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Stadtbad Mitte

Obj.-Dok.-Nr.: 09080459
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Gartenstraße
Hausnummer: 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Bad
Fertigstellung: 1930
Entwurf: Jelkmann, Carlo (Architekt)
Entwurf: Tessenow, Heinrich (Architekt)

Zur Verbesserung der Volkshygiene ließ der Magistrat von Berlin in den dicht bebauten und schlecht ausgestatteten innerstädtischen Wohnquartieren Stadtbäder errichten. Als eines der letzten dieses, durch den Ersten Weltkrieg unterbrochenen Bauprogramms, entstand 1929 -1930 das Stadtbad Mitte, Gartenstraße 5 nach architektonischem Entwurf von Carlo Jelkmann; für die Gestaltung im Inneren war Heinrich Tessenow verantwortlich. Zur Versorgung der Einwohner der umliegenden Quartiere wurde das Stadtbad mit 46 Duschzellen, 80 Wannenbäder, 20 medizinischen Bädern, einem russisch-römischen Dampfbad und einer großen Sonnenterasse auf dem Flachdach des Mittelflügels ausgestattet. Das Stadtbad besteht aus drei miteinander verbundenen Bautrakten, im straßenseitigen Bauteil sind die Duschzellen, Wannenbäder, medizinische Bäder und Dampfbäder, im mittleren Hofflügel die beiden dreigeschossigen Umkleidehallen mit den galerieartig angeordneten Kabinen und im rückwärtigen Hofflügel das Hallenbad mit einem sporttauglichen 50 Meter-Schwimmbecken untergebracht. Der Architekt Jelkmann hat zur besseren Einpassung in die Wohnstraße das überdimensionierte Gebäude in mietshausgroße Kompartimente mit Lochfassaden aufgeteilt, die durch den symmetrischen Aufbau mit einem erhöhten Mittelteil und das einheitlich gelbe Ziegelmaterial zusammengehalten werden.

Der Forderung des Neuen Bauens nach "Licht, Luft und Sonne" folgend, ist dieses moderne Schwimmbad um mehrere Lichthöfe angelegt. Dieser Anspruch ist in der Schwimmhalle mustergültig umgesetzt. Tessenow löste Decke und Wände der lichtdurchfluteten Halle in streng rechtwinklig gerasterte doppelschalige Glasflächen auf. Tessenows materialbetonte, schlichte Gestaltung ist im Inneren allgegenwärtig und wird in vielen Details sichtbar. Das Stadtbad Mitte war eines der letzten großen Berliner Sozialbauten in der Zeit der Weimarer Republik und blieb für einige Jahrzehnte das modernste Hallenbad der Stadt. Zwischen 1986 und 1994 restauriert, ist es noch immer ein Wunderwerk aus Licht, Fliesen, Wasser, Stahl und Stahlbeton.

Literatur:
  • Bauwelt 21 (1930) 22 / Seite 706
  • Die Bautechnik (1930) 5 / Seite 72
  • Deutsche Bauzeitung 64 (1930) 59/60 / Seite 445-456
  • Zeitschrift für Bauwesen 80 (1930) 7 / Seite 157-170
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 553 f.