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Pfarrhäuser der Dreifaltigkeitskirche

Obj.-Dok.-Nr.: 09095932
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Taubenstraße
Hausnummer: 3
Strasse: Glinkastraße
Hausnummer: 16
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Wohnbau
Fertigstellung: 1739
Bauherr: Evangelische Kirche

Auf dem großen Eckgrundstück mit Gartenland westlich der Zürich-Versicherung sind inmitten der Geschäftshausbebauung des 19. und 20. Jahrhunderts zwei von ursprünglich drei Pfarrhäusern der Dreifaltigkeitskirche, Taubenstraße 3 und Glinkastraße 16 erhalten. (1) 1739 nach einem einheitlichen Plan von den Baumeistern der Dreifaltigkeitskirche - Titus Favre unter Mitarbeit von J. K. Stoltze - errichtet, sind sie die einzigen Wohnhäuser in der Friedrichstadt, die ihre Geschossigkeit und die Fassadengliederung aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bewahrt haben. (2) Sie vermitteln noch einen Eindruck von der architektonischen und städtebaulichen Gestaltung der barocken Friedrichstadt. Mauern und Torbauten mit giebelbedeckten Doppelpilastern verbinden die Häuser und umschließen den gemeinsamen Gartenbereich. Die zweigeschossigen Bauten über quadratischem Grundriss sind von Mansarddächern bekrönt. Die Fassadengliederung mit Pfeilervorlagen an den Gebäudeecken und Mittelrisaliten überliefert die klare Formensprache, die für eine Vielzahl von Bauten in der damaligen Friedrichstadt verbindlich war.

Bei Gründung der Dreifaltigkeitskirche hatte Friedrich Wilhelm I. festgelegt, dass das Gotteshaus beiden in Berlin vertretenen protestantischen Konfessionen dienen sollte, den Lutheranern und den Reformierten. Damit nahm sie als Simultankirche in Berlin eine Sonderstellung ein. (3) Das Wohnhaus Taubenstraße 3 war das lutherische Pfarrhaus, das Gebäude Glinkastraße 16 diente als Schul- und Küsterhaus. Im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde das dritte Pfarrhaus, Glinkastraße 14, das für den Pfarrer der Reformierten bestimmt war. Hier wohnte der Theologe, Philosoph und Mitbegründer der Berliner Universität Daniel Friedrich Schleiermacher, der von 1809-34 die reformierte Pfarrstelle der Dreifaltigkeitsgemeinde innehatte.


(1) Die Dreifaltigkeitskirche stand ehemals in der Mauerstraße südlich der Kreuzung mit der Mohrenstraße.

(2) Vgl. Akten der Feuersozietät, Landesarchiv Berlin ARep. 0180, Acc. 750, Film 40, Bd. 267, Bl. 213 und ARep. 0180, Acc. 750, Film 23, Bd. 174, Bl. 1.

(3) Vgl. Bab/Weiß 1990.

Literatur:
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 222f.
  • Dehio, Berlin und Potsdam, 1983 / Seite 68f.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 353