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Nachhaltige Erneuerung

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Betonstelen, ein buntes Ofenrohr und viel Natur im Clara-Zetkin-Park in Marzahn Nord

Anwohner*innen berieten über Ideen zur Aufwertung des Wohngebietsparks

November 2020

Clara Zetkin schaut auf eine Wohngebietsstraße und ein kleines Einkaufszentrum in Marzahn Nord. Die lebensgroße Statue kam kurz nach der Wende aus Lichtenberg in den Park, der ihren Namen trägt. Viele Menschen gehen jeden Tag an ihr vorbei, wie viele wissen noch, wer diese Ikone der Friedens- und Frauenbewegung war? Eine Gruppe von Anwohner*innen trifft sich am 12. November an der Statue mit Birgit Engelhardt vom Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf sowie Philipp Rösner und Marc Voigt aus dem Team von Hannes Hamann Landschaftsarchitekten und macht sich Gedanken.

Sie habe sich auch für Luft, Licht und Grün für alle eingesetzt und schon damals die soziale Frage mit der Ökologie verbunden. Dieses Wohngebiet, gebaut Mitte der 1980er Jahre, sei nach dieser Devise geplant worden, meint ein älterer Mann und macht sich Sorgen, das solches Wissen verloren geht. Sie überlegen gemeinsam, wie man das Denkmal in einen größeren Zusammenhang bringen könnte, damit sich wieder mehr Menschen für die Geschichte interessieren.

Doch dies ist nicht die einzige Frage dieser Zusammenkunft unter strengen Corona-Vorschriften und es ist nur der erste von vier Rundgängen durch den Wohngebietspark mit insgesamt mehr als 30 Teilnehmenden, die das Bezirksamt mit dem Team der Landschaftsarchitekten im November durchführt. 1680 Haushalte in direkter Nachbarschaft haben außerdem einen Fragebogen zu ihrer Nutzung des Parks erhalten, die 76 eingegangenen Antworten werden aktuell ausgewertet. Denn der Clara-Zetkin-Park soll mit Mitteln des Programms Stadtumbau/ Nachhaltige Erneuerung in den nächsten beiden Jahren behutsam neu gestaltet werden, u.a. weil einige Wegebeziehungen durch eine neues Wohnhaus der Wohnungsbaugesellschaft howoge zurzeit ins Nirgendwo führen.

Weil große Veranstaltungen zurzeit nicht möglich sind, hat man sich für diesen Weg der direkten Bürgerbeteiligung vor Ort entschieden. Gewünscht werden neben mehr Sitzmöglichkeiten und barrierefreien Wegen auch eine Aufwertung der Aufenthaltsbereiche und des kleinen Spielplatzes. Für Diskussionen sorgen die Sitzplätze mit den Pergolen an der West-Ost-Verbindung, die zumindest freigeschnitten werden sollen, die kaum erkennbaren Parkeingänge an der Flämingstraße und der geplante neue Weg in Nord-Süd-Richtung bis zur Wörlitzer Straße, der ein kleines, dichtes Gehölz queren soll.

Naturschutz ist allen Beteiligten sehr wichtig und die Balance zwischen mehr Übersicht und Sichtachsen und möglichst viel wertvollem Lebensraum für Pflanzen und Tiere ist nicht immer leicht herzustellen. Im Park gibt es zum Glück viele Hecken, wo Vögel und kleine Säugetiere wie Igel Schutz finden. Denkbar wären auch Gestaltungselemente, die Kinder neugierig auf die Natur in der Nachbarschaft und die klimatischen Zusammenhänge machen. Viel Platz ist zum Beispiel auf einer kaum genutzten Rasenfläche zwischen einem heckengesäumtem Weg und einem Wohnhaus. Besonders am Herzen liegt den Teilnehmenden auch das „Ofenrohr“, ein Kunstwerk aus glasierten Keramikfliesen von Horst Göhler und Wolfgang Weber, das an einen bunten Kachelofen erinnert.

Sehr markant und ungewöhnlich ist auch ein Rondell aus Betonstelen, in dessen Zentrum früher eine Büste Clara Zetkins stand, der Vorläufer des heutigen Denkmals. Die Anwohner*innen stehen zur Geschichte des Plattenbauviertels und wollen das Halbrund aus Beton als deren Zeugnis gern erhalten. Hier ließe sich vielleicht eine künstlerische Intervention zur Frauenbewegung platzieren, die Claras Zetkins Geschichte in einen Zusammenhang mit anderen Frauenrechtlerinnen stellt.

Durch die Rundgänge vor Ort und die Fragebögen haben die Verantwortlichen viele Stimmen und Ideen gesammelt. Diese stellen sie nun zusammen und entwickeln daraus einen ersten Vorentwurf. Im Februar könnte dieser dann in einem Workshop oder auf einer größeren Veranstaltung diskutiert werden, sofern dies unter den Bedingungen der Pandemie möglich ist. Falls nicht, wird es weitere kreative Varianten der Bürgerbeteiligung geben.

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