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Marienheim und Theologisches Konvikt

Obj.-Dok.-Nr.: 09080454
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Borsigstraße
Hausnummer: 5
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Heim
Fertigstellung: 1890-1891
Entwurf: March, Otto (Architekt)
Bauherr: Bernsdorff, Andreas Graf von (Geh. Regierungsbaurath)
Bauherr: Burckhardt, Peter (Pastor)

Gleichzeitig mit dem Beginn der Planungen für den Neubau der Golgatha-Kirche wurde 1891 das katholische Konvikt "Marienheim" auf dem benachbarten Grundstück Borsigstraße 5 (1) nach Plänen des Regierungsbaumeisters Otto March errichtet. March trat zusammen mit dem Geheimen Regierungsrat Andreas Graf von Bernsdorff und dem Pastor Johann Burkhardt für den "Verein zur Fürsorge für die weibliche Jugend" auch als Bauherr auf. Der Verein wollte alleinstehenden Mädchen, zum Beispiel Arbeiterinnen oder Verkäuferinnen "behagliche" Unterkunft bieten. Das Haus besaß eine Schlafsaal mit 25 Betten und weitere 85 Betten in kleineren Zimmern, weiterhin eine Küche mit Kochschule und Aufendhaltsräume. Die neogotische Fassade vermittelt zwischen der Mietshausbebauung der Straße und dem wuchtigen, massigen Baukörper der Kirche. Der rote Klinker lockert die glatte Sandsteinfassade des Wohnheims auf und verleiht ihr eine gewisse Leichtigkeit. Ein zweigeschossiger Erker setzt einen Akzent in der Fassadenflucht. Der konfessionelle Charakter des Konvikts wird durch die Engelsfigur in der Bekrönung der Erkerfenster verdeutlicht. Im Innern führt eine an der Unterseite der Läufe ornamentierte Kragstufentreppe in die Obergeschosse. Hier im Treppenhaus finden sich selten erhaltene Buntfenster mit umlaufender Randborte und mittleren Rautenfeldern, eine in den 1880er Jahren aufgekommene Variante der Bleiverglasung.


(1) Vgl. o.V.: Das Marienheim in Berlin, Borsigstraße 5, in: Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 5 (1892) 9, S. 44, Taf. 87. BusB 1896, Bd. II, S. 479-81.

Literatur:
  • N.N./ Das Marienheim in Berlin, Borsigstraße 5 in
    Blätter für Architektur und Kunsthandwerk 5 (1892) 9 / Seite 44
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 554-556