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Postscheckamt

Obj.-Dok.-Nr.: 09080401
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Dorotheenstraße
Hausnummer: 84
Strasse: Reichstagufer
Hausnummer: 12 & 13 & 14
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Post
Entwurf: 1913
Fertigstellung: 1917
Umbau: 1923
Entwurf: Lempp, Alfred (Architekt)
Entwurf: Hasselwander, C. & Feuerhahn, H. (Bildhauer)
Entwurf: Lempp (Architekt)
Ausführung: Hermann Streubel (Baufirma)
Bauherr: Kaiserliche Oberpostdirektion

Das Gelände der ehemaligen Markthalle, Dorotheenstraße 84, das sich bis zum Reichstagufer erstreckt, war in seiner Ausdehnung und Lage ein geeigneter Standort für das Postscheckamt. Sehr schnell nach Einführung des Postscheckdienstes im Jahre 1909 entstand hier ein ausgedehnter Gebäudekomplex. Das Postscheckamt Berlin wurde zur bedeutendsten Einrichtung dieser Art in Deutschland. Um 1930 wickelte man ein Fünftel des gesamten deutschen Postscheckverkehrs in den Gebäuden zwischen Dorotheenstraße und Spree ab.

Der 1913-17 nach Plänen von Regierungsbaumeister Alfred Lempp errichtete Neubau umschloss vier- bis fünfgeschossig einen Hof und eine eingeschossige Schalterhalle. Nördlich schließt seit 1923 ein Erweiterungsbau mit Seitentrakten und einem breit gelagerten fünfgeschossigen Gebäude am Reichstagufer an. Dieser Komplex wurde 1918-23 ebenfalls von Alfred Lempp entworfen. Die Fassade zur Spree ist durch acht Kolossalpilaster und ein strenges Fensterraster gegliedert. Die Eingangsfassade im Hof mit geschwungener Mittelachse und dem Hauptportal mit Vordach auf Doppelsäulen zeugt noch von der ursprünglich aufwändigen Gestaltung des gesamten Baukomplexes. (1) Die Deckenkassetierung der Durchfahrt, die Streifenquaderung und der plastische Bauschmuck an den Putzfassaden in reduziert neoklassizistischen Formen mit Anklängen an den Jugendstil ist typisch für die Zeit um 1910. Zu den Resten der Markthalle zählt noch ein erhaltener unterirdischer Versorgungstunnel, der die Kellerlagerräume der Markthalle direkt mit dem Spreeufer verband, wo die Ware von den Frachtschiffen entladen wurde.

Der Gesamtkomplex des ehemaligen Postscheckamtes wird heute nach Umbau (Architekten KSP Engel und Zimmermann) und Wiederherstellung historischer Bauteile wie zum Beispiel des Haupttreppenhauses durch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung genutzt.


1) Vgl. o.V., (Postscheckamt für Berlin), in: Berliner Architekturwelt 20 (1917-18), Abb. 368-389; Archiv für Post- und Telegraphie (1918), S. 134-145; Gnewuch/Roth 1975, S. 30, 48, 52-53, 96, 98-99. Die Bildhauerarbeiten stammen von C. Hasselwander und Hermann Feuerhahn.

Literatur:
  • Archiv für Post und Telegraphie / Seite 1918, 134-145.
  • Berliner Architekturwelt 20 (1917/18) / Seite Abb. 368-389
  • Wochenblatt für Baukunde 8 (1886) / Seite 175-176 (Vorgängerbau Markthalle)
  • BusB II 1896 / Seite 553-554 (Vorgängerbau Markthalle)
  • BusB X B 4 1987 / Seite 33-36
  • Deutsche Verkehrszeitung / Seite 1917, 141.
  • Gnewuch, Gerd/Roth, Kurt/ Aus der Berliner Postgeschichte, Berlin 1975 / Seite 30, 48, 52-53, 96, 98-99.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 299-301
  • Hauptstadt Berlin. Denkmalpflege für Parlament, Regierung und Diplomatie 1990-2000. Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin 16, Berlin 2000 / Seite 77-84
  • Haberlandt 30 (1920) & Haberlandt 31 (1921)