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Katholische Kirche St. Adalbert

Obj.-Dok.-Nr.: 09080108
Bezirk: Mitte
Ortsteil: Mitte
Strasse: Linienstraße
Hausnummer: 100 & 101
Strasse: Torstraße
Hausnummer: 168
Denkmalart: Baudenkmal
Sachbegriff: Kirche kath.
Fertigstellung: 1933
Entwurf: Holzmeister, Clemens (Architekt)
Ausführung: Weiss, Karl (Architekt)
Bauherr: Gesamtverband der katholischen Kirchengemeinden Groß-Berlin

Der katholische Kirchenbau erlebte nach 1919 in Berlin einen bemerkenswerten Aufschwung. (1) Die St. Adalbert-Kirche, Linienstraße 101 (2) wurde 1932-33 als erster katholischer Kirchenbau in der Spandauer Vorstadt nach Entwurf des Wiener Architekten Clemens Holzmeister auf einem Hinterhof zwischen der Torstraße und der Linienstraße errichtet. Weil man Teile des hofseitigen alten Werkstattflügels als Vorhalle und Taufkapelle sowie darüber liegender Empore in den neuen Kirchenbau integrierte, wurde der Chor an die Linienstraße gelegt. In der städtebaulich markanten, klinkerverkleideten Chorpartie an der Linienstraße steigt das Rund der Apsis als halber Zylinder aus dem glatt geschlossenen Mauersockel auf und bildet einen effektvollen Kontrast zu den hohen geraden Wänden der seitlichen Altarnischen. Die Staffelung der Nebenchöre mit geradem Schluss vermittelt zu den Traufhöhen der Nachbargebäude. (3) Der Zugang erfolgt von den Innenhöfen der angrenzenden, zur Pfarrgemeinde gehörigen Wohnhäuser an der Linien- und Torstraße. Durch geschickte Einbeziehung der Wohn- und Gewerbebebauung auf dem schmalen Baugrundstück an der Linienstraße entstand ein großzügiger flach gedeckter Kirchenraum mit klaren Raumverhältnissen und einer bemerkenswerten Lichtführung. (4) Der in den Kirchenraum gerückte Chorturm durchstößt die Decke des Schiffes und lässt das Licht von oben durch die farbigen, in Blei gefassten Scheiben in den Altarraum fließen, eine Wirkung, die der dunkle Plattenbelag des Bodens verstärkt. Dadurch rückte Holzmeister den Altar optisch in den Raum, schafft jedoch durch die niedrige Chorschranke auch Distanz. (5) Die Chorwand schmücken Putzmosaiken der Heiligen Sebastian, Petrus, Adalbert und Hedwig nach Entwurf von Egbert Lammers. Das Gestühl und die Beichtkabinen aus dunklem Eichenholz vermitteln unverändert den Zustand der Bauzeit. Die den Chorraum abtrennende Kommunionsbank aus Marmor wurde 1996 unter Verwendung einer Bronzetür zu einem Altartisch umgewandelt.


(1) Durch die faktische Gleichstellung mit der protestantischen Kirche kam nach 1919 ein umfangreiches Kirchenbauprogramm in Gang.

(2) Vgl. o.V., Kath. Kirche St. Adalbert Berlin, Linienstraße, in: Deutsche Bauzeitung 68 (1934), S. 265-272.

(3) Vgl. BusB VI, S. 183f.

(4) Vgl. Künstler 1936.

(5) Holzmeister bietet hier eine eigenwillige Interpretation der von namhaften Architekten des katholischen Kirchenbaus wie Dominicus Böhm geforderten zentralen Stellung des Altars. Holzmeister hat diese Anregung mit seiner in Form von "Sakramentstürmen" betonten Chorgestaltung und der damit verbundenen Lichtinszenierung der Altarräume in seinen Kirchenbauten verarbeitet. Vgl. BusB VI, S. 183.

Literatur:
  • HaberlandtDeutsche Bauzeitung 68 (1934) 1Bau- und Kunstdenkmale Berlin I, Berlin 1983 / Seite 515 f.
  • Topographie Mitte/Mitte, 2003