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Nachhaltige Erneuerung

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Stadtentwicklungskonferenz beriet im Freizeitforum Marzahn über die Rahmenbedingungen für die wachsende Stadt

Die Konferenz inklusive einiger Filme über Marzahn-Hellersdorf ist als Stream online verfügbar

August 2021

Marzahn-Hellersdorf ist eine eigene Großstadt in der Metropole Berlin. Hier am Stadtrand gibt es noch freie Flächen, dementsprechend wird viel gebaut: von landeseigenen und privaten Wohnungsunternehmen wie von Genossenschaften. Seit 2017 sind 10.000 Menschen nach Marzahn-Hellersdorf gezogen, nicht nur in die beiden Großsiedlungen, auch in die Siedlungsgebiete Mahlsdorf, Kaulsdorf und Biesdorf. Doch was ist wichtig für eine nachhaltige Stadtentwicklung? Welche Herausforderungen gibt es und wie sollen Verwaltung, Unternehmen und die Zivilgesellschaft damit umgehen? Zu diesen Themen fand am 12. August 2021 im Freizeitforum Marzahn eine durch den Bezirk organisierte Stadtentwicklungskonferenz statt. Rund 50 Fachleute aus Politik, Verwaltung, Stadtplanung und Architektur waren vor Ort, viele andere verfolgten den Livestream.

Unter dem Motto "Politik für die Praxis" stellten Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle, auch zuständig für Stadtentwicklung, die Stadträtinnen Nadja Zivkovic – u.a. verantwortlich für Verkehr – und Juliane Witt – u.a. für Facility Management – sowie Gordon Lemm, Stadtrat für Schule, Sport und Jugend, ihre Bilanz und die kommenden Aufgaben vor.

Die scheidende Bezirksbürgermeisterin machte sich u.a. für soziale Infrastruktureinrichtungen mit dem Potenzial für Mehrfachnutzungen stark. Vielfach sei die Umsetzung solcher Vorhaben schwierig, weil in der Landeshaushaltsordnung ressortübergreifende Vorhaben nicht vorgesehen seien. Änderungen seien hier dringend nötig, so Dagmar Pohle. Sie freute sich über das neue Landesprogramm zur Stärkung der Großsiedlungen und wies auf die besondere Situation des Bezirks hin: Die Abwanderung sei Geschichte, neue soziale Gruppen, vielfach aus anderen Herkunftskulturen, zögen in den Bezirk. Obwohl man bei der Einwohnerschaft mit Migrationshintergrund unter dem Berliner Durchschnitt liege, sei das Veränderungstempo das höchste. Den Bedenken bis hin zu Ängsten, die diese Veränderungen hervorriefen, müssten sich Politik, Verwaltung und die Wohnungsunternehmen stellen. Eine ehrliche Bürgerbeteiligung sei hierfür unerlässlich.

Nach den Beiträgen der Stadträtinnen zur Mobilität und zur Infrastruktur nannte der Stadtplaner und Soziologe Dr. Bernd Hunger, Vorsitzender des Kompetenzzentrums Großsiedlungen e.V., die Berliner Großsiedlungen ein Alleinstellungsmerkmal. Ein Viertel der Bevölkerung lebe in Großsiedlungen, in Marzahn-Hellersdorf seien es rund 70 Prozent. Ein Drittel der Wohnungen dort gehörten dem Land – in den östlichen Bezirken sei es jede zweite.

Großsiedlungen seien Vorreiter beim Klimaschutz, u.a. durch die großen Grünflächen und durch die zentrale Energieversorgung, bei der man leichter tiefgreifende Änderungen vornehmen könne. Die hohe Bevölkerungsdichte biete große Vorteile für moderne Mobilitätskonzepte, wie z.B. Quartiersgaragen und Sharing-Stationen. Wichtig sei, die grünen Freiräume zu erhalten und vielfältige Wohnmöglichkeiten in verschiedenen Preissegmenten anzubieten, um soziale Segregation zu vermeiden.

Marina Dreßler, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung, sprach über Aufstockung, die Überbauung von Nahversorgungszentren sowie Nachverdichtung als mögliche Formen des Wohnungsbaus und betonte die dringend nötige Festlegung von Schulstandorten in Bebauungsplänen.

Danach widmete sich Sabine Antony als Leiterin der Städtebauförderung dem Beitrag der verschiedenen Bund-Länder-Programme zum Wachstum der Stadt und zur Förderung des gesellschaftlichen Miteinanders. Insgesamt wurden in Marzahn-Hellersdorf von 1999 bis heute rund 240 Mio. Euro Städtebaufördermittel investiert. Aktuelle Schwerpunkte seien das Etablieren von innovativen "Bildungslandschaften" wie aktuell dem Campus Kastanie mit dem HELLEUM, die Förderung von Klimaschutz und Klimaanpassung und die Flankierung der großen Wohnungsbauvorhaben, u.a. durch den Bau von Schulen, Kitas und öffentlichen Freiräumen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die schrittweise Schaffung eines barrierefreien Quartiers in Marzahn Süd. Dazu liegt demnächst ein ausführliches Konzept vor. Als erstes Bauprojekt wird die älteste Kita des Bezirks "Raupe Nimmersatt" mit Mitteln aus dem Programm Nachhaltige Erneuerung barrierefrei umgebaut und erweitert.

Zu einer Podiumsdiskussion begrüßte der Bauhistoriker und Publizist Dr. Oleg Peters als Moderator den Vorstandsvorsitzenden der in Hellersdorf den Wohnungsbau vorantreibenden landeseigenen Gesobau AG, Jörg Franzen, den Präsidenten des VDGN (Verband Deutscher Grundstücksnutzer), Jochen Brückmann, Karsten Ewert, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Wuhletal, Dr. Heike Gerth-Wefers, Geschäftsführerin von Weeber+Partner, Institut für Stadtplanung und Sozialforschung, das verschiedene Quartiersmanagement-Gebiete betreut, sowie den Stadtplaner und Architekten Christoph Kohl, der u.a. für Biesdorf das neue Quartier Grüne Aue entworfen hat.

Abschließend erläuterte Wenke Christoph, Staatssekretärin für Wohnen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlins Strategien zur Weiterentwicklung der großen Wohnsiedlungen. Sie betonte die Rolle der Großsiedlungen als "Integrationsmaschine", diese wird durch die Landesprogramme BENN – Berlin entwickelt neue Nachbarschaften – und FEIN – Freiwilliges Engagement in Nachbarschaften – unterstützt.

Hinzu kommen u.a. das neue Programm zur Stärkung Berliner Großsiedlungen, das Quartiersmanagement und das Programm Nachhaltige Erneuerung, das mit der Sanierung, Anpassung und dem Neubau von sozialen Einrichtungen, Kitas und Schulen sowie Plätzen, Parks und Grünflächen wichtige Beiträge für das Gelingen von Wachstum und Integration leistet. Denn im Zentrum stehen Bildungschancen für alle und vielfältige Treffpunkte für Menschen aller Kulturen. Wenke Christoph verwies abschließend auf den sich wandelnden Ruf des Bezirks und bedankte sich für die gemeinsame Arbeit.

Unter diesem Link können Sie sich die gesamte achtstündige Konferenz ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=BOeqy1iQaZU

Mehr zur Stadtentwicklungskonferenz finden Sie auf der Website des Bezirks zum 40. Gründungsjubiläum https://www.mahe40.berlin/index.php

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