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Kasino Oranienburger Straße 71 & 72

Obj.-Dok.-Nr.: 09080258
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Oranienburger Straße
Hausnummer: 71 & 72
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kasino
Datierung: 1789-1791
Umbau: 1839
Umbau: 1867
Entwurf: Becherer, Christian Friedrich
Bauherr: Große Landesloge Deutschlands

Gegenüber dem Postfuhramt erstreckt sich zwischen Monbijou- und Tucholskystraße ein großer Komplex von Postgebäuden. Die Königliche Post hatte sich seit 1828 auf diesem Areal angesiedelt. Nachdem die Post bereits 1866-67 den Garten der Großen Landesloge angekauft hatte, erwarb sie 1898 das Logengebäude Oranienburger Straße 71-72. Das Haus war 1789-91 von Christian Friedrich Becherer für die 1770 gestiftete Große Landesloge von Deutschland erbaut worden und ist das einzige erhaltene Bauwerk des Architekten in Berlin. (1) Die rustizierte Sockelzone des breit gelagerten und durch Seiten- und Mittelrisalit gegliederten Putzbaus besitzt noch die authentische Gestaltung aus der Bauzeit. In den beiden einachsigen Seitenrisaliten befinden sich Rundbogenportale, deren Schlusssteine mit den Bildnissen des griechischen Philosophen Sokrates und des römischen Dichters Seneca geschmückt sind. Die bauzeitlichen Holztore sind mit Schlupftüren und Girlandenschmuck versehen. Fassadensockel und Gesimse bestehen aus Sandstein. 1831 fügte man das dritte Geschoss hinzu, dessen Sohlbankgesims markiert die frühere Traufhöhe. Dabei wurde auch die Fassade klassizistisch überformt. Diesen Umbau leitete der Baumeister Ludwig Ferdinand Hesse, der wie Becherer auch selbst Logenmitglied gewesen ist.

Während das 1866-67 hofseitig angefügte zweigeschossige Saalgebäude im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und später fast gänzlich abgebrochen wurde, überliefert die 1867 ebenfalls erneuerte Haupttreppe noch eine Vorstellung von der einst aufwändigen Ausstattung des Logenhauses.


(1) Vgl. Wald 1920; BusB 1877, S. 370f.; BusB 1896, Bd. II, S. 278; Demps 1998, S. 88ff, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA PK), Gr. LL 5.1.3.

Literatur:
  • BusB I/II 1877 / Seite S.370f.
  • BusB II/III 1896 / Seite S.278
  • Reclam Berlin, 1977 / Seite S.131
  • Kieling, Baumeister, 1990 / Seite S.91
  • Müther, Bautradition, 1956 / Seite S.103
  • Pniower, Otto, Aus der Chronik der Oranienburger Straße in
    Brandenburgia 14 (1906) Baumeister, Architekten, Stadtplaner, 1987 / Seite S.600
  • Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite S.284
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 476