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Nachhaltige Erneuerung

Aktuelles


Tag des offenen Denkmals im Stadtbad Lichtenberg

Interessierte besichtigten das Gebäude nach dem ersten Sanierungsabschnitt

September 2021

Nach 30 Jahren die „Hupe“ wieder einmal zu betreten, ruft Kribbeln bei jenen hervor, die das historische Volksbad noch aus ihrer Kindheit und Jugend kennen. Viele aus Alt-Lichtenberg und dem angrenzenden Samariterviertel lernten hier schwimmen. Die meisten kamen bis in die 80er Jahre wegen des kurzen Weges zur U-Bahn und der Möglichkeit zu duschen oder ein Vollbad zu nehmen. Damals verfügten nicht mal ein Drittel der Haushalte nördlich der Frankfurter Allee über ein Bad.

Am 12. September, anlässlich des „Denkmal-Wochenendes“ wurden bei vielen Besucher*innen nebst Kindern und Enkeln genau diese Erinnerungen wach. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) als Besitzerin ermöglichte es Interessierten, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude – wie schon in den Vorjahren – zu besuchen. Das im Volksmund Hubertusbad oder kurz „Hupe“ genannte, wuchtige Gebäude befindet sich inmitten des Fördergebietes Frankfurter Allee Nord (FAN). Dort arbeitet seit Jahren der FAN-Beirat, ein Gremium aus Vertreter*innen der Bevölkerung, von verschiedenen Einrichtungen und Vereinen. Zudem engagieren sich mehrere Initiativen aus der Nachbarschaft für dieses Haus. Und so bleibt das Stadtbad und dessen Erhalt ein Dauerthema auch bei Veranstaltungen zur Nachhaltigen Erneuerung.

Das Schöne kommt wieder zum Vorschein

Die BIM kann zum Herbst 2021 vorweisen, dass die seit zwei Jahren laufenden Sanierungsarbeiten erste Erfolge zeigen. Die Schadstoff- und Schutt-Entsorgung ist abgeschlossen. Die Bauleute haben den Gebäudekern frei gelegt und dieser hat von seiner damaligen Strahlkraft kaum etwas verloren. Imposant immer noch die beiden Schwimmhallen, die kleine – ursprünglich für Frauen gedacht, aber immer von allen genutzt – und die größere mit einem 25-Meter-Becken für Männer. Zudem sind die Neben-Einrichtungen wie Sauna, Friseur-Salon, Umkleide- und Duschräume sowie die Sonnenterrasse auf dem Dach nun von Schadstoffen (Farben, kontaminierte Böden u.a.) befreit und lassen die noch heute modern wirkende Gebäudestruktur erkennen. Die bisherigen Sicherungsmaßnahmen kosteten das Land Berlin etwa 5 Millionen Euro, weitere 23 wären für den 2. Bauabschnitt nötig – so eine Machbarkeitsstudie der landeseigenen Immobiliengesellschaft. Wie die umfangreichen Arbeiten an Fenstern, Fassaden, Dach und technischen Anlagen finanziert werden, ist noch nicht gesichert.

Ein Haus für die Nachbarschaft?!

Die Architekten Rudolf Gleye und Otto Weis hatten in den 1920er Jahren quasi „Bürgerbeteiligung gebaut“, so einer der Nachbarn, die sich gut auskennen. Im Bad kamen bis zur Wende auf den verschiedenen Ebenen Menschen aus unterschiedlichen Schichten zusammen und sie wurden mit verschiedenen präventiven Angeboten gemeinsam erreicht. Es gab einen Gymnastiksaal, therapeutische Bäder sowie Sprungtürme und Startblöcke für Wettkämpfe. Ein Schwimmbetrieb in der „Hupe“ bleibt jedoch in Zukunft aus finanziellen und Denkmalschutz-Gründen ausgeschlossen. 

Dass dagegen andere Optionen für die Nachnutzung des Gebäudes denkbar sind, machte das „Startblock-Fest“ vom 22.9.2019 deutlich, bei dem die BIM Ideen und Vorschläge aus der Nachbarschaft festhielt. Demnach können sich viele einen Ort für Austausch vorstellen, gern auch wieder einen Treff für Bewegung und Therapie oder eine kulturelle Nutzung. Letztere wird es in Kürze geben – zunächst jedoch nur für eine besondere Klientel. Filmcrews oder Firmen dürfen dann im „Lost-Place-Ambiente“ drehen oder feiern. Die "Hupe" könnte nach 2025 wieder von den Bewohner*innen genutzt werden.

Trotzdem müssen Bürgerinnen und Bürger nicht noch vier Jahre warten, um mit eigenen Augen zu sehen, wie es voran geht. Voraussichtlich zum 1. November 2021 bezieht die „Bezirkliche Anlaufstelle Lichtenberg“ zwei Räume im Bad. Sie wird dann als Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Thema “Bürger:innenbeteiligung” zur Verfügung stehen. 

Ein Rückblick der Berliner Immobilienmanagement GmbH auf die Ergebnisse der öffentlichen Beteiligung, © 2020

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