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Handwerkervereinshaus

Obj.-Dok.-Nr.: 09080183
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Sophienstraße
Hausnummer: 18
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Verwaltungsbau & Saalbau
Datierung: 1852
Umbau: 1861
Umbau: 1905
Entwurf: Fraenkel, Joseph & Kampffmeyer, Theodor
Bauherr: Handwerkerverein

Das Handwerkervereinshaus in der Sophienstraße 18 erinnert an das Wirken des 1844 gegründeten Berliner Handwerkervereins. (1) In der frühen Phase der beginnenden Industrialisierung in der Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm der Handwerkerverein, dessen Mitglieder zumeist Handwerksgesellen aber auch bereits aus dem Handwerk kommende Industriearbeiter waren, Funktionen, die später von den Arbeiterbildungsvereinen und gewerkschaftlichen Organisationen weitergeführt wurden. Seine Geschichte ist deshalb eng mit der Entstehung der organisierten Arbeiterbewegung verbunden.

Der Handwerkerverein ließ sich 1905 in der Sophienstraße 18 ein neues Vereinshaus bauen. (2) In die bestehenden Wohnhäuser an der Sophienstraße von 1852 wurde ein aufwändiges Doppelportal mit einer zweischiffigen, überwölbten Durchfahrt als Zugang zum Saalgebäude eingefügt. Der Backsteinblendgiebel über den Bögen trägt den aus Formsteinen gefügten Namenszug "Berliner Handwerker Verein" und ist reich mit neogotischem Dekor, Maßwerk und Fialen geschmückt. Im Hof schließt das 1905 von Joseph Fraenkel und Theodor Kampffmeyer erbaute Vereinshaus an die Seitenflügel von 1861 und 1864 an. Eingelegte Terrakotten und Ziegelornamentik gliedern die Backsteinfassaden. Der viergeschossige Saalbau nahm den 3 000 Plätze fassenden Hauptsaal, weitere Festräume, Unterrichtsräume und eine Bibliothek auf. Die Grundrissform der Räume und einzelne Elemente der Ausgestaltung sind überliefert.


(1) Der Handwerkerverein wurde bereits 1848 verboten und 1859 wieder zugelassen. 1864 bis 1904 nutzte der Verein das Haus Sophienstraße 15, 1864 von Kolscher und Lauenburg für den Handwerkerverein errichtet, welches 1904 vom Warenhauskonzern Wertheim übernommen und abgebrochen wurde. Während das Hauptanliegen des Vereins Bildung und Geselligkeit darstellte, fanden in den Sophiensälen auch politische Veranstaltungen der Handwerker- und Arbeiterverbände statt.

(2) Vgl. Petras 1983.

Literatur:
  • Petras, Renate/ Das Berliner Handwerkervereinshaus in
    Architektur der DDR 32 (1983) 9 / Seite 557-561
  • BusB I/II 1877 / Seite 371f.
  • --- / Seite 457
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003