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Nachhaltige Erneuerung

Aktuelles


Der Klarensee ist das Herzstück des Alten Parks

Der Rundgang beginnt mit viel Abstand im Rosengarten

Bezirksstadträtin Christiane Heiß begrüßt die Gäste im Rosengarten (2. v. r.)

Die Kette der Parkanlagen in Alt-Tempelhof

Der am Ufer des Wilhelmsteichs wuchernde Japanische Knöterich soll beseitigt werden

Die Ausbuchtung am Klarensee mit dem Parasol gehört zu den ältesten Teilen des Alten Parks

Der Klarensee bei strahlend schönem Herbstwetter

Rundgang durch die historischen Parkanlagen in Tempelhof

Arbeit am Parkpflegewerk begleitet die Aufwertung von Altem Park und Lehnepark 2021

Oktober 2020

Geht man vom Tempelhofer Damm auf der Höhe des Rathauses eine kleine Treppe hinunter, tritt man vom dröhnenden Verkehr in eine ruhige grüne Welt, den „Alten Park“. Der ehemalige Gutspark gehört zu einer Kette von vier Parkanlagen, die sich über einen knappen Kilometer quer zur B96 erstreckt, bis auf den Bosepark gehören sie zu den geschützten Gartendenkmalen Berlins.

Im Rosengarten des Alten Parks trafen sich am 29. Oktober 2020 rund 30 Interessierte mit Bezirksstadträtin Christiane Heiß, zuständig u.a. für das Straßen- und Grünflächenamt des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, mit Projektleiter Alessandro Drescher vom Straßen- und Grünflächenamt und den Landschaftsarchitekt*innen vom Büro SWUP. Seit 2018 arbeiten sie Hand in Hand an der punktuellen Sanierung und Aufwertung der Parkanlagen. Mit 1,8 Millionen Euro aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE), gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin, wird dieses Vorhaben finanziert. Parallel dazu entsteht mit 80.000 Euro aus dem Programm Stadtumbau ein Handbuch für die zukünftige Entwicklung und Pflege dieses historisch gewachsenen Grünzugs, das Parkpflegewerk. Erarbeitet wird es von der Landschaftsarchitektin Anke Werner, die mit solchen Projekten viel Erfahrung hat.

Bereits zum dritten Mal treffen sich nun Politik, Fachleute und Nutzer*innen zum Parkspaziergang, auch die Baumaßnahmen im Bosepark 2018 und im Franckepark 2019 wurden zuvor mit den Bürger*innen vor Ort besprochen. Nun geht es um das dort Erreichte und vor allem um die im Frühjahr 2021 beginnenden Arbeiten im Alten Park und im Lehnepark. Bereits in diesem Herbst werden kranke und tote Gehölze entnommen.

Das Aufstellen der mitgebrachten detaillierten Pläne ist bei recht windigem Herbstwetter nicht möglich, doch im Rosengarten können alle mit genügend Abstand den Ausführungen der Politikerin und der Fachleute folgten. Christiane Heiß erläutert zu Beginn noch einmal die Ziele der Sanierung und Aufwertung.

Die Parkanlagen sollen wieder besser erlebbar und nutzbar werden und zwar für alle, was auch eine Verbesserung der Barrierefreiheit erfordert. Die Artenvielfalt in den Parks soll sich erhöhen und dies alles im Einklang mit dem Denkmalschutz. Hier gibt es selten einen Konflikt, dies belegen viele Beispiele, die die Fachleute im Laufe des Rundgangs anführen. Wenn wuchernde Hecken ausgelichtet und wilder Aufwuchs beseitigt werden, können sich wieder mehr Arten gesund entwickeln. Neu gepflanzt werden fast ausschließlich heimische Gehölze.

Zuallererst müssen die durch die Mittelknappheit entstandenen Pflegerückstände der vergangenen Jahre bis Jahrzehnte aufgeholt werden; Eibenhecken sind zu dichten Baumwänden geworden, die Ufer des Wilhelmsteichs im Lehnepark sind mit mannshohem Japanischen Knöterich bewachsen, einer invasiven Art, die nahezu alle heimischen Pflanzen verdrängt. Durch Rückschnitt der Eiben und bestmöglicher Beseitigung der invasiven Arten soll der Park wieder in seinen Strukturen sichtbar werden. Im Lehnepark wird der marode Asphaltweg nördlich des Wilhelmsteichs erneuert, um die Barrierefreiheit zu verbessern. Im Alten Park soll es nach Projektabschluss im nächsten Jahr deutlich mehr Bänke geben.

Noch mehr Konkretes erfahren die Gäste an den acht Stationen des Rundgangs. Landschaftsarchitektin Anke Werner erklärt zuvor ihre Arbeit am Parkpflegewerk. Sie sucht in Archiven nach alten Plänen und Abbildungen, einige davon hat sie mitgebracht. So werden verschiedenen Zeitschichten des Parks nachvollziehbar, die sie mit dem heutigen Park vergleicht. Gemeinsam mit dem Bezirk entwickelt sie eine Zielvorstellung, die auf die heutigen Bedürfnisse und die Rahmenbedingungen abgestimmt ist. Denn ein solches lebendiges Gartendenkmal ist eben nicht in Stein gemeißelt und hat schon viele Entwicklungen hinter sich.

Der Alte (Guts-)Park ging 1907 in den Besitz der Gemeinde Tempelhof über, die zu dieser Zeit noch nicht zu Berlin gehörte, der Lehnepark sechs Jahre später. In den 1980er Jahren wurde er nach Norden erweitert, aus dieser Zeit stammt ein etwas verwilderter Bereich mit Obstbäumen. Er soll 2021 mit der Pflanzung von alten Arten zu einer Streuobstwiese weiterentwickelt werden, Häckselmaterial aus dem Park wird zum Mulchen zwischen den Bäumen verwendet.

Nach dem II. Weltkrieg und in den 1950er Jahren wurde der Alte Park vergrößert. Der Rosengarten mit seinen Terrassen entstand in den 1980er Jahren und wird im Rahmen des BENE- Projekts nun saniert. Bei der vorherigen Umgestaltung 2007 bis 2009 mussten die Betonterrassen am gegenüberliegenden Ufer des Klarensees zugunsten eines pilzförmiger Pavillons weichen. Er gefällt nicht allen, die den See ohne Pavillon kannten. Doch sein Standort, die halbkreisförmige Ausbuchtung in den Klarensee, ist eine der ältesten erhaltenen Strukturen im Park und auch der Pavillon selbst ist in alten Dokumenten zu sehen.

Perspektivisch sollen Sichtachsen auf die Dorfkirche und die Gewässer wiederhergestellt werden, doch natürlich werden dafür keine gesunden Bäume gefällt. Nur wenn Bäume absterben, wird dort nicht mehr nachgepflanzt. Auch an den drei Eingängen vom Tempelhofer Damm werden Aufwuchs beseitigt und dichte Eiben beschnitten, um den Alten Park etwas durchlässiger und sichtbarer im Stadtraum zu machen.

Bezirksstadträtin Christiane Heiß freut sich sehr über die Arbeit am Parkpflegewerk, die bereits jetzt wichtige Leitlinien für die Veränderungen im Park geliefert hat. Mit der Erhöhung der Baumpflegebudgets und der Zuwendungen des Landes für die Pflege der Gartendenkmale kann der Grünzug sich in Zukunft wieder nachhaltig entwickeln. Dies ist angesichts des geplanten Wohnungsbaus in der Neuen Mitte Tempelhof für das Stadtklima und die Naherholung der Menschen in Tempelhof besonders wichtig.

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