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Nachhaltige Erneuerung

Aktuelles


Brunsbüttler Damm / Heerstraße: Jonny-K.-Aktivpark nimmt Gestalt an

Der Parkrat bespricht die Planungen bei einem Abendspaziergang auf dem künftigen Gelände

Juni 2021

Der Einladung zum Spaziergang sind an diesem 22. Juni etwa 20 Interessierte gefolgt. Jede Person bekommt zur Orientierung einen A3-Geländeplan in die Hand. Bei der Begrüßung herrscht Erleichterung, dass die große Hitze vorbei zu sein scheint. Doch dass diese dem Grünzug am Egelpfuhlgraben geschadet hat, ist offensichtlich. Das Gras rund um den Treffpunkt am Pilz ist verdorrt, und der Graben selbst führt derzeit kaum Wasser: ein großes Problem für die heimische Tierwelt. Die sichtbaren Spuren des Klimawandels sind für den Bezirk Spandau ein Beweggrund mehr, das Projekt Jonny-K.-Aktivpark voranzubringen.

Seit seiner Gründung im Oktober 2019 hat der Parkrat – ein Zusammenschluss von Akteuren aus der Nachbarschaft, aus Straßensozialarbeit, Quartiersmanagement und dem Bezirksamt Spandau – mehrfach getagt. Organisiert wurden die Beratungen durch die Gebietsbeauftragten der Stadtkontor GmbH. Grundlage für die Diskussionen war eine Machbarkeitsstudie, finanziert aus dem Programm Stadtumbau. Stefan Hack vom Büro geskes.hack Landschaftsarchitekten begleitete mit seinem Team den anschließenden Planungsprozess und präsentiert während des zweistündigen Spaziergangs die Ergebnisse der letzten Abstimmungsrunden.

Übereinstimmend loben Baustadtrat Frank Bewig sowie Stefan Pasch und seine Kollegin Marita Kunicke vom Grünflächenamt Spandau, dass der Parkrat in seinem Engagement nicht nachgelassen hat und in jeder Beteiligungsrunde Substanzielles beitrug. Nun könne die entscheidende Phase beginnen, so Stefan Pasch. Etwa 7 Mio. Euro Fördermittel seien veranschlagt, der Baustart für Mitte 2022 anvisiert.

Einige Wünsche seien aus finanziellen Gründen nicht machbar, andere wegen des speziellen Untergrunds. Das Areal mit einer Fläche von 56.000 Quadratmetern war früher eine Deponie und kann nicht unbegrenzt überbaut werden. Auch eine dauerhafte Bewässerung könnte den Untergrund ins Rutschen bringen. Jedoch werden die Yoga-Wiese und der Obstgarten mit einer Beregnungsanlage ausgestattet, sodass in einigen Jahren das triste Gelb vertrockneten Rasens vergessen ist. Außerdem werden zusätzliche Bäume Schatten spenden und die blühenden Stauden später ein Brut- und Rückzugsort für Vögel, Insekten und Amphibien sein, so Landschaftsarchitekt Stefan Hack.

Marita Kunicke ergänzt, dass einige Hochbeete geplant sind, die die großen und kleinen Nachbarinnen und Nachbarn selbst bepflanzen und pflegen können. Dieser und weitere Vorschläge kamen von der benachbarten Carlo-Schmid-Schule: etwa ein WLAN-Hotspot oder die großen Panoramaschaukeln.  

Während des Rundgangs kommt das Gespräch auf die derzeit starke Vermüllung der Berliner Parks. Mitglieder des Quartiersrats sind besorgt, ob der von vielen Anrainern gewünschte Sport- und Erholungspark schnell wieder Opfer von Vandalismus werden könnte. Christian Müller vom Verein Staakato (aufsuchende Jugendsozialarbeit) will das Problem nicht nach oben wegschieben, sondern Menschen vor Ort für das Thema Müll-Vermeidung sensibilisieren. Er schlägt vor, auch mit Betreiberinnen und Betreibern der „Spätis” im Umkreis zu sprechen. In diesem Zusammenhang erinnert er „seinen” Bezirksstadtrat an das Versprechen, einen Kiosk oder Bauwagen als Anlaufpunkt am Parkrand zu schaffen. Der sei wichtig für die Jugend und könne auch als Ausgabeort von Geräten zum Sporttreiben fungieren.

Neben der Ausleihe für Street-, Tischtennis- und Volleybälle könnten sich dort auch informelle Gruppen treffen – etwa für die Calisthenics-Strecke, für die Yoga-Wiese oder für Gymnastik auf dem alten Sportplatz. Der soll behutsam wieder hergerichtet werden. Geplant sind im Park Erholungs- und Bewegungsangebote für alle Altersgruppen. Für die Kleinen Klettergeräte und Buddelsand, für Ältere spezielle Fitnessgeräte und für die Jugendlichen Steine zum Chillen auf dem Plateau. Ganz im Sinne des Namensgebers Jonny K. – er starb 2012, weil er einen Streit schlichten wollte – kann es in der dortigen „Arena” kleine Veranstaltungen geben. Detlev Cleinow vom Kulturzentrum Staaken hat jedenfalls eine Menge Ideen und plant schon das erste Happening zum Baustart im Sommer des kommenden Jahres. Bis dahin bleibt für die Verwaltung noch viel zu tun, doch eines ist sicher: Dieser Park wird ein Herzensprojekt aller Spandauerinnen und Spandauer.

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