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Universitäts-Klinikum (chirurgische Klinik, Augen- und Ohrenklinik)

Obj.-Dok.-Nr.: 09080142
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Ziegelstraße
Hausnummer: 5 & 6 & 7 & 8 & 9
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Krankenhaus
Datierung: 1878-1883
Umbau: 1951/1990
Ausführung: Haesecke & Wolff & Saal
Entwurf: Gropius und Schmieden (Architekt)

An der Ziegelstraße gründeten Hufeland und Graefe 1818 in einem umgenutzten Gewerbegebäude das Universitätsklinikum, welches sich in der Folge zu einem bedeutenden Standort deutscher medizinischer Forschung entwickelte. (1) (...)

Die bereits Anfang des 18. Jahrhunderts als Kleine Kalkscheunengasse angelegte Kalkscheunenstraße führte ursprünglich hinunter zur Schneiderschen Kalkbrennerei am unbefestigten Ufer der Spree. Auf dieser geräumigen Parzelle errichteten die Architekten Gropius & Schmieden 1878-83 das Universitäts-Klinikum, Ziegelstraße 5-9. (2) Die nach dem Vorbild der "Evacuationspavillons" erbaute Anlage ermöglichte einen modernen Lehrbetrieb und schuf angemessene Bedingungen für die Patienten. (3) Die Anlage besteht aus einem dreiflügeligen dreigeschossigen Gebäudekomplex, der zwei, von ursprünglich drei, durch Zwischenbauten miteinander verbundene Pavillons umschließt. Das Klinikum war Wirkungsstätte bedeutender Wissenschaftler; hervorzuheben sind die Chirurgen Bernhard von Langenbeck und August Bier. Für Präsenz im Stadtbild sorgt das Verwaltungsgebäude an der Ziegelstraße. Bereits in der symmetrischen Staffelung der drei Risalite kommt das der Anlage zu Grunde liegende Pavillonsystem gestalterisch zum Ausdruck. Die rötlich-gelben Klinkerfassaden in Formen der Bauakademie sind durch rote Terrakotten, eingelegte Ziegelbänder und einen farbigen Lilienfries belebt. Volutengeschmückte Sandsteinkonsolen tragen den Mittelrisalit über dem breiten Hauptportal. Seitenflügel, die sich bis zum Spreeufer erstrecken, umschließen das Gartengelände mit den in der Nachkriegszeit stark veränderten Pavillons. (4)


(1) Vgl. Demps 1998, S. 142f.

(2) Vgl. BusB 1896, Bd. II, S. 274-276; o.V., Die klinischen Universitätsinstitute in Berlin, in: Zentralblatt der Bauverwaltung 4 (1884), S. 108-110; o.V., Berliner Neubauten. 16. Die Klinischen Universitäts-Anstalten in der Ziegelstr. No. 5-9, in: Deutsche Bauzeitung 13 (1879), S. 511, 16 (1882), S. 219-221, 255-256.

(3) Um die früher stickigen Krankensäle optimaler be- und entlüften zu können, bevorzugte man in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei den Krankenhausbauten Pavillons mit einer Firstlüftung. Diese Pavillons bezeichnete man als Evacuationspavillon. Schmieden und Gropius bauten diesen Pavillontyp in Berlin erstmalig 1872 für das Krankenhaus Bethanien.

(4) Sie wurden ursprünglich Victoria-, Augusta- und Kaiserpavillon genannt.

Literatur:
  • BusB II/III 1896 / Seite 274-276
  • N.N./ Die klinischen Universitätsinstitute in Berlin in
    Zentralblatt der Bauverwaltung 4 (1884) / Seite 108-110
  • N.N./ Berliner Neubauten. 16. Die Klinischen Universitäts-Anstalten in der Ziegelstr. No. 5-9 in
    Deutsche Bauzeitung 13 (1879) / Seite 511
  • N.N./ Berliner Neubauten. 16. Die Klinischen Universitäts-Anstalten in der Ziegelstr. No. 5-9 in
    Deutsche Bauzeitung 16 (1882) / Seite 219-221, 255-256
  • N.N./ (Wand- und Deckendekoration des Operationssaales der Augenklinik in Berlin, Ziegelstrasse) in
    Architektonisches Skizzen-Buch (1882) 2 / Seite Heft 173, Blatt 1
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003 / Seite 478-481