafreundlich und mit neuer Mobilität? Wo bleiben dabei die Menschen, die Familien, das Lernen, die Erholung, das Arbeiten? Mit dieser Fragestellung haben sich Architekturbüros beim Internationalen Städtebaulichen Wettbewerb Berlin-Brandenburg befasst und sehr unterschiedliche Visionen entwickelt, die in der zweiten Halle gezeigt werden.

Doch zunächst zum Ausgangspunkt der Exhibition. Alle müssen durch ein Portal, vor dem mehr als ein Dutzend von Papp-Rathäusern der ehemaligen Städte aufgestellt ist. Sofort wird klar: Großberlin, das waren eigenständige Kommunen, mit eigenen Zentren, Mobilitätskonzepten und wirtschaftlichen Schwerpunkten. Den Willen, diese zu vereinen, Kompromisse miteinander zu schließen und dann für die Zukunft zu handeln, hatten einige. Die stärkste Durchsetzungskraft besaß Gustav Böß (1873-1946), Berlins erster Oberbürgermeister. Böß führt mit seinen hochaktuellen Zitaten durch die Ausstellung, weist immer wieder auf Arbeitsfelder des Städtebaus hin, die 1920 mit großer Weitsicht – gegen viele Widerstände – angefasst wurden und heute aktueller denn je erscheinen. Thematisch und chronologisch geordnet zeigen die zehn Stationen, was aus städtebaulicher Sicht gelungen ist. So werden als beispielhaft die Förderprogramme des Städtebaus genannt, die Berlin immer wieder ein Stück voranbringen. Sicht- und spürbar wird jedoch auch mit jedem Schritt, wo die Metropole unvollendet blieb.

Über Visionen, die Unvollendete weiter zu gestalten, wird in der zweiten Halle gesprochen. Interessant dort der Blick über den Tellerrand. Vorschläge aus Moskau, Paris, London und Wien zeigen, was möglich wäre. Besonders sehenswert ist auch ein kurzer Film, der im Überflug das Zusammenwachsen von Stadt und Land in den nächsten Jahrzehnten darstellt. Der Auftrag an alle, die diesem Überflug folgen: Weiterdenken und Mitgestalten.

Fazit: Must see! für alle, die Berlin weiterbauen wollen.

Informationen:

  • Die Metropolengespräche werden demnächst in Präsenz weitergeführt. Alle bisherigen sind online abrufbar.
  • Ausstellung geöffnet: Donnerstag–Sonntag, 10–18 Uhr, kostenfrei, Ostendstr. 1–4
  • Führung durch die Ausstellung und Aufstieg zum Behrensturm (einstmals höchstes Gebäude Deutschlands), jeden Samstag, 15 Uhr, 8.50 EUR
  • Der zweibändige Katalog mit Grußworten der Ministerpräsidenten, mit Beiträgen aus Architektur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft ist an der Kasse zum Messepreis von 25 Euro zu erwerben.
  • Lohnenswert ist zudem der abschließende Rundgang über das gegenüberliegende, heutige HTW-Gelände, einstmals die Elektropolis von Berlin. Guten Kaffee bekommen Sie nebenan im historischen Kran-Café mit unvergleichlichem Spreeblick.

Fördergebiete & Projekte

Aus "Stadtumbau" wird "Nachhaltige Erneuerung"

Regelmäßig informiert

Logo Europäische UnionLogo Bundesministerium des Innern, für Bau und HeimatLogo StädtebauförderungLogo Senatsverwaltung für Stadtentwicklung